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Markus Söder fordert die Abschaffung von Bundesländern - Sachsen-Anhalt als souveräner Staat - ein hypothetisches Szenario


Die wiederkehrende Debatte über den Länderfinanzausgleich in Deutschland, zuletzt befeuert durch Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, wirft die Frage auf, wie Regionen wirtschaftlich eigenständig und wettbewerbsfähig werden könnten.



Sachsen-Anhalt, heute stark auf Transferzahlungen von Bund und EU angewiesen, bietet sich für ein gedankliches Experiment an: Wie würde das Land aussehen, wenn es sich aus der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union ausgliedern würde, um Lebenshaltungskosten zu senken, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Lebensperspektiven für die Bevölkerung zu verbessern?

Dieses Essay betrachtet die Frage aus völkerrechtlicher, ökonomischer und gesellschaftlicher Perspektive und formuliert abschließend ein hypothetisches 100-Tage-Programm für einen Neustart.

1. Staatlichkeit und völkerrechtliche Einordnung

Völkerrechtlich ist die Sezession einer Region aus einem bestehenden Staat nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend sind drei Faktoren:

- Demokratische Legitimation: Ein Referendum oder eine verfassungsgebende Versammlung stärkt die völkerrechtliche Position.
- Effektive Kontrolle über das Territorium: Sachsen-Anhalt ist ein Land mit eigener Verfassung, eigenem Parlament und klar definiertem Territorium – institutionell also bereits „staatlich vorbereitet“.
- Internationale Anerkennung: Staaten erkennen neue Staaten oft ex post, nicht ex ante, abhängig von Stabilität und Funktionsfähigkeit.

Innerhalb Deutschlands wäre ein solcher Schritt rechtlich problematisch, da das Grundgesetz keine Sezession vorsieht. Aus internationaler Perspektive wäre eine friedlich legitimierte Sezession jedoch denkbar. Historische Beispiele wie Estland nach der Sowjetunion oder die friedliche Entstehung kleiner Staaten in Europa zeigen, dass Funktionalität und Stabilität oft wichtiger sind als formelle Anerkennung zu Beginn.

2. Grenz- und Transitfragen

Sachsen-Anhalt liegt zentral in Deutschland, ohne Außen- oder EU-Grenze. Autobahnen, Bahntrassen und Energienetze verlaufen durch das Land, sodass eine Abriegelung durch angrenzende Bundesländer praktisch schwierig wäre. Historische Erfahrungen zeigen, dass Transitländer oft de-facto-offene Grenzen behalten, selbst bei politischen Spannungen. Formale Grenzen könnten eingerichtet werden, während angrenzende Länder aus pragmatischen Gründen Kontrollen minimal halten, um Handel, Pendler- und Güterverkehr nicht zu blockieren.

Dies würde die wirtschaftliche und soziale Anbindung des Landes sicherstellen und gleichzeitig die Bevölkerung vor einem Gefühl der Isolation schützen.

3. Wirtschaftliche Neuausrichtung

Die wirtschaftliche Strategie eines unabhängigen Sachsen-Anhalt müsste radikal pragmatisch sein: niedrige Lebenshaltungskosten, hohe Investitionsattraktivität und internationale Offenheit.

Energie- und Industriepolitik
Energieintensive Industrie wie Chemie, Metallverarbeitung oder Grundstoffe könnte durch niedrige Energiepreise ohne CO₂-Bepreisung gefördert werden. Bestehende Industriestandorte in Leuna, Bitterfeld und Schkopau könnten modernisiert und für neue Unternehmen geöffnet werden. Technologieneutrale Energiepolitik, z. B. Kernenergie oder Biomasse, würde stabile Versorgung und niedrige Kosten garantieren.

Logistik und Transitwirtschaft
Sachsen-Anhalt könnte sich als Drehscheibe für Mitteleuropa positionieren, mit Sonderwirtschaftszonen entlang der Hauptverkehrsachsen. Digitale Zollabwicklung, schnelle Genehmigungen und geringe Bürokratie würden Firmen anziehen. Unternehmen könnten Waren effizient umleiten und exportieren, ohne aufwendige Verzögerungen durch Zollformalitäten.

Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung
Die landwirtschaftliche Produktion könnte hochmechanisiert und exportorientiert gestaltet werden, ohne die Beschränkungen der EU-Agrarpolitik. Präzisionslandwirtschaft und industrielle Weiterverarbeitung von Lebensmitteln würden neue Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig die lokale Versorgung sichern.

Digitale Dienstleistungen und Innovation
Investitionen in Rechenzentren, KI-Entwicklung, Finanz-IT und digitale Dienstleistungen könnten Sachsen-Anhalt zum Zentrum für innovative Start-ups machen. Lockeres Datenschutz- und Arbeitsrecht würde Unternehmensgründungen beschleunigen und Talente aus Hochkostenregionen anziehen.

Sondermodelle
Sachsen-Anhalt könnte sich als Innovationslabor positionieren, beispielsweise für autonome Mobilität, medizinische Studien oder neue Finanzinstrumente. Damit ließe sich ein langfristiger Wettbewerbsvorteil erzeugen, ohne sich auf traditionelle Industrien zu beschränken.

