Gehorsam führt in die Schuldenfalle - Stadt Hohenmölsen hat 6 Millionen Defizit - Haushaltsbeschluss rückgängig gemacht
Während der Bürgermeister brav die Kreisumlage abnickte und den Landrat vor unangenehmen Bürgerfragen schützt, stürzt seine eigene Stadt in den finanziellen Abgrund.
6 Millionen Defizit, Haushaltsbeschluss von der Kommunalaufsicht kassiert, Gewerbesteuer im freien Fall – und niemand rebelliert. Willkommen in der Gehorsamkeitsschule Sachsen-Anhalts, wo Loyalität nach oben teurer ist als Verantwortung nach unten.
Der Bürgermeister als treuer Vasall? – Stadt zahlt die Zeche
In Hohenmölsen, der knapp 10.000-Seelen-Stadt mit ihren Ortsteilen, ist der Haushaltsbeschluss plötzlich Makulatur. Die Kommunalaufsicht hat Probleme gesehen – und schwupps musste der bereits beschlossene Haushalt wieder zurückgenommen werden. Das Defizit? Rund 6 Millionen Euro. 2025 waren es „nur“ 4 Millionen. In einem Jahr also 50 Prozent mehr Minus. Und das bei einer Stadt, die kaum noch Spielraum hat.Wer trägt die Verantwortung? Bürgermeister Andy Haugk. Derselbe Andy Haugk, der als Kreistagsvorsitzender des Burgenlandkreises der Erhöhung der Kreisumlage zugestimmt hat. Der Landkreis hatte ein Defizit – also wird einfach bei den Städten und Gemeinden mehr abkassiert. Und Haugk hat mitgemacht. Bravo. Während Teuchern und Mertendorf wenigstens den Mut hatten, gegen die Kreisumlage zu klagen und einen Vergleich erstritten, hat der Hohenmölsener Bürgermeister artig genickt. Gehorsamkeit statt Widerstand. Ergebnis: Ein riesiges Loch in der eigenen Stadtkasse.
Wen beschützt der Bürgermeister eigentlich – die Bürger oder den Landrat?
Immer wieder das gleiche Bild: Wenn Bürger kritische Fragen stellen, steht Haugk schützend im Kreistag vor dem Landrat. Loyalität nach oben, Schweigen nach unten. Die Frage drängt sich auf: Fühlt sich der Bürgermeister seiner Stadt verpflichtet – oder dem Landrat und dem politischen Netzwerk, dem er angehört? Die Antwort schreibt gerade die Haushaltslage: 6 Millionen Defizit sprechen Bände.Und während die Bundespolitik Städte und Kommunen systematisch austrocknet, regt sich auf regionaler Ebene bei den Regierungsnahen keinerlei Aufschrei. Kein Protest, kein Aufstand, kein „So nicht“. Stattdessen: Gehorsam. Man trägt mit, man nickt ab, man verteidigt die Linie. Die Städte können dann schauen, wo sie bleiben.
Gewerbesteuer bricht ein – und niemand will’s vorhergesehen haben
Die Gewerbesteuereinnahmen sind um 18 Prozent eingebrochen. Angesichts der seit Jahren laufenden Wirtschaftspolitik war das so absehbar wie der nächste Regen im November. Doch statt Alarm zu schlagen und nach oben zu rebellieren, wird weiter der gehorsame Kurs gefahren. Die Kurve zeigt steil nach unten – und der Bürgermeister hat als Kreistagsvorsitzender selbst mitgeholfen, das Tempo zu erhöhen.Gehorsam hat Tradition – und endet immer gleich
Das ist kein Einzelfall. Gehorsam gegenüber höheren Ebenen führt regelmäßig in die Schuldenfalle. Man denke an Kommunen, die Jahr für Jahr steigende Umlagen und Aufgaben ohne ausreichende Finanzierung schlucken, statt aufzubegehren. Oder an Städte, die teure Vorgaben aus Berlin und Brüssel brav umsetzen, während die eigene Infrastruktur verrottet. Immer dasselbe Muster: Oben wird beschlossen, unten wird bezahlt – und wer nicht rebelliert, zahlt doppelt.Auch in der Privatwirtschaft kennt man das Lied: Manager, die jeder Mode und jedem Berater gehorchen, statt den eigenen Zahlen zu trauen, treiben Unternehmen in die Pleite. Staatsregierungen, die sich widerstandslos in immer neue Verpflichtungen und Umverteilungsspiralen hineinziehen lassen, hinterlassen ihren Bürgern Berge von Schulden. Gehorsamkeit ist bequem. Bis die Rechnung kommt.
Wer brav nickt, endet in der Falle
In Hohenmölsen ist die Rechnung jetzt da. 6 Millionen Defizit, kassierter Haushalt, sinkende Einnahmen – und ein Bürgermeister, der als Kreistagsvorsitzender mit abgestimmt hat. Teuchern und Mertendorf haben wenigstens geklagt. Hohenmölsen hat gehorcht.Gehorsam führt in die Schuldenfalle. Das ist keine Meinung. Das ist die aktuelle Haushaltslage der Stadt Hohenmölsen.
