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Beutel-Max hat's weit gebracht - Linker Politik-Shooting-Star aus Bad Dürrenberg verdankt seine Karriere den „Schwurblern“ und „Querdenkern“


Ein heller Stoffbeutel, ein erweiterter Realschulabschluss, eine abgebrochene kaufmännische Ausbildung, Bundesfreiwilligendienst und null Plan, was man mal werden will – und schon ist man der neue Heilsbringer der Demokratie.


Willkommen in der wunderbaren Welt des Max Schneller, dem 17-jährigen Shooting-Star aus Bad Dürrenberg, den die linke Blase und der öffentlich-rechtliche Kulturbetrieb derzeit auf Händen tragen. Arte portraitiert ihn liebevoll als Kämpfer für eine „offene Gesellschaft“. Die Realität sieht nüchterner aus: Ohne die verhassten Montagsdemonstranten, die er als Telegram-verstrahlte Minderheit mit zu wenig Geschichtsverständnis abwatscht, wäre aus dem Jungen vermutlich nie etwas geworden.

Vor mehr als einem Jahr traute sich der damals 16-Jährige an das offene Mikrofon einer der wöchentlichen Montagsdemos in seiner Heimatstadt. Was folgt, ist kein brillanter Debattenbeitrag, sondern ein Schwall an platten, gut gelernten Phrasen: Ihr seid nicht das Volk, ihr seid eine lautstarke Minderheit, zu viel Telegram, zu wenig Ahnung von echter Unterdrückung. Das Video landet bei einem rechten Blogger, geht viral – und zack: aus dem unbekannten Teenager wird „maximal.demokratisch“ mit zehntausenden Followern. Die „Schwurbler“ und „Querdenker“, die er so verachtet, haben ihm den Fame geschenkt. Seither wird er hofiert, spricht bundesweit an Schulen und auf Kongressen, kassiert Anerkennung für seinen „Einsatz für Demokratie“. Die Demonstranten, die sich unter anderem für Frieden (auch mit Russland), Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit starkmachen und die regierende Politik schlicht für eine fortgesetzte Katastrophe halten, bleiben der Feind. Max hat da andere Auffassungen – maximal-demokratische natürlich.

Dabei weiß der junge Mann angeblich, was Armut ist. Aufgewachsen ohne den irakischen Vater, bei der berufstätigen Mutter und vor allem bei der Großmutter im Existenzminimum. „Ich weiß, woher ich komme“, betont er stolz. Nur: Statt die strukturellen Gründe für die Misere im Osten, die Abwanderung, die demographische Verödung, die gescheiterte Energie-, Migrations- und Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte und die zunehmende Entfremdung vieler Bürger von den etablierten Parteien anzugreifen, arbeitet er sich lieber an den Leuten ab, die montags in Bad Dürrenberg stehen und genau diese Fragen stellen. Bequemer ist das allemal. Die Regierung und das System, das solche Biografien produziert, bleiben weitgehend ungeschoren. Kritik an den „Rechten“ und „Verschwörungstheoretikern“ ist karrierefördernd. Kritik an den tatsächlichen Machtverhältnissen? Riskant.

Selbstverständlich kommen die Montagsdemonstranten in der ARTE-Doku nicht zu Wort.

Max’ ehemalige Lehrerin findet, dass er genial ist. Kein Wunder – Selbstbewusstsein hat er, und er stellt sich mutig hin. Dass er den erweiterten Realschulabschluss hat, die Ausbildung abgebrochen hat und derzeit den BFD macht, während er noch nicht weiß, wohin die Reise gehen soll, stört da niemanden. Im Gegenteil: Solche Lebensläufe sind im Politik- und Aktivismusbetrieb seit Jahren eine Eintrittskarte. Man braucht keine harte berufliche Qualifikation, man braucht die richtige Haltung und die Bereitschaft, den Finger immer auf die „anderen“ zu richten. Die Montagsdemonstranten haben ihm den Startschuss geliefert. Nun darf er als lebender Beweis dafür herumgereicht werden, dass der Osten noch zu retten ist – solange man nur laut genug gegen die „Falschen“ wettert.

Ähnlich verhält es sich mit Hannes Kreschel, dem Jura-Studenten und fliegenden Reporter, der lieber AfD-Familienfeste stürmt und den politischen Rechtsruck dokumentiert, als die Ursachen für die Wut im Land wirklich zu hinterfragen. Auch bei ihm ist familiär „der Wurm drin“: Bruch mit dem AfD-affinen Vater, schwierige Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. Statt sich an der Regierung abzuarbeiten, die viele Bürger mittlerweile als abgehoben und realitätsfremd empfinden, bleibt der Fokus auf den Demonstranten und den „Rechten“. Adrenalin-Kick beim verbalen Kampfsport gegen die Bösen, Security-Eskorten, Social-Media-Reichweite – das fühlt sich an wie ein Actionfilm. Die eigentlichen strukturellen Probleme? Nebensache.

Das ARTE-Stück feiert diese beiden jungen Männer als Hoffnungsträger in einem gespaltenen Bundesland, in dem die AfD in Umfragen stark ist. Was dabei untergeht: Die Leute, die montags auf die Straße gehen, fordern keineswegs automatisch Holocaust-Leugnung oder „Deutschland den Deutschen“. Viele von ihnen haben die Schnauze voll von ehemaligen Corona-Maßnahmen-Exzessen, von einer Außenpolitik, die den Frieden riskiert, von einer Demokratie, die Kritik pauschal als „rechtsextrem“ oder „verschwörungsideologisch“ abtut, und von einer Politik, die den Osten seit der Wende systematisch hat ausbluten lassen. Max und Hannes hingegen haben gelernt, wo man sich am besten positioniert. Man greift die „Schwurbler“ an, bekommt Applaus von den Richtigen, Preise, Einladungen und eine Bühne. Die Regierung, deren Politik viele dieser Menschen erst auf die Straße getrieben hat, bleibt der blinde Fleck.

„Beutel-Max“ hat’s weit gebracht. Dank derjenigen, die er so verachtet. In einer funktionierenden Demokratie wäre das eine bittere Ironie. In der aktuellen deutschen Realität ist es ein Karriereprogramm. Die regierungskritischen Demonstranten bleiben die Buhmänner. Die eigentlichen Verantwortlichen für die Spaltung, die Armut und die Perspektivlosigkeit im Osten? Die dürfen weiter regieren – und sich über junge Aktivisten freuen, die brav in die richtige Richtung schießen. Selbstverständlich maximal-demokratisch.
Verfasser: АИИ  |  03.09.2026  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
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