4. Vorteile für die Bevölkerung und demografische Perspektive

Die Unabhängigkeit und die wirtschaftliche Neuausrichtung hätten für die Einwohner vielfältige Vorteile:

Geringere Lebenshaltungskosten: Durch den Wegfall von Bundes- und EU-Steuern, niedrigere Energiepreise und weniger Regulierung könnten Mieten, Stromkosten und Verkehrsausgaben spürbar sinken. Familien hätten mehr verfügbares Einkommen, während junge Menschen die Region als lebenswerten Wohn- und Arbeitsort entdecken könnten.

Mehr Arbeitsplätze und regionale Chancen: Investitionen in Industrie, Logistik, digitale Dienstleistungen und Landwirtschaft würden neue Arbeitsplätze schaffen. Insbesondere strukturschwache Regionen könnten revitalisiert werden. Junge Menschen, die derzeit abwandern, würden durch attraktive Jobs und Start-up-Möglichkeiten gehalten oder zurückgeholt.

Demografische Stabilisierung und Zuwanderung: Niedrige Lebenshaltungskosten und wachsender Arbeitsmarkt könnten der Abwanderung entgegenwirken, während gleichzeitig gezielt Fachkräfte aus anderen Regionen oder sogar dem Ausland angezogen werden. Beispiele dafür liefert Estland, das durch digitale Infrastruktur und günstige Lebenshaltungskosten Fachkräfte anzog, oder Irland während der High-Tech-Welle.

Soziale Flexibilität: Eine schlanke Verwaltung und die Möglichkeit, soziale Dienste effizient zu gestalten, würden den Bürgern schnellere Entscheidungen und niedrigere Belastungen bringen. Dies könnte etwa in schnelleren Baugenehmigungen, erleichtertem Unternehmertum oder besserer digitaler Verwaltung sichtbar werden.

Innovation und Bildung: Investitionen in digitale Bildung und Forschung könnten Sachsen-Anhalt zu einem Zentrum für junge Talente machen. Die Bevölkerung würde von modernen Arbeitsplätzen, Innovationsclustern und internationaler Vernetzung profitieren.

5. Reaktionen von BRD und EU

Ein unabhängiges Sachsen-Anhalt würde voraussichtlich auf Widerstand stoßen:
  • Politisch und wirtschaftlich: Anfangs könnten Nichtanerkennung, Ausschluss aus EU-Programmen, Handelshemmnisse oder regulatorische Barrieren drohen.

  • Militärisch: Eine gewaltsame Intervention gegen ein demokratisch legitimiertes Land wäre höchst problematisch und kaum durchführbar. Symbolischer Druck oder rechtliche Schritte wären wahrscheinlicher.

  • Langfristig: Historische Erfahrungen zeigen, dass Staaten, die dauerhaft stabil, sicher und wirtschaftlich funktionsfähig sind, langfristig meist anerkannt werden.

6. 100-Tage-Programm für einen Neustart


Tag 1–30: Rechtliche und organisatorische Grundlagen
  • Durchführung eines demokratischen Referendums und Einsetzung einer verfassungsgebenden Versammlung.
  • Einrichtung eines Übergangskabinetts mit zentralen Ministerien.
  • Formale Grenzdefinitionen und Absprachen mit Nachbarländern über Transitregelungen.
Tag 31–60: Wirtschaftliche Öffnung und Infrastruktur
  • Einführung niedriger Unternehmens- und Einkommenssteuern.
  • Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen entlang wichtiger Verkehrsachsen.
  • Start von Programmen zur Digitalisierung der Verwaltung und Unternehmensgründung.
Tag 61–90: Branchenentwicklung und Investorenanreize
  • Förderung energieintensiver Industrie, Logistik, Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung.
  • Aufbau internationaler Handelsnetzwerke.
  • Einrichtung von Innovationslaboren für digitale Dienstleistungen und Forschung.
Tag 91–100: Internationale Positionierung und Stabilität
  • Aufbau bilateraler Kontakte für Handel, Energie und Investitionen.
  • Öffentlichkeitskampagne für Stabilität, Sicherheit und Investitionsfreundlichkeit.
  • Abschluss erster Abkommen zur Sicherung von Transit, Versorgung und wirtschaftlicher Kooperation.


7. Fazit

Ein souveränes Sachsen-Anhalt wäre kein Selbstläufer, aber theoretisch denkbar. Entscheidend wären demokratische Legitimation, wirtschaftliche Klarheit, institutionelle Stabilität und internationale Offenheit.

Für die Bevölkerung könnten niedrigere Lebenshaltungskosten, mehr Arbeitsplätze, Rückkehr von Fachkräften und junge Innovationschancen entstehen. Die demografische Entwicklung könnte sich stabilisieren, Abwanderung gestoppt und sogar eine kontrollierte Zuwanderung ermöglicht werden.

Dieses Szenario zeigt, dass die größten Herausforderungen weniger völkerrechtlicher Natur sind, sondern ökonomisch, politisch und organisatorisch. Gleichzeitig offenbart es, dass viele der diskutierten Vorteile – niedrigere Kosten, mehr Eigenverantwortung, wirtschaftliche Attraktivität – innerhalb Deutschlands und der EU auch durch konsequentere Reformen der föderalen Struktur teilweise erreicht werden könnten.

Verfasser: АИИ  |  14.01.2026

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