|
|
||
![]() |
||
![]() |
||
![]() |
||
| Home Über BS Kontakt | ||
![]() |
||
Bitte unterstützen Sie Die Bürgerstimme mit einer Spende HIER! | ||
|
||
Schule und Startup? Ein Kaufhaus wird dank der Gesetzeslage zur Bildungsrevolution! Schulbesuch ist Beistandspflicht! Eltern im Unterricht!Rolltreppe, Workspaces und Eltern mitten im Unterricht: Diese Schule stellt alles auf den Kopf. Was wie ein Zukunftsprojekt klingt, kann Realität werden und für Staunen, Zweifel und große Chancen zugleich sorgen.
„Na komm schon, wir sind spät dran“, sagte sie zu ihrem Mann und ging straffen Schrittes weiter, ohne sich umzudrehen. „Welcher Idiot ist auf die Idee gekommen, eine Schule mitten im Stadtzentrum zu bauen?“, brummelte er zurück. „Und dann auch noch in einer verkehrsberuhigten Zone, wo der nächste Parkplatz ewig weit weg ist.“ „Darum geht es doch jetzt nicht. Die werden ihre Gründe gehabt haben“, erwiderte sie. „Und außerdem ist eine zentrale Lage doch auch ein Vorteil für kurze Schulwege für alle, die im Stadtzentrum wohnen“, fügte sie hinzu. „Hast du dich mal umgeschaut?“, fragte er. „Wo bitte wohnt hier jemand mit Kindern? Ich sehe nur Läden, geschlossene Läden, Büros und Büros, die zu vermieten sind“, fasste er seine flüchtigen Eindrücke zusammen. „Das ist eben Strukturwandel“, entgegnete sie. Sie verlangsamte ihre Schritte, blickte auf und blieb stehen. „Schau, das ist sie!“, sagte sie zu ihm. Er blickte auf und kam ins Grübeln. „Wie eine Schule sieht das nicht aus“, brummelte er. „Aber da steht doch groß dran: ‚City Center School and Business‘“, freute sie sich, angekommen zu sein. „Immer diese englischen Begriffe überall. Früher hieß so etwas mal noch Franz-Kafka-Schule. Heute ist das alles kafkaesk“, raunte er. „Ist das der Bruder von Markus Kafka aus dem Fernsehen?“, fragte sie ihn. „Nicht so ganz. Die sind überhaupt nicht miteinander verwandt. Franz Kafka lebte vor hundert Jahren. Mit Bruder ist es da doch etwas schwierig, meinst du nicht auch?“, fragte er suggestiv zurück. Ohne auf seine Frage einzugehen, fragte sie: „Und du warst auf der Franz-Kafka-Schule?“ „Nein, aber die hätte durchaus so heißen können. Kafkaesk war da einiges, wenn man darüber nachdenkt“, erwiderte er. „Na los, rein!“, sagte sie und zog ihn an der Hand ins Gebäude. Sie durchschritten die zwei Glastüren und waren erstaunt. „Eine Rolltreppe in einer Schule?“, fragte er verdutzt mit hoher Stimme. „Ist hier der Luxus ausgebrochen? Ich dachte immer, Schulgebäude verfallen überall im Land. Und hier gibt es eine Rolltreppe?“, fuhr er fort. „Ah!“, sagte er, als er eine Deckenleuchte sah, die ausgefallen war. „Es wird doch langsam der Normalzustand.“ Währenddessen suchte sie an der Infotafel, in welchem Stockwerk sich das Sekretariat befindet. Sie hatten einen Termin mit der Schulleitung. „Da, fünfte Etage. Ganz oben“, teilte sie mit. „Wie immer. Die Chefs sitzen ganz oben“, brummelte er erneut, da er dachte, dass es jetzt ans Treppensteigen geht. „Was beschwerst du dich?“, fragte sie. „Wir nehmen die Rolltreppe“, fuhr sie fort. „Luxus City Center School“, dachte er laut und folgte ihr. In der 5. Etage traten sie vor die Tür, an der „Sekretariat und Vermietung“ stand. Er brummelte verwundert: „Kann man hier Schulkinder vermieten?“ Sie klopfte, und nur Bruchteile später rief eine Stimme von der anderen Seite der Tür: „Herein!“ Sie öffneten die Tür, traten ein, und eine Frau in einem Business-Outfit trat ihnen entgegen, streckte ihre Hand zur Begrüßung aus und sagte: „Sie sind Frau Naumburg und Herr Naumburg?“ „Nein!“, sagte er. „Nicht so ganz. Herr Naumburg und Frau Goseck. Wir hatten bisher noch nicht unterschrieben“, sprach er weiter. „Er meint, wir haben noch nicht Ja gesagt. Wir sind uns wegen des Namens noch nicht einig geworden“, sagte sie. Er fügte hinzu: „Sie will gern einen Doppelnamen. Aber ich soll den tragen. Das klingt mir dann aber zu sehr nach Staumeldung im Radio. 