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Bauernproteste auch bei uns? - Es gibt kein Morgen! EU stoppen, jetzt oder nie!


Ein emotionaler Appell aus der Landwirtschaft: Warum Mercosur, Billigimporte und politische Untätigkeit die Existenz bäuerlicher Betriebe bedrohen – und weshalb es kein Morgen mehr gibt.


Anthony Lee: Mitte des Monats wird die Europäische Union darüber abstimmen, ob wir das Mercosur-Abkommen ratifizieren. Also das Abkommen mit Südamerika, das dann beinhaltet, dass zollfrei hier alle Lebensmittel importiert werden dürfen, die nicht ansatzweise unseren Standards entsprechen.

Das erzähle ich seit Jahren. Das erzählen wir alle seit Jahren. Aber anscheinend scheint es der Politik egal zu sein, dem Bürger auch, weil am Regal die Moral endet und die Hauptsache ist, etwas Billiges zu fressen zu haben.

Das ist leider Gottes die blanke Wahrheit. Leider Gottes haben wir aber auch Verbände, denen es anscheinend auch scheißegal ist, ob ihre zahlenden Mitglieder den Bach untergehen oder nicht.

Und ich bin es leid, immer zu hören: Machen wir morgen!


Es gibt kein Morgen.




Landwirt Arne: Alle meine Berufskollegen und ich wollten fragen, wie groß die Verzweiflung ist, die Resignation. Wollen wir nichts mehr machen, wollen wir uns jetzt allen Ernstes aufgeben, Mercosur nachgeben, die ganzen Importe akzeptieren? Getreide – Ukraine, Eier – Ukraine, Fleisch aus Argentinien, Paraguay, Uruguay, Zucker aus Zuckerrohr. Wir wissen ganz genau: Zuckerfabrik, der Preis stimmt nicht mehr. Wir sollen die Anbaufläche um 10 % reduzieren. Milch liegt bei 32 Cent, der Getreidepreis stagniert seit Langem, die Kartoffelbauern stehen ebenfalls unter Druck.

Wollen wir das alles so hinnehmen?

Gemüsebauern können auch nicht mehr weiter aufgrund von Billigimporten. Wir brauchen jetzt einen politischen Willen, dass die deutsche Landwirtschaft überhaupt noch gewünscht ist. Wir sind absolut austauschbar. Deutschland ist auf dem Globus so ein kleines Land, und die Warenströme laufen. Und wenn es politisch und von der Bevölkerung nicht gewünscht ist, dann sind wir hier in Deutschland fertig.

Wir können uns noch einmal zur Wehr setzen. Wir können sagen, wir machen ab dem 8. Januar über einen längeren Zeitraum mit langem Atem Aktionen und weiten das bis zum 12. Januar aus. Am 12. Januar ist die Abstimmung zu Mercosur – quasi genau in sieben Tagen.

Wir haben noch die Möglichkeit, das zu machen. Wir müssen langen Atem beweisen. Und wir müssen das Land vielleicht ein bisschen auf den Kopf stellen. Es muss nichts Schlimmes sein, aber wir müssen zunächst Präsenz zeigen, dass wir noch da sind. Es gibt viele Bereiche, die Probleme haben. Vielleicht kommen noch andere dazu und sagen: Mensch, die sind draußen, wir machen jetzt auch was.

Andere Berufsstände stehen ebenfalls unter Druck. Es sieht nicht gut aus. Und wenn die Landwirtschaft schwindet, schwindet auch die Landtechnik und überhaupt alles, was daran hängt. Düngerfabriken machen zu. Wir können nicht mehr ausreichend düngen und verlassen uns komplett auf das Ausland.

Uns wird immer suggeriert, der Weltmarkt sei voll, es sei ja so viel da. Da müsste eigentlich der Hunger auf der Welt längst beendet sein. Ist das denn so? Hungern wirklich keine Menschen mehr? Uns wird vorgaukelt, es sei alles in Hülle und Fülle vorhanden.

