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Teile und Herrsche - Das Prinzip der alten Römer funktioniert weiterhin bestens in Deutschland 2026


Das römische „divide et impera“ – teile und herrsche – war nie nur eine militärische Taktik, sondern ein Herrschaftsinstrument zur Aufrechterhaltung von Macht durch gezielte Spaltung potenzieller Gegner.



In Deutschland des Jahres 2026 zeigt sich dieses Prinzip in verfeinerter, medial und kulturell verstärkter Form. Statt Legionen gegen Barbarenstämme zu hetzen, lenken politische und mediale Akteure die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf einen als existenzielle Bedrohung dargestellten inneren Feind – die AfD –, während tiefgreifende strukturelle Probleme der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Außenpolitik in den Hintergrund treten oder aktiv relativiert werden.

Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt im Juli 2026 bot ein anschauliches Beispiel. Zehntausende Demonstranten, organisiert von linken Bündnissen, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Gruppen, mobilisierten gegen die Veranstaltung, mit dem erklärten Ziel, sie zu blockieren. Die Polizei zählte rund 31.000 Teilnehmer, Veranstalter sprachen von bis zu 50.000. Der Fokus lag auf der Verhinderung eines verfassungsmäßig legitimen Parteitags einer im Bundestag vertretenen Oppositionspartei. Gleichzeitig blieben breite Proteste gegen andere Entwicklungen aus: indirekte Rentenkürzungen durch Anpassungen und demografische Belastungen, Kürzungen im Sozialhaushalt, steigende Verschuldung zugunsten von Rüstungsausgaben, anhaltende Inflationseffekte und eine sich verschlechternde wirtschaftliche Lage für breite Bevölkerungsschichten.

Die Ablenkungsfunktion des Feindbildes

Dieser Mechanismus ist kein Zufall, sondern ein klassisches Ablenkungsmanöver. Indem ein signifikanter Teil des linken Spektrums – historisch Träger von Sozial- und Antikriegsprotesten – seine Energie primär auf die „Bekämpfung der Rechten“ richtet, entsteht ein Vakuum bei der Kritik an der Regierungspolitik unter Kanzler Friedrich Merz (CDU/SPD-Koalition). Merz wird in Teilen der Debatte als „größere Gefahr“ wahrgenommen als die AfD, weil seine Agenda direkte materielle Auswirkungen hat: höhere Rüstungsausgaben (auch im NATO-Kontext), Unterstützung für die Ukraine (wo historisch sensible Themen wie die Ehrung umstrittener historischer Figuren und Nazi-Kollaborateure eine Rolle spielen), steigende Staatsverschuldung und Belastungen des Sozialsystems.

Die Mainstream-Medien spielen dabei eine zentrale Rolle. Berichterstattung über die AfD ist oft intensiv und fokussiert auf Kategorisierungen („rechtsextrem“, „radikal“), Skandale und Proteste dagegen. Dies schafft ein permanentes Narrativ der Bedrohung von innen. Gleichzeitig werden reale ökonomische Probleme – stagnierendes Wachstum, Deindustrialisierung, steigende Insolvenzen, Druck auf Löhne und Renten durch Inflation und Demografie – entweder als „notwendige Anpassungen“, Folgen externer Schocks (Krieg, Energiepreise) oder sogar als Erfolge einer „Zeitenwende“ dargestellt. Kritik an der massiven Umlenkung von Mitteln in den militärisch-industriellen Bereich oder an der langfristigen Belastung kommender Generationen durch Schulden wird häufig als „populistisch“ oder „vereinfachend“ abgetan.

Diese Selektivität hat eine doppelte Wirkung: Sie stärkt die Polarisierung und bindet kritische Potenziale an symbolische Kämpfe. Wer gegen die AfD demonstriert, demonstriert nicht gegen Haushaltskürzungen im Sozialbereich oder die Priorisierung von Rüstung. Das alte Linke, das in den 1990er Jahren noch gegen Sozialabbau und Kriegsbeteiligungen mobilisierte, wirkt heute teilweise als „Kampf- und Ablenkungsgruppe des Establishments“ – ein harter, aber analytisch nicht unzutreffender Vorwurf.

Historische Kontinuität und mediale Verstärkung

Das Prinzip „Teile und Herrsche“ funktioniert in modernen Demokratien subtiler als im Imperium Romanum. Es bedarf keiner direkten Verbote, sondern einer kulturellen Hegemonie: Durch die Definition dessen, was sagbar ist und was als „extrem“ gilt, wird der Diskurs eingeengt. Die AfD wird als Sammelbecken für alle Unzufriedenen dargestellt, wodurch legitime Kritik an Migration, Energiepolitik, EU-Zentralismus oder der Ukraine-Politik diskreditiert wird. Umgekehrt werden Defizite der etablierten Politik – von der Energiewende über die offenen Grenzen bis zur NATO-Strategie – als alternativlos oder moralisch geboten verteidigt.

Empirisch zeigt sich: Trotz massiver medialer und zivilgesellschaftlicher Gegenwehr wächst die AfD in Umfragen, weil sie Themen besetzt, die andere vernachlässigen. Die Unzufriedenheit mit der schwarz-roten Regierung steigt stetig weiter an. Gleichzeitig fehlt eine breite, überparteiliche Bewegung gegen den Sozialabbau oder die Verschuldung für Rüstung. Die Spaltung in „gut“ (anti-AfD) versus „böse“ (alles andere) verhindert genau diese Allianzen – klassisch divide et impera.

Die tieferen Schichten: Macht, Narrative und Realitätsverlust

Analytisch betrachtet dient diese Dynamik der Stabilisierung des Status quo. Die herrschenden Eliten – politisch, medial, wirtschaftlich – profitieren von einer fragmentierten Opposition. Ein geeintes Linkes und Rechtes gegen Sozialabbau, Kriegsökonomie und Entdemokratisierung wäre bedrohlich. Stattdessen kämpfen Fraktionen gegeneinander: „Links“ gegen „Rechts“, während die materiellen Grundlagen der Gesellschaft (Industrie, Sozialstaat, Friedensdividende) erodieren.

Die Ukraine-Hilfe in Höhe weiterer Milliarden illustriert dies exemplarisch. Unabhängig von der Bewertung des Krieges selbst: Die Priorisierung enormer Ausgaben für ein Land mit komplexer historischer Hypothek (Ehrungen umstrittener Nazi-Kollaborateuere) bei gleichzeitiger Belastung des eigenen Sozialhaushalts erzeugt Widersprüche, die nicht diskutiert, sondern moralisch überlagert werden. Wer hier kritisiert, riskiert den Vorwurf der „Relativierung“ oder „Putin-Nähe“ – ein weiteres Teilungs-Instrument.

In einer gesunden Demokratie müssten Proteste multipolar sein: gegen AfD-Positionen und gegen reale Fehlentwicklungen bei Rente, Gesundheit, Wirtschaft und Außenpolitik. Die einseitige Fokussierung auf Erfurt signalisiert jedoch, dass das römische Prinzip funktioniert: Die Massen sind mit sich beschäftigt, die Macht bleibt unangetastet.

Deutschland 2026 steht vor enormen Problemen – demografisch, wirtschaftlich, geopolitisch. Solange der Diskurs primär über Feindbilder statt über Lösungen geführt wird, gewinnt nicht das Volk, sondern die Herrschenden. Das Prinzip der alten Römer lebt – effizienter denn je.


Verfasser: АИИ  |  05.07.2026
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