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Regierungsbillanz in Sachsen-Anhalt! Niemand - wirklich absolut niemand auf Gottes weiter Erde - hätte das jemals auch nur im Entferntesten hinbekommen!


Die Regierungsbilanz 2021–2026, die am 28.07.2026 feierlich vorgestellt wurde, ist ein Meisterwerk der Selbstbeweihräucherung – ein glänzendes, 80-seitiges Dokument, in dem die CDU-SPD-FDP-Koalition sich selbst auf die Schulter klopft, als hätte sie Sachsen-Anhalt eigenhändig aus dem Mittelalter in die Zukunft katapultiert. Während andere Bundesländer und Länder auf der Welt mit echten Problemen ringen, feiert diese Regierung jeden Kleckererfolg als epochalen Triumph. Niemand sonst hätte das so grandios hinbekommen. Niemand.



Die Regierungsbilanz 2021–2026 der einzigartigen, unvergleichlichen, geradezu göttlichen Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP ist das größte politische Meisterwerk seit der Erfindung des Rades, der Demokratie und des gedruckten Wortes zusammen. Ministerpräsident Sven Schulze trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt: „Mit dieser Bilanz möchten wir als Landesregierung eine Antwort geben und Ihnen zeigen, was wir gemeinsam erreicht haben – und worauf wir weiter aufbauen wollen.“ Und wie sie aufgebaut haben! „Die vergangenen Jahre waren alles andere als einfach. Pandemie, Krieg in Europa, wirtschaftliche Unsicherheiten weltweit – all das hat auch die Menschen in unserem Land gefordert. Und trotzdem steht Sachsen-Anhalt heute stabil da.“

„Internationale Attraktivität“ und Investitionen – Logistik statt Industrie

Die Bilanz jubelt: Unternehmen haben mehr als 3 Milliarden Euro investiert, internationale Firmen wie Daimler Truck und Avnet haben sich „bewusst“ für Sachsen-Anhalt entschieden. „Unser Sachsen-Anhalt ist international attraktiv – und wettbewerbsfähig.“

Die Realität: Beides sind keine Produktionsstätten mit hochqualifizierten Industriejobs, sondern Logistik- und Distributionszentren. Daimler Truck in Halberstadt ist ein gigantisches Ersatzteillager (500 Mio. Euro Investition, ~650 Jobs) – Stapler fahren, kommissionieren, versenden. Avnet verteilt Elektronikteile. Ja, es gibt ein paar bessere Stellen, aber der Kern sind einfache bis mittelqualifizierte Logistikjobs mit Schichtarbeit, körperlicher Belastung und Gehältern, die man auch in Polen oder Tschechien finden könnte. Welche Ingenieur, welche hoch ausgebildete Fachkraft träumt nicht von einer Karriere als Päckchenpacker und Bediener eines Barcode-Scanners?

Während Bayern oder Baden-Württemberg echte Produktion mit gut bezahlten Fachkräften anziehen, feiert die Landesregierung Lagerhallen als „wirtschaftliche Stärkung“. Die Regierung hat Straßen ringsum saniert und Infrastruktur bereitgestellt (Teil der gefeierten 914 km Landesstraßen) – klar, damit die Lkw besser zu den Lagern kommen. Billig-Jobs statt hochqualifizierter Industrie. Aber in der Bilanz klingt es wie der Beginn einer neuen goldenen Ära.

Bildung und Digitalisierung – Glasfaser statt Lehrer

Die Bilanz triumphiert: „Nahezu alle Schulen in Sachsen-Anhalt sind inzwischen an ein schnelles Glasfasernetz angeschlossen.“ „Große Fortschritte“ bei der Digitalisierung. „Moderne Schulen“, „Planungssicherheit für Hochschulen“ mit 18 % mehr Geld, Exzellenz-Cluster an der Uni Halle.

Die bittere Realität: Super, die Kinder haben schnelles Internet – und keinen Lehrer, der unterrichtet. Sachsen-Anhalt hat bundesweit eine der höchsten Schulabbrecherquoten, massive Unterrichtsausfälle und einen dramatischen Lehrermangel (Quote weit unter Ziel, Tausende fehlende Noten auf Zeugnissen). Während Estland oder Finnland Digitalisierung plus gute Lehrerversorgung haben, feiert Sachsen-Anhalt nur das Kabel. Die Abbrecherquote? Nicht in den Griff bekommen. Die Unterrichtsversorgung? Katastrophal. Aber hey – Glasfaser! Die Zukunft ist digital, die Gegenwart sind leere Klassenräume. Brillant.

Infrastruktur – Straßen für die Logistiklager

„914 Kilometer sanierte Landesstraßen“ plus weitere 300 in Planung. „Lebenswerte Städte und Gemeinden“, „moderne Infrastruktur“.

Die Realität: Ja, die Zufahrtsstraßen zu den neuen Logistikzentren wurden schön gemacht. 900 Kilometer in 5 Jahren bedeuten gerade einmal 3 bis 4 Prozent des gesamten Straßennetzes in Sachsen-Anhalt. Ertüchtigt, saniert oder ausgebaut wurden folglich weniger als 1 Prozent pro Jahr. Man hängt dem Zerfall der Straßen, der Verkehrsinfrastruktur um einiges hinterher, feiert aber auch dies als großen Erfolg.