70 Kilometer Stau zwischen Naumburg-Goseck. Umfahren Sie den Bereich weiträumig.“ „Na dann stelle ich mich erst einmal vor. Mein Name ist Cornelia Storkau. Ich habe hier das Management in der Hand“, sagte Cornelia Storkau. „Heißt das heutzutage Management und nicht mehr Schulleitung?“, fragte er und fügte hinzu: „Und wie ist es gelungen, in einer Schule eine Rolltreppe finanziert zu bekommen?“ „Am besten, ich führe Sie einfach gleich mal durch das Gebäude. Da erklärt sich das alles besser“, entgegnete Cornelia Storkau Herrn Naumburg. Sie verließen das Sekretariat. Cornelia Storkau erklärte: „Hier in der 5. Etage sind Arbeitsräume für Gruppenarbeiten, Meetings und Büros. Das passt ganz gut, weil hier die meiste Ruhe ist. Aber lassen Sie uns eine Etage runtergehen.“ Cornelia Storkau deutete auf die Rolltreppe. Die drei betraten die Rolltreppe, und Cornelia Storkau erklärte weiter: „Wir wissen natürlich, dass eine Rolltreppe in einer Schule ungewöhnlich ist. Das ist bei uns eine Art Alleinstellungsmerkmal. Viele Kinder wollen zu uns in die Schule wegen der Rolltreppe. Doch die gab es hier schon, bevor das hier eine Schule wurde. Das war mal ein Kaufhaus. Der Besitzer des Gebäudes fand aber keinen Mieter mehr, als der letzte Kaufhausbetreiber hier das Handtuch geworfen hatte. Er konnte über mehrere Jahre keine Grundsteuern zahlen und stand bei der Stadt in der Kreide. Er hat dann das Gebäude der Stadt übertragen und bekam die Steuern erlassen. Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, hat sich in den letzten Jahren einiges im Schulbetrieb geändert. Eltern haben ja das Recht, ihre Kinder dauerhaft im Unterricht zu begleiten. Die Stadt hatte schnell das Problem, dass die Schulgebäude nicht ausreichten oder zu sehr sanierungsbedürftig waren. Im Stadtrat hatte einer die Idee, das Kaufhaus entsprechend umzubauen. Das war eine sehr kostengünstige Variante. Es mussten nur die Flächen in Räume unterteilt werden. Die sanitären Anlagen waren noch ein Problem. Aber ansonsten gab es kaum Schwierigkeiten. Ach ja, die Rolltreppe: Da gab es auch Stimmen, die meinten, sie müsste gegen eine normale Treppe ersetzt werden. Das hätte aber um die 500.000 Euro gekostet. Das entspricht den Betriebskosten der Treppe für 30 oder 40 Jahre. Also hat man die Treppe drin gelassen, zumal die 500.000 gerade nicht im Haushalt vorhanden waren.“ „Sie sagten Büros. Wieso gibt es hier Büros?“, wollte Herr Naumburg wissen. „Wir haben mehrere Möglichkeiten. Wir haben drei Großraumbüros, oder ‚Workspaces‘, wie das so heißt. Es können aber auch Büros in unterschiedlicher Größe gemietet werden“, erklärte Cornelia Storkau. Ein kleines Mädchen kam aus einem Klassenzimmer gerannt. Cornelia Storkau rief ihr zu: „Langsam, Marie!“ Marie rief zurück: „Papa muss mir bei Mathe helfen!“ Marie drückte die nächste Tür auf und rief in den Raum: „Papa, du musst mir bei Mathe helfen!“ „Das ist einer der Workspaces“, erklärte Cornelia Storkau und betrat zusammen mit Frau Goseck und Herrn Naumburg den Raum. „Wir haben hier 30 Desks für Leute, die nicht viel Platz brauchen und sonst im Homeoffice arbeiten würden. Im Haus liegt eine 100-Gigabit-Datenleitung an. Das macht schon einen Unterschied zum Homeoffice. Hier läuft alles schneller“, erklärte Cornelia Storkau. Sie beobachteten, wie Marie ihren Papa von seinem Schreibtisch wegzog und springend mit ihm an der Hand den Raum verließ. „Was machen Sie eigentlich beruflich?