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Pflichtarbeit 2.0 - oder: Wie aus dem Sozialstaat der „Reichsarbeitsdienst light“ wird


Man reibt sich die Augen. Sachsen-Anhalts designierter Ministerpräsident Sven Schulze will Sozialleistungsempfänger zu „gemeinnütziger Arbeit“ verpflichten.



Man reibt sich die Augen. Sachsen-Anhalts designierter Ministerpräsident Sven Schulze will Sozialleistungsempfänger zu „gemeinnütziger Arbeit“ verpflichten. Das klingt erst einmal geschniegelt, sozial und bürgernah. In Wahrheit riecht es aber verdächtig nach Mottenkiste – und zwar nach der ganz alten. Wer historische Antennen hat, hört da sofort das Klirren der Spaten vom Reichsarbeitsdienst. Nur dass heute kein Gleichschritt marschiert wird, sondern mit Excel-Tabellen und CDU-Pressemitteilungen.

Der Gedanke ist simpel – und gefährlich: Wer Geld vom Staat bekommt, soll gefälligst etwas „zurückgeben“. Klingt nach Stammtisch-Ökonomie. Als ob ein Sozialstaat ein Leihhaus wäre: „Hier ist dein Bürgergeld, aber dafür schrubbst du bitte den Marktplatz, sonst gibt’s Ärger.“ Willkommen in der moralischen Zwangsbewirtschaftung.

Schulze verkauft das als „Bürgerarbeit“. Früher nannte man so etwas ehrlicher: Pflichtdienst. Der Reichsarbeitsdienst war auch „gemeinnützig“, auch „erzieherisch“, auch „integrierend“. Und auch damals hieß es: Arbeit formt den Menschen. Heute sagt man: Druck hilft. Der Sound ist moderner, die Logik ist dieselbe – nur ohne Uniform, aber mit Sanktionen.

Ökonomisch ist das ein Totalschaden

Noch absurder wird es, wenn man die wirtschaftlichen Folgen ernsthaft betrachtet. Kommunen lassen dann Parks pflegen, Grünanlagen säubern, Senioren betreuen, Straßen reinigen – nicht mehr durch reguläre Firmen, sondern durch Menschen, die für ein Taschengeld schuften. Ergebnis?

Kleine Dienstleister gehen pleite.

Handwerksbetriebe verlieren Aufträge.

Reinigungsfirmen, Gartenbauer, soziale Träger werden verdrängt.

Tariflöhne werden durch „Zubrot“ ersetzt.


Das ist keine Integration in den Arbeitsmarkt – das ist staatlich organisierter Lohndumping-Kapitalismus. Die Kommune spart Geld, die Wirtschaft verliert Jobs, und der Sozialstaat wird zum größten Schwarzarbeiter Deutschlands – nur halt legalisiert.

Und dann die moralische Keule: Wer 40 Stunden arbeitet, soll sich nicht ärgern müssen, dass jemand anders Geld bekommt, ohne zu arbeiten, sagt Schulze. Richtig. Aber wer 40 Stunden arbeitet, soll sich auch nicht wundern müssen, dass sein Job morgen von jemandem erledigt wird, der dazu gezwungen wird – für ein paar Euro extra.

Zwang statt Förderung – Ideologie statt Lösung

Was hier als „Reform“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein Rollback. Weg von Qualifizierung, weg von echter Arbeitsmarktintegration, hin zu Disziplinierung. Es geht nicht um Hilfe, sondern um Haltung. Nicht um Perspektiven, sondern um Druck. Der Sozialstaat als Erziehungsanstalt.

Und dann noch dieser nationale Unterton: „für jeden, der hier geboren ist genauso wie für Migranten“. Als ob man noch schnell eine identitätspolitische Fußnote braucht, um die Pflichtarbeit moralisch zu adeln.

Sven Schulze – Initialen mit Geschichte

Kleiner Nebensatz, aber nicht unwichtig: Die Initialen S. S. – in Deutschland ein historisch… sagen wir: belastetes Kürzel. Böse Zungen würden sagen: Ein Wunschkennzeichen bekommt er damit nicht.

Die Politik fährt die Wirtschaft mit voller Kraft an die Wand

Und jetzt kommt die eigentliche Ironie des Ganzen: Dieselbe Politik – inklusive der CDU – die seit Jahren nicht in der Lage ist, die Wirtschaft wirklich in Schwung zu bringen, will plötzlich den Arbeitslosen Beine machen. Jahrzehntelang wurden Bürokratie aufgebläht, Genehmigungsverfahren lähmend langsam gemacht, Steuern und Abgaben hochgeschraubt, Digitalisierung verschlafen und Investitionen zerredet. Ergebnis: Deutschland rutscht im internationalen Wettbewerb ab, verliert Innovationskraft und Standortattraktivität – und statt das eigene politische Versagen einzugestehen, zeigt man jetzt nach unten.

Denn was läuft eigentlich schief?

Nicht die Menschen. Sondern ein System, das Unternehmen mit Formularen erdrückt, Gründer mit Auflagen vergrault und Mittelständler mit Energie-, Steuer- und Dokumentationspflichten stranguliert. Weltweit wettbewerbsfähig wird man nicht, indem man Sozialleistungsempfänger zum Parkfegen zwingt, sondern indem man Rahmenbedingungen schafft, in denen echte Arbeit entstehen kann: schneller, einfacher, unternehmerischer, mutiger.

Und bevor jetzt wieder das übliche politische Propagandamärchen kommt – nein: Es liegt nicht daran, dass die Energiewende „nicht schnell genug“ war oder dass die Autoindustrie „nicht genug E-Autos gebaut“ hat. Das ist die bequeme Ausrede der Politik für ihr eigenes strukturelles Versagen. Wettbewerbsfähigkeit scheitert nicht an fehlender Ideologie, sondern an zu viel davon. An Planwirtschaftsdenken im Gewand der Nachhaltigkeit, an Symbolpolitik statt Standortpolitik.

Erst fährt die Politik mit voller Kraft die Wirtschaft an die Wand – und wenn es dann knirscht, sollen ausgerechnet die Schwächsten im System das kaputte Getriebe wieder anschieben. Mit Zwang. Mit Pflichtarbeit. Mit moralischem Druck.

Was Schulze da fordert, ist kein Fortschritt. Es ist Pflichtarbeit im neoliberalen Tarnanzug. Wer glaubt, man könne soziale Probleme mit Zwang, Druck und billigem Ersatzpersonal lösen, hat aus der Geschichte nichts gelernt – und aus der Wirtschaft offenbar auch nicht.

Oder anders gesagt: Der Reichsarbeitsdienst hatte wenigstens noch den Mut, ehrlich zu sagen, was er war. Heute nennt man ihn „Bürgerarbeit“. Klingt netter. Ist aber genauso falsch.

Wann beginnt die Dienstpflicht?

Erinnert sei an den Kabarettisten Volker Pispers, der einmal in einem seiner Programme die Frage stellte: „Was ist der Unterschied zwischen Ihnen und einem Bürgergeldempfänger?“ Die Antwort war: „12 Monate!“
Nach 12 Monaten Arbeitslosengeld beginnt die Zeit des Bürgergelds und würde damit die Zeit der Dienstpflicht beginnen – für alle!

Wann haben Antifa und Omas gegen Rechts Zeit für Demos gegen die CDU?



Verfasser: АИИ  |  16.01.2026

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