Aber alles ist abhängig von Transportwegen. Und wenn da mal irgendetwas schiefgeht, wenn Infrastruktur zerstört wird oder Lieferketten unterbrochen werden, dann geht hier gar nichts mehr.


Anthony Lee: Kurzer Einwand, Arne. Biogasanlagen in Deutschland könnten 20 % des gesamten deutschen Gasverbrauchs ersetzen. Spielt aber jetzt keine Rolle mehr, denn das hat man überhaupt nicht berücksichtigt. Obwohl sie nicht nur Strom, Wärme und Gas produzieren, was – fragt man die Berliner – gar nicht mal so unwichtig ist. Man will es gar nicht.

Arne: Und jeder Betrieb, der zumacht, macht nie wieder auf. Appell an die Berufskollegen: Wir müssen alle mitmachen. Es sieht nicht danach aus, dass sich in absehbarer Zukunft etwas zum Besseren ändert.

Anthony Lee: Das Schlimme ist: Mein Freund Arne hat komplett recht. Er hat sogar die Winzer vergessen. Deutschen Weinbau wird es wahrscheinlich gar nicht mehr geben. Ich erinnere mich an einen Videoausschnitt von Wolf Matthias Mang: „Wir müssen achtgeben, dass wir hier kein Industriemuseum werden zwischen den USA und Asien, wo Touristen aus aller Welt kommen. Ja, wir sind grün und arm, aber wir sind sexy, weil wir Rieslinge und Burgruinen haben.“
Die Burgruinen haben wir vielleicht noch eine Zeit lang, aber den Riesling dann nicht mehr. Scheißegal, ist auch ersetzbar.

Und ich weiß, dass es Berufskollegen gibt, die gerade tatsächlich Geld verdienen. Wer sich Rind oder Hühnchen anschaut, der freut sich derzeit über günstiges Getreide. Nicht alle, aber einige. Doch euch muss klar sein: Auch wenn ihr jetzt Geld verdient – vor einem Jahr war es noch ganz anders. Da haben andere Branchen gut verdient und ihr nicht. Das wechselt ständig. Zufall? Verschwörungstheorie? Wie auch immer.

Wenn der Berufskollege im Ackerbau nicht mehr da ist und das Futter für eure Tiere von woanders herkommen muss, wird es zwangsläufig teurer. Oder ist das unlogisch? Wohl kaum.

Habe ich Angst vor der Zukunft? Ja, selbstverständlich. Ist es schlimm, Angst zu haben? Nein. Viel schlimmer ist es, wenn ich irgendwann alt und gebrechlich im Bett liege, alles den Bach runtergegangen ist und ich mich – falls ich noch rankomme – in den Arsch beiße, weil ich nichts getan habe. Und das gilt für alle in diesem Land, für alle in der Europäischen Union.

Wir sehen, dass die Berufskollegen in Frankreich aufstehen. Ich schätze, auch die Polen werden aufstehen. Vielleicht auch die Italiener, obwohl Italien angekündigt hat zuzustimmen. Mal sehen, was die italienischen Berufskollegen dann machen.

In den Medien werdet ihr das nicht sehen. Ihr habt auch nicht gesehen, dass griechische Landwirte wochenlang auf der Straße waren und den Flughafen auf Kreta lahmgelegt haben. Das sollt ihr nicht sehen.

Ich finde das erbärmlich. Nein, ich finde es sogar asozial und schäbig, wenn Leute weiterhin sagen: Die Politik wird es schon richten. Und dann gehen sie wieder zur Wahlurne und wählen denselben Dreck, der genau dafür gesorgt hat, dass es so gekommen ist.

Ich mache das seit Langem nicht mehr mit. Und ihr solltet euch langsam fragen: Wie lange macht ihr das noch mit?


Verfasser: Redaktion  |  07.01.2026

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