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Erste CO₂-neutrale Stadt - Schon 2029 wird Hohenmölsen Energie-Rekorde brechen


Eine Pressekonferenz, die es in sich hat und die den Weg ebnet, den auch viele andere Städte in nächster Zeit gehen könnten, wird in kürze zu erleben sein.



Andy Haugk (Bürgermeister von Hohenmölsen), Dr. Armin Eichholz (Vorsitzender der Geschäftsführung der MIBRAG) und Hubert Vogler (Geschäftsführer der Fernwärme GmbH Hohenmölsen – Webau) werden im Saal des Rathauses nebeneinander Platz genommen haben.

Ohne Umschweife wird Andy Haugk das Wort ergreifen: „Es wurde ja vor Kurzem hier im Stadtrat die Frage gestellt, ob es andere Konzepte für die Fernwärme der Zukunft gibt, die das Heizen wieder billiger machen. Denn das Konzept, das bisher angedacht war – und da hat der Fragesteller vollkommen recht –, ist das Gegenteil dessen. Die Preise würden trotz der enormen Investitionssummen für die Umstellung auf grüne Fernwärme steigen. Außerdem wurde gefragt, wie die Bürger von der Energiewende profitieren werden. Das hat nicht nur mir einige schlaflose Nächte bereitet. Deswegen haben wir uns noch einmal zusammengesetzt und überlegt, welche anderen Konzepte infrage kommen könnten. Und ich freue mich, verkünden zu können, dass wir ein Konzept entwickelt haben, das alle begeistern wird – auch wenn es das Stadtbild etwas verändern wird.

Wir wissen, dass die regenerativen Energien für die Energieversorgung – und ich rede dabei nicht nur von Strom – in enormen Überkapazitäten aufgebaut werden müssen. Nicht immer scheint die Sonne, nicht immer weht der Wind, und nicht selten scheint weder die Sonne noch weht der Wind. Gerade im Winter – und das war tatsächlich der Knackpunkt beim bisherigen Konzept – müsste mit fossilen Energieträgern wie Erdgas zugeheizt werden. So macht das natürlich keinen Sinn. Und tatsächlich grün wäre diese Fernwärme nur sehr bedingt.

Doch die Frage war: Wo bekommen wir ausreichend Flächen her, um so viel Solarstromerzeugung zu installieren, dass Hohenmölsen tatsächlich vollständig mit Energie versorgt werden kann? Ja, was soll ich sagen: Die Flächen sind bereits vorhanden. Die Flächen sind vor jeder Haustür. Die Flächen sind sämtliche Straßen und Wege der Stadt. Wir werden allerdings nicht den Straßenbelag in etwas umwandeln, das Sonnenlicht direkt in Strom umwandelt. Wir haben uns für eine ganz andere Methode entschieden.

Alle Straßen und Wege der Stadt werden überdacht – je nach Straßenzug in fünf bis acht Metern Höhe. Das „Dach“ wird aus Solarzellen bestehen. Das sind aber nicht die herkömmlichen Paneele, sondern neuere Varianten, die außerdem lichtdurchlässig sind. Je stärker die Sonneneinstrahlung, desto mehr dunkeln sie nach. Das ist manchen Brillenträgern sicherlich bekannt. Diese Technologie ist also nichts Neues.

Wir nennen das AHA-Konzept. „AHA“ steht für „Ausmessen, Herstellen, Aufstellen“. Und das ist das Revolutionäre daran: Wir stellen alles bei uns im Bereich Hohenmölsen her. Keine langen Planungsphasen, keine Ausschreibungen, kein langes Hin und Her. Wir werden mit heutigem Tage ein Joint Venture aus Stadt Hohenmölsen, MIBRAG und Fernwärme GmbH gründen und zwei Produktionsstätten errichten. Eine produziert die Aluminiumkonstruktionen, die andere die Solarmodule. Alles just in Time und quasi sofort. Die MIBRAG versorgt diese beiden Produktionsstätten direkt mit Strom aus der noch geförderten Braunkohle. Das hält die Energiepreise niedrig. Braunkohle hat in den vielen vergangenen Jahrzehnten den Wohlstand gebracht, den wir heute haben, und Braunkohle wird uns somit auch den Wohlstand für die Zukunft sichern. Braunkohle ist dadurch der Übergangsenergieträger. Hohenmölsen ist und bleibt damit eine Energiestadt.

Wir gehen davon aus, dass täglich Konstruktionen und Solarmodule für 500 Quadratmeter hergestellt und direkt installiert werden können. Dies alles erfolgt modular – Schritt für Schritt. Sollten zum Beispiel für Bauarbeiten Module temporär deinstalliert werden müssen, ist das kein Problem. Reparaturen werden unkompliziert möglich sein, ohne die anderen Bereiche zu beeinträchtigen.

Das Straßennetz im Bereich Hohenmölsen mit den Ortsteilen inklusive der Kreis- und Bundesstraßen ist circa 150 Kilometer lang. Diese werden wir alle bis Ende 2029 zur Stromerzeugung überdachen. Bei einer durchschnittlichen Breite der Überdachung von acht Metern ergibt das 1,2 Millionen Quadratmeter Solarmodule für knapp 10.000 Einwohner. Dazu kommen die Parkplätze der Supermärkte, sonstige Stellflächen für Autos, die vielen Sportplätze und auch der Marktplatz, wobei dort die Konstruktionen etwas aufwendiger werden. Aber auch dafür haben wir bereits Partner in Aussicht.

