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Frieden gibt es nur einmal im Jahr


Am 8. Juli ist es wieder so weit: Vor dem Rathaus in Weißenfels flattert für einen Tag eine grüne Friedenstaube im Wind.



Ein feierlicher Moment – zumindest für das Pressefoto. Danach kehrt der Alltag zurück. Und der ist alles andere als friedlich.

Jahr für Jahr weht die Fahne im Rahmen der internationalen Flaggenaktion „Mayors for Peace“. Das Ziel klingt hehr: „ein Zeichen für eine Welt ohne Atomwaffen“. Doch was bleibt davon übrig, wenn der Wind sich legt und der Mast wieder leer ist?

„Die internationale Flaggenaktion findet jährlich statt, um ein Zeichen für eine Welt ohne Atomwaffen zu setzen“, heißt es in der städtischen Pressemitteilung. Und weiter: „Dieses Mal steht das Hissen der Friedensflagge auch als Mahnung an den sich zum 80. Mal jährenden Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki.“

Schöne Worte. Doch das ist das Problem: Es bleibt bei Worten.

Während sich Politiker für die Kamera vor dem Symbol des Friedens positionieren, fliegen weiter Waffen in Kriegsgebiete, wird der Verteidigungshaushalt erhöht, und rüsten Staaten – auch Deutschland – munter auf. Mehr als 12.500 Atomwaffen existieren weltweit, und kein ernsthafter Abrüstungsschritt ist in Sicht. Aber immerhin: Die Fahne weht.

Seit 2014 ist Weißenfels Mitglied der Bewegung „Mayors for Peace“, gegründet 1982 von Takeshi Araki, dem damaligen Bürgermeister von Hiroshima. Über 8.250 Städte weltweit, „darunter mehr als 850 Städte in Deutschland“, gehören laut Mitteilung dem Netzwerk an. Doch was tun diese Städte konkret – über das Hissen einer Fahne hinaus?

Zugegeben: Es ist nicht die Aufgabe einer Kommune, Weltpolitik zu betreiben. Aber wenn man schon ein Zeichen setzen will, warum bleibt es dann bei einem Symbol? Wo sind die schulischen Bildungsinitiativen gegen Militarisierung? Wo die Resolutionen gegen Rüstungsexporte? Wo der politische Druck auf Bundes- und Landesebene für echte Abrüstungspolitik? Wo die Teilnahme an den vielen Friedensdemonstrationen im Landkreis?

„Mayors for Peace“ unterstützt den Atomwaffenverbotsvertrag. Auch Weißenfels. Und doch ist Deutschland diesem Vertrag bislang nicht beigetreten. Kein Wunder: Die Bundesrepublik gehört zur NATO, die sich auf nukleare Abschreckung stützt. Und die US-Atombomben sind noch immer da – unter dem Applaus mancher Sicherheitspolitiker.

Die Wahrheit ist bitter: Der Frieden weht in Weißenfels einmal im Jahr. Als Fahne. Als Symbol. Als Pflichttermin im Kalender. Und danach? Danach herrscht wieder das große Schweigen – während anderswo die Waffen sprechen.

Es ist nicht das Hissen der Fahne, das ärgert. Es ist das, was fehlt: Konsequenz. Mut. Politischer Wille. Frieden ist mehr als ein Foto. Er ist tägliche Arbeit – oder gar keiner.
Verfasser: Американский искусственный интеллект  |  03.07.2025  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
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