“, fragte Cornelia Storkau. „Er ist als Analyst tätig und erstellt in der Regel Gutachten. Das macht er meist vom Schreibtisch aus. Ich war in der Verwaltung tätig und bin gerade auf der Suche nach einem neuen Job. Wir waren die letzten Jahre im Ausland, wollten aber, dass unser Sohn in Deutschland zur Schule geht. Die Schule ist aber nicht mehr das, was sie mal war“, erklärte Frau Goseck. „Es ist alles besser geworden, zumindest bei uns. Teilhabe heißt das Zauberwort. Und Zusammenarbeit ist ganz wichtig. Deswegen auch dieses Konzept. Die Eltern sind nur ein paar Türen entfernt und können sich jederzeit an der Bildungsarbeit beteiligen. Das sind schöne kurze Wege. Und das entlastet die Lehrkräfte“, sprach Cornelia Storkau. „Da fällt mir ein …“, deutete Cornelia Storkau an und schaute tief in den Raum hinein. „Miriam, sucht ihr noch eine Verwaltungsangestellte?“ Miriam schaute auf und rief zurück: „Ja, mit Schwerpunkt Abrechnungswesen.“ „Wir sind hier immer schnell beim Du. Man trifft sich immer in der Cafeteria. Vielleicht sprechen Sie nachher mit Miriam?“, fragte Cornelia Storkau Frau Goseck. „Jetzt verstehe ich das mit dem Management“, warf Herr Naumburg ein und fragte: „Die Vermietung der Desk-Schreibtische machen Sie auch?“ „Sie können auch ein ganzes Büro mieten, wenn Sie das möchten“, bot Cornelia Storkau an. „Deswegen School and Business. Das Business haben Sie offensichtlich im Griff“, entgegnete Herr Naumburg. „Sie wissen ja sicher, wie die städtischen Haushalte so aufgestellt sind – bestenfalls knapp aus den roten Zahlen raus. Nach den letzten Krisen wurde das bekanntlich nicht besser. Durch unser Konzept refinanziert sich das Gebäude schon nach den zwei Jahren, seitdem wir das praktizieren. Das hat sich auch positiv auf die gesamte Innenstadt ausgewirkt“, erklärte Cornelia Storkau. „Die Parkplatzsituation ist noch suboptimal“, sagte Frau Goseck. „Da ist die Stadt dran. Ab nächster Woche beginnen die Bauarbeiten für ein Parkhaus, nur 50 Meter von hier entfernt. Abgesehen davon klappt die Busverbindung vor und nach dem Unterricht aber gut. Nur zwischendurch ist die Taktung noch nicht perfekt“, führte Cornelia Storkau aus. „Hier ein typischer Klassenraum. Die Kinder machen gerade Pause“, lud Cornelia Storkau ein. „Frontalunterricht ist kaum noch angesagt. Wir setzen auf die Zukunft: digitale Tafel, digitale Arbeitsmaterialien. Die Lehrkräfte arbeiten ihre Inhalte digital auf und teilen diese untereinander. Kooperation wird bei uns großgeschrieben. Schüler helfen sich untereinander. Die Lehrkräfte haben viel Zeit für individuelle Unterstützung. Und viele Eltern sind immer wieder dabei. Manche Schüler schaffen den regulären Stoff eines Schuljahres in der Hälfte der Zeit. Ich denke, das spricht eindeutig für unser Konzept“, erklärte Cornelia Storkau. „Außerdem haben wir dadurch, wie Sie bereits mitbekommen haben, sehr viel mehr Ruhe im Haus. Konflikte entstehen gar nicht erst. Treten Probleme auf, werden diese sofort konstruktiv gelöst. Das Ziel ist ja immer der Bildungserfolg – und das im jeweiligen Tempo der Schülerin oder des Schülers. Wer mehr Zeit braucht, um etwas zu verstehen, bekommt die Zeit“, erklärte Cornelia Storkau weiter. Mittlerweile sind sie in der Cafeteria angekommen. „Einige brauchen wohl verdammt viel Zeit“, sagte Herr Naumburg und blickte in Richtung der Tische. So ungefähr 20 Rentner saßen dort verteilt. „Sieht fast so aus!“, sagte Cornelia Storkau. „Die Cafeteria ist offen für alle. Einige Schülerinnen und Schüler kochen und backen hier, weil es ihnen Spaß macht oder zur Entspannung. Und das sind Großeltern, die hier regelmäßig zum Mittag vorbeikommen und die Zeit genießen, wenn sie ihren Enkeln dabei zusehen oer auch zur HAnd gehen. Das hat sich hier zu einem generationsübergreifenden Treffpunkt entwickelt. Manche Großeltern helfen auch im Unterricht. Das läuft alles sehr gut“, erklärte Cornelia Storkau. „Aber kommen wir zu Ihrem Sohn. Deswegen sind Sie ja hier“, sagte Cornelia Storkau. „Also ich bin erst mal platt“, sagte Frau Goseck. „Eigentlich hatten wir nur eine gute Schule gesucht. Jetzt stehen wir hier in einem Businessplan. Ich glaube, das muss ich erst mal verdauen.