Selbstverständlich wissen wir, dass die Energie, die gerade im Sommer gewonnen wird, gespeichert werden muss. Dies werden wir auf mehrere Weisen tun: zum einen in Stromspeichern, aber auch in Wärmespeichern. Wir werden jedoch nicht mehr wie bisher einen großen Tank errichten, sondern – wie es sich für eine Bergbaustadt gehört – an mehreren Stellen in der Stadt und Umgebung in die Tiefe gehen. In einer Tiefe von 15 Metern beträgt die Temperatur bereits um die zehn Grad. Außerdem hält sich der Isolieraufwand dort in Grenzen. Zwischen dem Busbahnhof und der Sporthalle sowie zwischen der Sporthalle und dem Gymnasium werden die ersten dieser Tiefbauarbeiten stattfinden. In diesen Tiefen werden Wärmespeicher – teilweise basierend auf Wasser, aber auch auf neuen Verfahren wie Salzen – untergebracht. Auch die Batteriespeicher werden in der Tiefe verbaut. Mit zehn Grad Umgebungstemperatur herrschen dort ganzjährig ideale Bedingungen für Batterien. Die Batteriekapazität wird so ausgelegt sein, dass Hohenmölsen vier Wochen lang aus diesen Batterien mit Strom versorgt werden kann. Die Wärme kommt sowieso aus den Wärmespeichern. Autohersteller hatten wegen der E-Mobilität große Batterie-Herstellungs-Kapazitäten aufgebaut, die nicht in dem Maße abgefragt werden. Wir bekommen dadurch sehr gute Preise.

Und nun kommen wir zur Frage, wie die Bürger von der Energiewende profitieren. Die Stadt Hohenmölsen übernimmt das gesamte Stromleitungsnetz. Alle Haushalte der Stadt erhalten ihren Strom dann aus dem stadteigenen Netz. Netzentgelte wird es nicht mehr geben, weil der Strom direkt aus der Stadt kommt. CO₂-Abgaben sowie sonstige Steuern und Abgaben entfallen. Der Strompreis wird zwischen null und fünf Cent inklusive Mehrwertsteuer pro Kilowattstunde liegen: null Cent, wenn die Sonne scheint, und fünf Cent, wenn Strom aus den Batteriespeichern bezogen werden muss.

Außerdem wird die Stadt den darüber hinaus produzierten Strom verkaufen. Dadurch erhält sie so viele Einnahmen, dass Hohenmölsen auf die Gewerbesteuer verzichten kann. Wir gehen davon aus, dass dies durchaus einen kleinen Boom auslösen wird. Der demografische Wandel wird dadurch gestoppt. Wir erwarten zum einen Zuzug, zum anderen aber auch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Diese werden den Strom dauerhaft für fünf Cent pro Kilowattstunde erhalten. Klare Wettbewerbsvorteile, die es sonst nirgendwo in Deutschland geben wird.

Dazu kommen weitere Effekte: Die Bürger der Stadt werden nahezu alle Bereiche trockenen Fußes erreichen können, denn es ist ja alles überdacht. Im Sommer werden Straßen und Wege durch die Solarmodule verschattet – das ist dann quasi auch unser Hitzeschutzkonzept. Und falls nun jemand fragt, wie es bei Schneefall ist: Die Solarmodule verfügen über dünne Heizdrähte. Sollte es schneien, werden die Module auf drei Grad aufgeheizt. Schnee bleibt nicht darauf liegen, das Wasser wird in Zisternen geleitet und gespeichert, um später zur Bewässerung zu dienen. Wir können uns den Winterdienst fast sparen. Der Fahrbahnbelag wird nicht mehr durch Frost zerstört und hält wesentlich länger als bisher.

Die Technologie dafür ist kein Hexenwerk. Wir müssen es nur umsetzen. Und wir werden es umsetzen. Die Zustimmung des Stadtrates ist gesichert. Wer will schon auf Strompreise zwischen null und fünf Cent verzichten? Da wir als Stadt der Produzent sind, haben wir massive Kostenvorteile und kurze Wege.

Ich muss dem Fragesteller durchaus unseren Dank aussprechen. Manchmal hat man einen Tunnelblick und Impulse von außen sind nicht selten - so wie hier - genau das, was es braucht, um tatsächlich den richtigen Weg zu finden.

Gibt es soweit Fragen?“

Der Redakteur der Mitteldeutschen Zeitung wird sich melden: „Von Seiten der Grünen kam der Einwand, dass zahlreiche Bäume gestutzt oder sogar gefällt werden müssen.“

Andy Haugk: „Damit die Solarmodule nicht durch hohe Bäume verschattet werden, müssen hier und da Bäume weichen. Das bedeutet aber nicht, dass im Bereich der Solarmodule keine Bäume mehr wachsen können. Es wird Neupflanzungen geben, allerdings mit Gewächsen, die nicht ganz so groß werden. Und es wird Ausgleichspflanzungen geben. Die Grünen wollten die Energiewende, wir machen Energiewende. Wir nutzen für dieses Projekt ausschließlich Flächen, die bereits versiegelt sind, und schaffen damit die erste absolut CO₂-neutrale Stadt Deutschlands – vielleicht sogar der ganzen Welt. Und das bis Ende 2029!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“

Verfasser: Novis Viis Cogitare  |  03.03.2026

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