Energie und Klimaschutz – Vorreiter auf dem Papier

Über 60 % regenerativer Strom, ein Akzeptanzgesetz (die Gemeinden bekommen ein paar Cent von den Stromrechnungen der Verbraucher, wenn sie Windräder zulassen), eine Wasserstoffzukunft mit 27.000 Jobs bis 2045 (vielleicht – aber sehr wahrscheinlich nicht). Strom macht nur ca. 20 Prozent des Gesamtenergiebedarfs aus. Für 100 Prozent erneuerbare Energie wäre ein Ausbau um mindestens den Faktor 10 notwendig.

Realität: Andere Regionen haben echte Wertschöpfung. Sachsen-Anhalt feiert sich als Vorreiter, während die Energiepreise hoch bleiben und die Industrie unter Druck steht.

Der Wasserstoff-Hype ist bereits vorbei. Die Landesregierung weiß es aber immer noch nicht. Grüner Wasserstoff (via Elektrolyse mit erneuerbarem Strom) kostet in den meisten Regionen weiterhin 4–7 €/kg (manchmal sogar mehr), während grauer Wasserstoff (aus Erdgas) bei 1–2,5 €/kg liegt. Die prognostizierten Kostensenkungen durch Skaleneffekte und günstigere Elektrolyseure sind deutlich langsamer eingetreten als erhofft. Inflation bei Anlagenbau, Strompreisen und Materialien (z. B. Iridium für PEM-Elektrolyseure) hat die Rechnung verteuert. Viele Projekte sind schlicht nicht wirtschaftlich ohne massive Subventionen – und selbst die reichen oft nicht.

Weltweit wurden Dutzende große Projekte (teilweise GW-Skala) gecancelt, pausiert oder stark heruntergefahren. Von Hunderten angekündigten GW-Kapazitäten bis 2030 sind nur ein kleiner Bruchteil (oft unter 10 %) wirklich im Bau oder final investitionsreif (FID). Die IEA und andere Analysten haben ihre Prognosen für 2030 deutlich nach unten korrigiert. Industrie und Verkehr wollen günstigen, zuverlässigen Wasserstoff – nicht einen teuren „grünen Premium“. Die technischen und systemischen Hürden sind weiterhin die hohen Energieverluste (Elektrolyse ~30–40 % Verlust, plus weitere bei Transport/Verflüssigung).

Der Hype ist vorbei, weil die Physik und die Ökonomie gnadenlos sind. Die Branche befindet sich in einer schmerzhaften Konsolidierung. Nur die realistischsten, subventionierten und mit festen Abnehmern gesicherten Projekte überleben. Der Rest war Wunschdenken.

Demografie und Fachkräfte – Die größte Lüge

Die Bilanz erkennt die Demografie als „Herausforderung“ an und präsentiert Praktikumsprämien und Landarztquote als Lösung.

Die Realität: Das Land schrumpft weiter, hat die älteste Bevölkerung Deutschlands, höchste Abwanderung qualifizierter junger Leute und eine Geburtenrate am Boden. Ohne Zuwanderung bricht alles zusammen. Die Regierung feiert kleine Migrationseffekte, während Dörfer aussterben.

Zum Stichtag 31.12.2025 lebten in Sachsen-Anhalt 2.120.252 Einwohner. Darin inbegriffen sind rund 78.200 Schutzsuchende aus der Ukraine, Syrien, Afghanistan und anderen Ländern. Ohne diese temporäre "Zuwanderung" sähe die Demografie in der Statistik noch schlimmer aus. Das kann man wohl kaum noch als Herausforderung bezeichnen - es ist ein echtes Problem.

Welche ein Erfog der Landesregierung!

Diese Bilanz ist ein Paradebeispiel für deutsche Verwaltungslyrik. Man nimmt, was kommt (Logistiklager mit einfachen Jobs), saniert die Zufahrtsstraßen, legt Glasfaser in leere Schulen und feiert sich als Visionäre. Während echte Industrie mit hochqualifizierten, gut bezahlten Jobs woanders entsteht, produziert Sachsen-Anhalt unter dieser Regierung vor allem eine Sache exzellent: Ausreden und schöne PowerPoint-Folien.

Die großen Probleme – Lehrermangel, Abbrecherquote, demografischer Kollaps, Mangel an echten Industriearbeitsplätzen – seien „Erbe früherer Zeiten“ oder „globale Herausforderungen“. Die Regierung selbst? Unschuldig, genial, unvergleichlich. Die beste Koalition, die man sich jemals hätte erträumen können.

Nur schade, dass die Realität im Juli 2026 etwas weniger glänzend aussieht als die Bilanz. Aber hey – wenigstens haben die Lagerhallen ebenfalls schnelles Internet. Fortschritt pur.
Verfasser: АИИ  |  28.07.2026
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