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Aufruf zur Demo gegen Interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet östlich zwischen der A 9 und der B 91


Am 18.06.2024 in der Zeit von 16.30 Uhr bis max. 18.30 Uhr findet vor dem Rathaus in Teuchern (Marktplatz) eine Demo der BI Nessa, Natur- bzw. Umweltschutzorganisationen (BUND, Nabu und Naturfreunde), Landwirte (mit 2 Traktoren), Jäger und betroffene Bürger gegen die geplante großflächige Versiegelung von 400 Hektar besten Ackerlandes für ein sogenanntes Interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet östlich zwischen der A 9 und der B 91 statt.



Aufruf zur Teilnahme an einem Protest


vor dem Rathaus in Teuchern am 18.06.2024 ab 16.30 Uhr bis ca. 18.30 Uhr gegen einen möglichen Beschluss des Stadtrates über die Aufnahme von 178 Hektar besten Ackerlandes (Anteil der Stadt Teuchern) in einen Flächennutzungsplan für die Schaffung eines insgesamt 400 Hektar großen Interkommunalen Industrie- und Gewerbegebietes (IKIG) östlich der A9.

Eingeladen sind alle Interessierten bzw. betroffene Bürger, Mitglieder der BI Nessa, betroffene Landwirte, Handwerker und Kleinunternehmer, Jäger, Jagdgenossen und Mitglieder von Umweltschutzorganisationen, sich an dem Protest zu beteiligen, um sich gegen die drohende Boden- und Zukunftsvernichtung zur Wehr zu setzen.

Trotz Beteuerungen der Strukturkommission unter Leitung von Herr Zschukelt nach einem transparenten Verfahren und Mitnahme der Bürger, findet genau dieses nicht statt. Im Gegenteil, mit immensen Aufwand wird in den am IKIG beteiligten 4 Kommunen und durch den Landkreis an der Schaffung von vollendeten Tatsachen gearbeitet. Dagegen müssen wir Bürger uns zur Wehr setzen. Am 18.06.2024 soll durch die Hintertür ein weiterer Schritt in dieser Richtung gegangen werden und zwar auf eine dafür nunmehr schon typisch zu nennende Art und Weise. Versteckt in einer Korrektur eines bestehenden Flächennutzungsplanes wegen bisher nicht genutzter Wohnbauflächen in Stadt und Ortsteilen von Teuchern verbirgt sich die Ausweisung von 178 Hektar für den Industrie- und Gewerbepark. Dass der Landwirtschaft und damit der Nahrungsmittelproduktion durch Versiegelung von 400 Hektar (entspricht ca. 650 Fußballfeldern) die Basis und damit uns allen die Lebensgrundlage entzogen werden soll, scheint keine Rolle zu spielen. Dabei gibt es in der Region und in Nessa bzw. Teuchern selbst genügend freie Flächen im Altlastenbestand.

Stellen wir uns gemeinsam dieser Boden- und Zukunftsvernichtung entgegen und kommt zur Demo!

Wolfgang Gotthelf
Stellv. Vors. der BUND Kreisgruppe BLK

Offener Brief an alle Stadträte der an IKIG beteiligten Kommunen


Bürgerinitiative gegen das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet Burgenlandkreis

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Stadträte,

wir als Bürgerinitiative gegen das interkommunale Gewerbegebiet Burgenlandkreis im Bereich der Ortschaften Nessa, Aupitz, Zorbau und Langendorf sehen auf Basis der bisherigen Informationslage die Abstimmungen zu den entsprechenden Aufstellungsbeschlüssen zur Ausweisung und Erschließung eines Industrie- und Gewerbegebietes sehr kritisch und bitten Sie um Unterstützung, dies zu verhindern.

