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Über 33 Prozent Preissteigerung in den nächsten Jahren bei der Fernwärme Hohenmölsen - die Mitteldeutsche Zeitung verschweigt es


Es gibt durchaus Unbehagen hinsichtlich der Berichterstattung der Mitteldeutschen Zeitung bezüglich der Pläne für die „Grüne Fernwärme“ in Hohenmölsen.



So gesehen stimmen die Informationen, die im Artikel der MZ am 25.03.2026 über die geänderten Pläne des Konzepts der „Grünen Fernwärme“ veröffentlicht wurden. Auch die Gründe wurden genannt. Die MIBRAG baut keinen Wasserstoff-Elektrolyseur, weil sich die Produktion von Wasserstoff aus Sonnen- und Windstrom nicht rechnet. Die bisherige Idee, die Abwärme des Elektrolyseurs für die Fernwärme der Stadt Hohenmölsen zu nutzen, war damit vom Tisch.

Das jetzige Konzept sieht den Bau einer Großwärmepumpe und eines Heizkraftwerks vor. Die zuvor angedachten Kosten stiegen von 50 Millionen Euro auf mittlerweile knapp 69 Millionen Euro. Der weit überwiegende Teil davon wird durch Fördermittel realisiert.


Soweit mag das die Hohenmölsener nicht beunruhigen. Die Ausgabe von Fördermitteln ist Gang und Gebe, um solche Projekte überhaupt umsetzen zu können. Die Stadt Hohenmölsen könnte dies aus eigener Kraft sicherlich nicht.

Doch was im Artikel der Mitteldeutschen Zeitung fehlt, ist das, was direkt auf die Hohenmölsener zukommen wird, nämlich ein ordentlicher Aufschlag auf der Heizkostenrechnung nach Fertigstellung der Kraftwerke, was spätestens in fünf Jahren, also 2031, der Fall sein soll. Waren die Preiserhöhungen der letzten Jahre schon erheblich – derzeit ca. 15 Cent pro Kilowattstunde – wurden im Konzept bereits über 20 Cent prognostiziert. Da solche Konzepte in der Regel sehr optimistisch gestaltet werden, kann man wohl davon ausgehen, dass es bei den 20 Cent wahrscheinlich nicht bleiben wird.

Wie würden die Hohenmölsener reagieren, wenn sie lesen, dass sich ihre Heizkostenrechnung schon in wenigen Jahren um gut 30 Prozent erhöhen wird? Also nicht nur im Rahmen der üblichen Inflation, wie es Bürgermeister Haugk erklärte (siehe Video), sondern erheblich mehr.
Nun, wir wissen es nicht, weil die Hohenmölsener, die nur die MZ bekommen, es nicht wissen.

Auch Bürgermeister Andy Haugk wusste diese doch sehr relevante Zahl am 23.03.2026 nicht. „Man könne dies nachschauen“, meinte er. Man muss sich dafür lediglich durch das Ratsinformationssystem der Stadt Hohenmölsen klicken, schauen, wann Stadtratssitzungen waren und schauen, welche Dokumente dort hinzugefügt wurden, um die Datei Präsentation Fernwärme HHM-kompr. zu finden. Also alles sehr bürgerunfreundlich und intransparent.

Haugk interessiert offenbar nur, dass die Fernwärme ein vergleichbares Preisniveau hat wie andere Formen des Heizens. Das könne demnach erreicht werden – bei über 20 Cent pro Kilowattstunde. So teuer werden also auch die anderen Möglichkeiten, seine vier Wände zu heizen. Haugk meinte, es werde in jedem Fall teurer. Doch auch das stand nicht im Artikel der MZ.

Für den Herrn Bürgermeister scheinen die Fördermillionen wichtiger zu sein, als das, was die Bürger dann monatlich für die Energiewende über die Heizkostenabrechnung zahlen dürfen.

Ich erinnere mich an die Frage des Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel (Grüne) aus dem Jahr 2021, als er den damals wiedergewählten Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) fragte, wie dessen Koalition es schaffen werde, dass die Menschen von der Energiewende profitieren.

Ich weiß nun nicht, wie es anderen geht. Aber wenn es immer heißt, dass durch die erneuerbare Energie alles günstiger wird, zeigt die Prognose für die „Grüne Fernwärme“ das genaue Gegenteil auf. Ein Profitieren der Menschen durch die erneuerbaren Energien kann ich bisher nicht erkennen.

Doch warum steht das nicht in der Mitteldeutschen Zeitung?
Verfasser: Michael Thurm  |  25.03.2026
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