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Kriegstüchtig statt friedensfähig? - Wenn Mahnung zur Geschichte verstummt


Ein Mahnmal, ein geänderter Straßenname und eine Gedenkfeier, die mehr verschweigt als erinnert. Während Politiker zur Aufrüstung aufrufen, stellt ein ehemaliger Rehmsdorfer unbequeme Fragen.


Am 8. Mai 2025 fand in Rehmsdorf eine Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus statt.

Eingeladen hatte die Leitung der Gedenkstätte des KZ-Außenlagers „Wille“ des KZ Buchenwald in Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern des Gemeindeverbands Elsteraue und der Gemeinde Rehmsdorf.

Insgesamt nahmen an dieser Gedenkstunde über ein Dutzend Menschen teil.
Durch den Leiter der Gedenkstätte wurde vor allem die Rolle der US-Armee bei der Befreiung vom Hitlerfaschismus hervorgehoben – was für unsere Region und große Teile Deutschlands auch zutrifft, denn unsere Region wurde im April 1945 von der US-Armee befreit.

In Tröglitz und Gleina befanden sich zum Ende des Zweiten Weltkriegs im sogenannten Ostlager sowie in einem Gasthof in Gleina und an einer Hengstzuchtstation Kriegsgefangenenlager.
In Gleina waren auch englische und amerikanische Kriegsgefangene untergebracht.
Aus der Biografie eines ehemaligen US-Soldaten, der in Gleina gefangen gehalten wurde und wie die KZ-Häftlinge in der BRABAG arbeiten musste, wurde bei der Gedenkveranstaltung vorgelesen.

Auf die Rolle der Roten Armee und den großen Anteil der damaligen Sowjetunion an der Befreiung Europas vom Hitlerfaschismus wurde hingegen kaum eingegangen.
Ich vermisste auch einen aktuellen Bezug zu den Aufrufen deutscher Politiker, unser Heimatland wieder „kriegstüchtig“ zu machen.
Solche Aufrufe gab es bereits einmal in der deutschen Geschichte – zu Beginn des Zweiten Weltkriegs durch die Nationalsozialisten.

Mir fiel auf, dass der Name des Straßenschilds der Straße, die unmittelbar zum damaligen Barackenlager des KZ-Außenlagers in Rehmsdorf führt, geändert wurde.
Statt: „Straße der Opfer des Faschismus“
heißt das neue Straßenschild nun:
„Straße der Opfer“
Sehr seltsam finde ich das. Was soll das bedeuten?
Soll das etwa heißen, dass inzwischen geleugnet wird, dass es Opfer des Faschismus gab – zumindest in Rehmsdorf???

Eine Stellungnahme der Gemeindeverwaltung würde mich als ehemaligen Rehmsdorfer Bürger sehr interessieren.

Das Wirken des Gründers der Rehmsdorfer KZ-Gedenkstätte, Herrn Lothar Czosek, hat mich bereits in den 1960er Jahren geprägt.
Er vermittelte uns als Lehrer die geschichtlich bedeutsamen Ereignisse von 1944 und 1945 in Rehmsdorf – und prägte viele von uns schon damals für den Frieden.

Diese Geschichte darf sich nie wiederholen!

Verfasser: Arnd Eiert  |  18.05.2025

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