Der Burgenlandkreis beabsichtigt, dieses Industriegebiet unmittelbar im Bereich der einführend aufgezählten Ortschaften auf fruchtbarsten Ackerböden zu errichten. Dieser Standort mit einer durchschnittlichen Ackerwertzahl von 90 Punkten gehört nicht nur regional zu den wertvollsten Böden für die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln, sondern auch weltweit. Mit dem angedachten Industriegebiet sollen hier aber weit über 400 Hektar versiegelt und der ackerbaulichen Nutzung entzogen werden. Das entspricht einer Größenordnung von ca. 650 Fußballfeldern. Dabei noch nicht inbegriffen sind zusätzliche Flächen, die für erforderliche Infrastruktur wie Umgehungsstraßen, Schienenanbindung usw. notwendig wären.

Das mitteldeutsche Braunkohlerevier hat bereits Anfang der 1990er Jahre einen intensiven Strukturwandel erfahren. Die beabsichtigte "neu"-Industrialisierung der Region nach dem Ende der DDR war ebenfalls von vielen guten Absichten zur Stärkung der Region geprägt. Dabei wurden, analog zum geplanten interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet Burgenlandkreis, zahlreiche Gebiete ausgewiesen. Die erhofften Ansiedlungen sind teilweise erfolgt, doch bei Weitem nicht in der Quantität und Qualität wie gewünscht und versprochen. Dies gilt für viele derartige Vorhaben in Ostdeutschland. Aus unserer Sicht sollten daher die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden, das heißt, nur um Strukturwandel-Gelder zu erhalten, lohnt es sich nicht, derartige Gebiete zu erschließen und vorzuhalten. Wenn dann bei ausbleibendem Ansiedlungsinteresse die Flächen mit Photovoltaikanlagen versiegelt werden, entspricht das zwar der Energiepolitik der Bundesregierung, schafft aber keine Arbeitsplätze und ist bei nüchterner Betrachtungsweise sinnlose Zerstörung von Ökosystemen und Biotopen sowie der langfristige Entzug von fruchtbarstem Ackerboden im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung. So geschehen auf vielen Hektaren in Teuchern, Nessa, Groben und Zorbau. Das ist verantwortungslos!

Auch die Erwartungen hinsichtlich des Zuzugs von Arbeitnehmern, um in den jeweiligen Gewerbegebieten ihren Lebensunterhalt zu verdienen, hat sich als völlig unbegründet und gerade auch kontraproduktiv erwiesen, da speziell in Sachsen-Anhalt die Bevölkerung eher abnehmend als zunehmend ist. Bereits jetzt beklagen zahlreiche Unternehmen der Region einen Mangel an Arbeitskräften. Vor allem qualifizierte Facharbeiter werden gesucht. Lediglich Ballungsräume wie Leipzig-Halle, Erfurt oder Dresden zeigen eine nennenswerte Bevölkerungszunahme mit Effekten auf die Verfügbarkeit von Fachkräften. Vergleichbare Effekte für die betroffenen Ortschaften sind vermutlich Wunschdenken. Vor allem für ein Industriegebiet, für das derzeit nicht einmal im Ansatz eine entsprechende Besiedlungsstrategie bekannt ist.

Die durch die Politik propagierten Wachstumschancen für das Gebiet und Arbeitskräftezuwanderung sind durch nichts begründet und stellen genauso Wunschdenken dar, wie dies auch derzeit bei der Bundespolitik zu verzeichnen ist. Es ist deutlich, dass gerade im Rahmen von unbegründeten und insbesondere nicht gesicherten Investitionen die Wirtschaft in keiner Weise positiv beeinflusst wird und gerade das Wirtschaftswachstum in Deutschland sich weiter negativ entwickelt. Aktuell ist aufgrund der gesamtpolitischen Fehlentscheidungen eher ein Abwandern der Wirtschaft in das wesentlich attraktivere Ausland zu verzeichnen, auch wenn hier entsprechende Strukturwandelgelder ohne Sinn und Verstand verbraucht werden. Dies stellt für industrielle Ansiedlungen keinen Anreiz mehr dar.

