Home   Über die Bürgerstimme   Kontakt


Jeden Tag neue Angebote bis zu 70 Prozent reduziert

Gedenkveranstaltung am ehemaligen KZ-Außenlager "Wille" in Rehmsdorf - 8. Mai 2024


Am 8. Mai 2024 wurde vielerorts an die Befreiung vom Nationalsozialismus und Faschismus gedacht, erinnert und gemahnt, dass es solche Zeiten nie wieder geben darf. Auch in Rehmsdorf bei Zeitz.



Am 08. Mai 2024, wurde an dem Gedenkstein des ehemaligen KZ-Außenlager "Wille" des KZ Buchenwald wieder zum nun 79. Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung durchgeführt. Veranstalter war die Gedenkstätte des KZ-Außenlager "Wille" in Rehmsdorf. Der Bürgermeister und ein Pfarrer hielten Reden und die Beteiligung war gegenüber dem letzten Jahr mehr als doppelt so groß.

Nach der Gedenkveranstaltung mit Kranz- und Blumenniederlegung wurde noch in eine ehemalige Häftlingsbaracke zur Besichtigung, zu einem Dokumentarfilm und Gesprächen eingeladen.

Schon als Kind wurde ich Anfang der 1960er Jahre vom Lehrer Lothar Czosek, der mit Leidenschaft dieses Museum im Gemeindehaus und hier in der Museumsbaracke aufbaute, mit dieser schlimmen Geschichte unseres Heimatdorfes bekanntgemacht. Innerhalb der Familie und im Kreise von Bekannten erfuhr ich, dass es damals - 1944/45 mutigige einzelne Menschen gab, die unter eigener Lebensgefahr den KZ-Häftlingen im Werk Brabag, in Gleina und Rehmsdorf halfen, ihnen Essen zusteckten und sie sogar vor dem Erschießen retteten!

Es ist wichtig, gerade heute in solchen Zeiten, wo die Menschen wieder gespalten und gegeneinander aufgehetzt werden und die Gefahr eines wieder auflebenden Faschismus besteht, dass wir uns unserer Geschichte bewusst werden und nicht zulassen, dass sie sich wiederholt.

Frieden ist das wichtigste Gebot der Stunde!
Um das zu erreichen, müssen endlich alle zusammenstehen!



Imre Kertesz, der im Jahre 1944 als Gymnasiast aus Budapest stammte, war erst fünfzehn Jahre alt, als er die dunklen Schatten von Auschwitz und später Buchenwald erlebte. Von dort aus wurde er in die Zwangsarbeit des KZ-Außenlagers "Wille" in Gleina und in das Zeltlager der Brabag gezwungen, bevor er wieder in Gleina als Häftling des Konzentrationslagers landete, wo er in den Werken der Brabag Zwangsarbeit leisten musste. Doch am 18. Februar 1945 ergriff mein Großvater mutig die Initiative, als er sich vor ihn stellte, bereit, sein eigenes Leben zu opfern, und dem SS-Mann entgegenrief: "Da musst du erst mich erschießen, das ist einer meiner besten Arbeiter." Durch diese heldenhafte Tat bewahrte mein Großvater Imre das Leben, der daraufhin unmittelbar nach Buchenwald zurückkehrte und dort Zeuge der Selbstbefreiung des Lagers wurde, kurz bevor die amerikanischen Soldaten eintrafen, um die Region zu befreien.

Jahre später, in den 1970er Jahren, konnte Imre Kertesz die Adresse meines Großvaters ausfindig machen und reiste nach Tröglitz, um sich persönlich bei ihm für die Rettung seines Lebens zu bedanken. Dies führte zu einem regen Briefwechsel zwischen den beiden, doch mein Großvater hielt seine heldenhafte Tat bescheiden und ging nicht an die Öffentlichkeit. Stattdessen teilte er seine Geschichte nur mit einigen seiner Enkelkinder.



Verfasser: Arnd Eiert  |  vor dem 01.07.2024

Weitere Artikel:

Es braucht noch mehr Tote!

Interview mit Christine Beutler, Naumburg, Mit-Organisatorin der Montags-Demos / Spaziergänge ... zum Artikel

Zeitz steht auf! 08. April 2024 gemeinsamer Protest mit den Bauern

Video-Dokumentation der Montags-Demo in Zeitz... zum Artikel

Wie vernichtet man Menschen?

Interview mit Grit Wagner über ihre Erfahrungen als Organisatorin der Demos der Maßnahmen- und Regierungskritiker.... zum Artikel

der offizielle Kanal der Bürgerstimme auf Telegram   der offizielle Kanal der Bürgerstimme auf YouTube

Unterstützen Sie das Betreiben dieser WebSite mit freiwilligen Zuwendungen:
via PayPal: https://www.paypal.me/evovi/12

oder per Überweisung
IBAN: IE55SUMU99036510275719
BIC: SUMUIE22XXX
Konto-Inhaber: Michael Thurm


Shorts / Reels / Kurz-Clips   Impressum / Disclaimer