“ „Also das mit den Workspaces finde ich gut“, sagte Herr Naumburg. „Sie können auch ein Büro anmieten, wenn Sie das möchten“, führte Cornelia Storkau das Verkaufsgespräch weiter. „Wie viele Quadratmeter haben die Büros?“, wollte Herr Naumburg wissen. „Und was kostet das?“ „Mir ist das irgendwie alles zu viel Business. Muss Schule nicht kindgerechter sein, wo die Kinder untereinander und miteinander …“, sprach Frau Goseck verunsichert. „Schauen Sie mal hier“, sagte Cornelia Storkau und zeigte zum Fenster in den Hof hinter dem Gebäude. Dort spielten gerade Kinder miteinander Ball. Andere malten mit Kreide auf dem Boden. „Sie sehen, alles ganz normal“, sagte Cornelia Storkau. „Ein Büro mit 20 Quadratmetern kostet bei uns 250 Euro warm – also inklusive Licht, Heizung und Internetanschluss“, wandte sie sich an Herrn Naumburg. „Wie lang sind die Vertragslaufzeiten?“, fragte Herr Naumburg nach. „Die richten sich derzeit meist nach der Zeit, in der die Kinder hier in der Schule sind. Wir vermieten derzeit nur an Eltern, deren Kinder hier zur Schule gehen“, erklärte Cornelia Storkau. „Momentan ist hier nur die Grundschule beheimatet. Wir werden das aber bis zum Abitur ausbauen. Wir haben ja noch knapp drei Stockwerke frei. Also könnten wir den Mietvertrag für 12 Jahre festmachen, wenn Sie wollen“, sprach Cornelia Storkau mit einem Augenzwinkern. „Schatz! Gekauft! Das Konzept hat mich überzeugt“, wandte sich Herr Naumburg an Frau Goseck. „Besser werden wir es nicht bekommen. Wir können uns hier arbeitsmäßig einrichten und sind nur ein paar Türen von unserem Sohn entfernt – und das planbar für die nächsten 12 Jahre. Wo müssen wir unterschreiben?“, fragte Herr Naumburg mit einem Augenzwinkern Cornelia Storkau. „Boah, da muss ich erst mal drüber schlafen. Ich unterschreibe jetzt hier nichts sofort“, äußerte sich Frau Goseck mit dem Gefühl, gerade überfahren worden zu sein. „Sie müssen nichts überstürzen“, sagte Cornelia Storkau zu Goseck und Naumburg. „Manche Eltern sind von zu viel Nähe zu ihrem Kind auch überfordert und brauchen Abstand. Ihr Kind könnte hier auch zur Schule gehen, ohne dass Sie hier arbeiten. Das ist kein Problem. Wir haben sehr gute Lehrkräfte“, sagte Cornelia Storkau. In diesem Augenblick kam Miriam aus dem Großraumbüro hinzu und sagte: „Ich habe mit der Zentrale gesprochen. Hier ist die Stellenausschreibung. Sie können hier an einem Desk arbeiten. Das läuft alles über VPN. Laptop und Desk werden von der Firma gestellt bzw. finanziert. Als Gehalt sind 4.000 Euro brutto vorgesehen. Das kann aber sicher noch verhandelt werden – ich hatte nachverhandelt. Sie könnten mit dem Datum der Einschulung anfangen. Einfach mal dort anrufen. Telefonnummer und E-Mail-Adresse stehen drauf. Ich gehe jetzt mit meiner Kleinen in die Cafeteria-Pause. Man sieht sich.“ Verfasser: Michael Thurm | 05.05.2026 |
|
|
|
| Weitere Artikel: |
Das (Un)Rechtsbewusstsein der CDU in WeissenfelsEinem Artikel der Mitteldeutschen-Zeitung ist zu entnehmen, dass die CDU bei der kommenen Stadtratswahl "tricksen" will.... zum Artikel |
![]() | Corona-Hits-Medley - Yann Song KingYann Song King. Aufgezeichnet am 09.04.2022 in Hohenmölsen anlässlich der Wanderausstellung der Bürgerstimme und einer Demonstration. ... zum Artikel |
![]() | Warum verzichtet die Stadt Merseburg auf Einnahmen durch Bußgelder bei Lärmbelästigung?Die Stadt Merseburg könnte ihre Bußgeldeinmahmen bei Lärmbelästigung steigern, tut dies aber nicht.... zum Artikel |
|
|
Unterstützen Sie das Betreiben dieser WebSite mit freiwilligen Zuwendungen: via PayPal: https://www.paypal.me/evovi/12 oder per Überweisung IBAN: IE55SUMU99036510275719 BIC: SUMUIE22XXX Konto-Inhaber: Michael Thurm Shorts / Reels / Kurz-Clips Impressum / Disclaimer |