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Desinformationen von CDU-Ministerpräsident Sven Schulze - Causa Maaßen als Minister bei einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt


Ach, wie erfrischend ehrlich und heimatverbunden klingt das doch, wenn unser geschätzter CDU-Ministerpräsident Sven Schulze am 27.05.2026 auf Facebook einen n-tv-Clip postet und mit tiefer Sorge verkündet: „Ich fänd es aus meiner Sicht bedauerlich für Sachsen-Anhalt, wenn hier Menschen außerhalb des Landes benötigt werden, um dieses Land zu regieren. Wir haben selbst gute Leute, die AfD scheinbar nicht. Und Maaßen wäre genauso wie viele andere dann von Weidel hierhergeschickt. Ich finde sowas wirklich bedauerlich fürs Land.“



Bravo, Herr Schulze! Welch ein mutiger Kämpfer für die ostdeutsche Selbstbestimmung! Welch ein Vorkämpfer gegen „von außen geschickte“ Karrieristen! Man möchte ihm vor lauter Bewunderung die Füße küssen – oder zumindest einen Blumenstrauß aus dem Harz schicken. Endlich einer, der die Heimat schützt und keine Fremdherrschaft duldet. Welch ein Leuchtturm der Authentizität in einer sonst so verkommenen politischen Landschaft.


Man könnte fast vergessen, dass es sich um denselben Sven Schulze handelt, der in einer Landesregierung sitzt, die fröhlich mit echten West-Importen bestückt ist. Aber nein, bei Schulze ist das natürlich etwas ganz anderes. Bei ihm ist das kein Problem, sondern gelebte Vielfalt und fachliche Exzellenz. Nur bei der AfD und einem Hans-Georg Maaßen wird es plötzlich zur existentiellen Bedrohung für das stolze Sachsen-Anhalt. Wie praktisch.

Die West-Importe der CDU-SPD-FDP-Koalition

Schauen wir uns doch einmal das Kabinett an, das der große Heimatverteidiger Schulze anführt. Da wäre zum Beispiel Armin Willingmann (SPD), Erster Stellvertreter des Ministerpräsidenten und Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt. Geboren 1963 in Dinslaken am Niederrhein – also tiefster Westen, NRW. Kein Ostdeutscher, kein „Landeskind“ im engeren Sinne, aber natürlich ein absolut unverzichtbarer Experte, der Sachsen-Anhalt mit westdeutscher Weisheit beglückt. Schulze findet das selbstverständlich nicht bedauerlich, sondern bereichernd. Wie könnte es auch anders sein? Willingmann ist ja einer von den Guten.

Oder Dr. Lydia Hüskens (FDP), Zweite Stellvertreterin und Ministerin (u. a. für Infrastruktur). Geboren 1964 in Geldern, ebenfalls Nordrhein-Westfalen. Seit den 90ern im Osten aktiv, aber den Geburtsort kann man sich nun mal nicht aussuchen. Für Schulze ist das natürlich kein „von Weidel hierhergeschickter“ Fall, sondern pure Kompetenz. Nur Maaßen wäre eine Katastrophe. Die Logik ist bestechend.

Schauen wir uns das Kabinett des großen Regionalisten weiter genauer an: Sven Schulze selbst ist zwar in Quedlinburg geboren – Respekt dafür. Aber seine Regierungsmannschaft und die Koalitionspartner leben wunderbar mit westdeutschen Wurzeln in Schlüsselpositionen. Das ist kein Widerspruch, das ist „pragmatische Politik“. Bei der AfD hingegen wäre es Verrat am Volk. Welch brillante Doppelmoral! Man muss sie einfach lieben.

6 der 9 Regierungsmitglieder sind Menschen mit West-Migrations-Hintergrund.

Auch in der Justiz: Westimporte als Bereicherung

Und das setzt sich fort in den höchsten Rängen der Gerichte und Verwaltungen – genau dort, wo Unabhängigkeit und „ostdeutsche Perspektive“ angeblich so entscheidend sein sollen: Nach der Wende kamen viele fähige Juristen aus dem Westen, um den Aufbau Ost mitzugestalten – Richter, Staatsanwälte, Präsidenten. Das war notwendig und gut, hieß es damals. Heute, wo es um mögliche AfD-Personalien geht, wird dieselbe Praxis zur existentiellen Gefahr hochstilisiert. Köstlich.

Die AfD-Dementi und die Schulze’sche Panikmache

Besonders dreist wird es, wenn Schulze Maaßen als „von Weidel hierhergeschickt“ brandmarkt. Dabei hat die AfD Sachsen-Anhalt bereits am 19.05.2026 dementiert, dass es konkrete Gespräche oder Pläne für einen Ministerposten Maaßen gibt. AfD-Landeschef Martin Reichardt stellte unmissverständlich klar: Es gebe keinerlei Verhandlungen über einen Innenminister Maaßen. Maaßen sei auf Veranstaltungen gewesen, mehr nicht.

Aber warum Fakten checken, wenn man mit einem Facebook-Post so schön Stimmung machen kann?

Und zum krönenden Abschluss des Clips kommt dann der unvermeidliche CDU-Slogan: „Sachsen-Anhalt stärker machen. Nur mit uns.“ Ja, genau. Stärker machen – mit Westimporten in Ministerämtern und an der Spitze der Gerichte, solange sie nur die richtige Parteifarbe tragen. Nur mit euch. Mit eurer selektiven Heimatliebe, eurer doppelten Moral und eurer panischen Angst vor jedem, der nicht zum eigenen Machtkartell gehört.

Weiter so, großer Heimatverteidiger! Das Land schaut zu – und lacht sich entweder kaputt oder merkt sich das bis zur nächsten Wahl. Die „bedauerliche“ Fremdbestimmung scheint ja nur dann ein Problem zu sein, wenn sie nicht der eigenen Macht dient.
Verfasser: АИИ  |  28.05.2026
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