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Warum lieben die Menschen die geliebten Führer aus der Regierung nicht mehr? Wohin sollen „unsere Demokraten“ auswandern?


Reiner Haseloff hatte einst mit stolzgeschwellter Brust erklärt, er werde Sachsen-Anhalt verlassen, sollte die AfD jemals in Regierungsverantwortung kommen.



Ein Mann mit Prinzipien, unser Haseloff. Ein echter Demokrat eben. Man möchte ihm fast applaudieren für diese klare Ansage – so wie man einem beleidigten Kind applaudiert, das droht, aus dem Sandkasten auszuziehen, wenn die anderen nicht mehr nach seiner Pfeife tanzen.

Nun, lieber Reiner, die Koffer kannst du wahrscheinlich schon mal packen. Der Drops scheint gelutscht.

Am 1. Mai strömten in Schönebeck mehrere tausend Menschen zum Familienfest der AfD bzw. des ESN. Tausende. Man sah Familien, Kinder, Omas, Opas, junge Leute – ein buntes, fröhliches, ganz und gar unverbotenes Volksfest. Der Spitzenkandidat Ulrich Siegmund war da, und die Menschen kamen nicht, weil sie gezwungen wurden. Sie kamen freiwillig. Sie wollten ihn sehen, mit ihm reden, vielleicht einfach mal das Gefühl haben, dass jemand sie ernst nimmt. Was für eine unerhörte Dreistigkeit.


Die lieben Medien sprachen natürlich von „einigen hundert“. Man kennt das ja. Wenn die CDU drei Rentner und einen Hund auf dem Marktplatz hat, ist es „breite Zustimmung“. Wenn bei der AfD tausende kommen, war es „nur ein Häuflein“ und wahrscheinlich vom Wetter angelockt.

Und dann der große Gegenentwurf: Sven Schulze, CDU-Ministerpräsident und ewig Suchender nach dem Volk. Auf Facebook postete er heldenhaft: „Tag der Arbeit heißt für mich: zuhören, ins Gespräch kommen und nah bei den Menschen sein.“ Der Mann ist den ganzen Tag unterwegs, besucht Stände, trifft „Bürgerinnen und Bürger“, spricht mit Kandidaten. Ein wahrer Volksmann. Fast schon ein Heiliger der Nähe.

Auf den Bildern sieht man ihn dann – umringt von... nun ja, einer überschaubaren Anzahl treuer Seelen. Man muss schon sehr genau hinsehen, um die Menschen zu entdecken. Schulze muss pilgern. Von Stand zu Stand. Von Marktplatz zu Marktplatz. Immer auf der Suche nach den paar, die noch nicht abgewandert sind ins Lager dieser bösen Populisten. Tausende pilgern zu Siegmund. Schulze pilgert zu den paar Übriggebliebenen. Das Bild sagt alles.

Dabei seid ihr CDUler doch die Guten. Die Vernünftigen. Die mit dem Kompass der Mitte. Ihr wollt doch nur das Beste: gute Arbeit, gute Bildung, verlässliche Löhne, Respekt vor Leistung, Zusammenhalt. So steht es zumindest auf euren schönen Flyern. Ihr sucht das Gespräch. Immerzu. Auf den Marktplätzen. Direkt bei den Menschen. Wie rührend. Wie authentisch. Wie vollkommen wirkungslos.

Und während ihr vor Ort noch fleißig Stände abklappert, hatte euer Bundeskanzler Friedrich Merz im Spiegel-Interview gegeben und verkündet mit der Weisheit des Erleuchteten: „Ich werde noch mehr erklären und erläutern müssen, als ich das bisher getan habe. Erklären, erklären, erklären. Sie müssen in einer Demokratie die Menschen mitnehmen.“

Wie großzügig, Friedrich! Wie demütig! Die Menschen verstehen euch einfach nicht, weil ihr zu wenig erklärt habt. Nicht, weil eure Politik am echten Leben vorbeigeht. Nicht, weil ihr seit Jahren die Sorgen der Leute ignoriert. Nein, es liegt am Erklärungsdefizit. Mehr erklären, dann klappt’s schon. Die Leute sind ja nur zu dumm oder zu „hypernervös“, um eure Genialität zu begreifen.

Mehr erklären, dass die Deutschen faul sind. Mehr erklären, dass die Deutschen zu oft krank sind. Mehr erklären, dass die Deutschen zu früh in Rente gehen. Mehr erklären, dass die Rente viel zu hoch ist. Mehr erklären, dass die Deutschen mehr Steuern zahlen müssen. Mehr erklären, dass es wichtiger ist, das Geld der deutschen Steuerzahler im Ausland als in Deutschland auszugeben. Mehr erklären, dass der Krieg gegen Russland wichtig ist. Mehr erklären, dass die Ukraine keinen Frieden, sondern weiterhin Krieg und deshalb Milliarden und Abermilliarden an Unterstützung braucht. Mehr erklären, dass Wohlstandsverlust, Deindustrialisierung für die Transformation unvermeidbar ist.

Warum lieben die Menschen ihre geliebten Führer aus der Regierung eigentlich nicht mehr?

Vielleicht, weil sie seit Jahren das Gefühl haben, dass diese Führer sie nicht mehr lieben. Dass sie lieber erklären, erklären, erklären, statt zuzuhören, zuzuhören, zuzuhören. Dass „Zusammenhalt“ für euch bedeutet, dass das Volk gefälligst zusammenhält, während ihr die Richtung vorgebt – und wehe, es murrt. Dass „nah bei den Menschen sein“ für euch bedeutet, einmal im Wahlkampf ein Foto mit drei Genossinnen zu machen oder noch ein paar Erklärvideos zu drehen, statt die Probleme zu lösen, die die Leute nachts nicht schlafen lassen.

Die Menschen sind nicht dumm. Sie sehen, wer kommt, wenn sie rufen. Und sie sehen, wer sie seit Jahren ignoriert und dann erstaunt ist, dass sie woanders hingehen – und dort gleich tausende sind.

Sachsen-Anhalt scheint verloren. Für die „unseren Demokraten“. Für die, die sich selbst so nennen und dabei vergessen haben, was das Wort eigentlich bedeutet. Für die, die immer noch glauben, das Volk habe sich verirrt und müsse nur ordentlich belehrt und erklärt werden.

Auswandern - aber wohnin?

Liebe Auswanderer aus der alten Mitte: Wo wollt ihr eigentlich hin? Nach Thüringen? Auch verloren. Nach Sachsen? Ebenfalls. Nach Brandenburg? Hallo? Vielleicht direkt nach Berlin, in die Blase, wo man sich noch gegenseitig versichern kann, dass das alles nur ein Kommunikationsproblem des Pöbels ist. Oder gleich ins Ausland. Haseloff hatte ja schon die Idee. Dort könnt ihr dann in Ruhe erklären, erklären, erklären – ohne dass euch jemand zuhört.

Der Drops ist wohl gelutscht. Anders lässt sich das nicht erklären.



Verfasser: АИИ  |  03.05.2026

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