Ein positiver Synergieeffekt für die Region - hier zwischen A9 und Zeitz - ist aus unserer Sicht nicht zu erwarten, zumal umliegend ausreichende, nicht besetzte Industrie- und Gewerbeflächen bestehen beziehungsweise erschlossen werden sollen, die dann in unmittelbarer Konkurrenz zum geplanten Industrie- und Gewerbegebiet Burgenlandkreis stehen. Beispiele sind hier Leuna mit ca. 300 ha Erweiterung, Zeitz ca. 150 ha Erweiterung und überregional ebenfalls mehrere Hundert Hektar in Halle Süd, Wiedemar, Zwenkau und Gera Nord.

Darüber hinaus würde ein derartiges Industriegebiet nicht nur die Umwelt schädigen, sondern eine extreme Belastung der umliegenden Ortschaften durch Abgase, Lärm, künstliche Beleuchtung und Schadstoffe mit sich bringen. In unserem kulturell hochwertigen und ländlich geprägten Raum führt dies unweigerlich zur Abnahme der Lebensqualität und wäre verantwortungslos gegenüber den betroffenen Bürgern.

Die immer wieder in den Vordergrund in der Argumentation der Politik gestellten erhöhten Steuereinnahmen sind Scheinargumente, die nach 30 Jahren Entwicklung im Osten wohl nicht einmal mehr als überlegenswert bezeichnet werden können, da zwischenzeitlich bei sämtlich solchen Entwicklungen offenkundig wird, dass die Steuern nicht in den Ortschaften der Gewerbegebiete gezahlt werden, sondern in Mutterunternehmen, von denen überwiegend nicht einmal die Bundesrepublik einen Vorteil hat.

Aus unserer Sicht ist hier vielmehr das Risiko im Falle eines Scheiterns zu berücksichtigen. Wer trägt die anfallenden Kosten für den Erhalt der Infrastruktur bis zur Ansiedlung einer ausreichenden Anzahl an Unternehmen? Wer trägt die Kosten für einen möglichen Rückbau von Infrastruktur im Falle eines Scheiterns? Wer deckt die Kosten eines konstruierten Zweckverbandes?

Allein wir als Bürgerinitiative sind intensiv bemüht, die entsprechenden Probleme auch den politischen Entscheidungsträgern heranzutragen. Leider werden wir bisher nur unzureichend informiert. Von einer Teilhabe am Entscheidungsprozess ganz zu schweigen. Vorgebrachte Argumente werden durch Floskeln zurückgewiesen.

Wir bitten Sie, dieses Projekt nicht weiter zu fördern, sondern Ihre Ablehnung im Rahmen Ihrer politischen Entscheidungsmöglichkeiten kundzutun. Sie tragen gerade auch hier eine große Verantwortung gegenüber der heranwachsenden ländlichen Bevölkerung und deren Zukunftsaussichten in den betroffenen Ortschaften.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung und gehen jederzeit gern mit Ihnen in den konstruktiven Austausch!

Agrarbetrieb Grobitz GmbH
Agrarbetrieb Steffen Werner, Rippach
Agrargenossenschaft Langendorf-Borau-Leißling e.G.
Agrar Service Uherek GmbH, Gröbitz
AGRO GmbH Granschütz
BUND Kreisgruppe Burgenlandkreis Bürgerinitiative
Jägergemeinschaft Teucherner Land
Jagdgenossenschaft Granschütz
Jagdgenossenschaft Krauschwitz
Jagdgenossenschaft Nessa
Jagdgenossenschaft Webau
Landwirtschaftsbetrieb Burghard Otto, Zorbau
Landwirtschaftsbetrieb Steffen Werner, Rippach Landwirtschafts GmbH Hohenmölsen
LWB Tobias Wenzel, Langendorf
Milch- und Zuchtfarm Nessa GmbH
NABU RV Saale-Elster e.V.
Naturfreunde Sachsen-Anhalt e.V.
Osterland GmbH Teuchern
Ottomar u. Carsten Vogel GbR, Kleingöhren
Rindermast GmbH Granschütz
Rittergut Wernsdorf GbR

Verfasser: Wolfgang Gotthelf  |  vor dem 01.07.2024

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