Großer Erfolg: Grüne Fernwärme macht das Heizen teurer! Hervorragende Aussichten, oder?


Es gibt fantastische Nachrichten für die Einwohner in Hohenmölsen. Die Fernwärme soll auf grün umgestellt werden, und das bedeutet, dass das Heizen teurer wird. Doch wer jetzt denkt, das betreffe nur Hohenmölsen, der hat seine Rechnung sicherlich ohne seinen Heizungsversorger gemacht. Das wird sicherlich so ziemlich alle Menschen in der Republik betreffen.



Am 20.11.2025 wurde im Hohenmölsener Stadtrat das neue Fernwärmekonzept vorgestellt. Dank der von vielen geliebten Führer in Berlin und Brüssel soll Deutschland CO₂-neutral werden. Es wurde beschlossen, dass die heimische Braunkohle nicht mehr für die Verstromung und das Heizen verwendet werden soll.

Städte und Gemeinden dürfen deswegen mit einem nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand sogenannte kommunale Wärmeplanungen erstellen, um zu klären, wie diese Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung erreicht werden kann.

Das Hoffmann Ingenieurbüro wurde beauftragt, den Status quo zu ermitteln und zu eruieren, wie diese CO₂-freie Wärmeerzeugung gelingen könnte. Download dieser Präsentation hier

Festgestellt wurde, dass Solarthermie nur 20 Prozent des benötigten Jahresertrages der Heizperiode decken kann.

Es wurde sich ebenfalls über Geothermie Gedanken gemacht. Den Diagrammen ist zu entnehmen, dass sich bei intensiver Erdwärmenutzung die Solemitteltemperatur merklich absenken würde. Außerdem hat man festgestellt, dass es ab einer Bohrtiefe von 80 Metern zur Auswaschung des Zechsteins kommen würde, was zur Bildung von Hohlräumen führt, die oft zu Oberflächensenkungen (Subrosionssenken) oder Erdfällen führen können. Man kommt zu dem Ergebnis, dass oberflächennahe Geothermie wirtschaftlich und landschaftsplanerisch nicht darstellbar ist.

Die Wärmeerzeugung soll bis zum Jahr 2039 zu 30 Prozent durch Luft-Wasser-Wärmepumpen und das PtH-Modul IKW Wählitz (PtH – Power to Heat = Strom zu Wärme) und zu 70 Prozent aus Erdgas erfolgen. In weiser Voraussicht haben die von vielen geliebten Führer in Berlin und Brüssel beschlossen, dass die EU spätestens zum 1. November 2027 kein Gas mehr aus Russland importieren soll – und zwar weder Flüssiggas (LNG) noch über Pipelines. Das auch für Hohenmölsen benötigte Erdgas muss demnach mit Tankern aus anderen Regionen der Erde herangeschippert werden. Inwieweit das klimafreundlicher ist, darf sich jeder selbst denken.

Ab 2040 soll die Wärmeerzeugung zu 20 Prozent aus Erdgas, 15 Prozent aus Biomasse und 65 Prozent durch Luft-Wasser-Wärmepumpen erfolgen. Wärmepumpen benötigen logischerweise Strom. Wie dieser in den Monaten, in denen die Sonne kaum scheint und der Wind zuweilen auch nicht weht, erzeugt wird, geht aus dem Konzept nicht hervor. Zumal zu diesem Zeitpunkt – geht es nach der Ideologie der von vielen geliebten Führer – die Zahl der E-Autos vorzugsweise 100 Prozent betragen soll, die in den Wintermonaten erhebliche Reichweiteneinbußen verzeichnen und daher öfter geladen werden müssen. Ohne Erdgas funktioniert das Konzept nach bisherigem Stand trotzdem nicht.

Frenetisch freuen dürfen sich die Einwohner von Hohenmölsen aber darüber, dass die Endkundenpreise steigen werden. Die grandiose Energiewende zeigt also ihre Wirkung.

In der Zusammenfassung heißt es:

» Die Fernwärme Hohenmölsen muss ab 2027 wahrscheinlich mit der Wärmeplanung beginnen.

» Die Potenzialabschätzung hat ergeben, dass das Angebot an regenerativer bzw. unvermeidbarer Abwärme in Hohenmölsen begrenzt ist.

» Die regenerative Wärme muss daher zu einem überwiegenden Teil mit Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugt werden. Biomasse und Elektroenergie können den Wärmemix ergänzen. Die Technologien sind erprobt und verfügbar.

» Der Endkundenpreis wird im Zuge der Dekarbonisierung der Fernwärme ohne Berücksichtigung der Inflation von derzeit etwa 17 auf 20 Cent/kWh ansteigen.


Über den Tellerrand geschaut

Die Vorgaben, eine Energiewende durchführen zu müssen, basieren auf der Erzählung, dass das CO₂, das der Mensch verursacht, ausschließlich zur Erwärmung der Atmosphäre beiträgt. Der CO₂-Anteil in der Atmosphäre beträgt ca. 400 ppm (0,04 Prozent bzw. 400 CO₂-Moleküle innerhalb von 1 Million Luftmolekülen). Der Anteil des Menschen an diesen 400 ppm beträgt ca. 3 Prozent (also 12 ppm bzw. 0,0012 Prozent CO₂-Anteil der Luft). Der Anteil Deutschlands an diesen 12 ppm beträgt ca. 1,7 Prozent (also 0,204 ppm bzw. 0,0000204 Prozent CO₂-Anteil in der Atmosphäre). Die ca. 388 ppm CO₂ natürlichen Ursprungs sind aus Sicht der Politik nicht für die Erderwärmung verantwortlich.

Auch in den 1850er Jahren wurden CO₂-Konzentrationen von ca. 400 ppm gemessen. Es gab demnach keinen tatsächlichen Anstieg. Ans Herz gelegt sei dieses unterhaltsame Video zu diesem Thema und was sich der künstlichen Intelligenz entlocken lässt:


Hinsichtlich der gemessenen Erhöhung der Temperatur in der Atmosphäre gibt es zunehmend Kritik. Es werden die Effekte städtischer Wärmeinseln und die Unterschiede der Messungen in Wald und Feld kaum berücksichtigt. Wenn die städtische Bebauung zunehmend an die Messstationen heranwächst, messen diese Stationen zwangsläufig höhere Temperaturen an diesen Messpunkten.

Ebenfalls bekannt ist, dass in der Historie zuerst die Temperatur stieg und es danach zu einem Anstieg des CO₂ kam. Allerdings fielen die Temperaturen auch wieder, und danach sank der Anteil des Spurengases CO₂.


Wann erfolgt der Erkenntnisgewinn in der Regionalpolitik?

Die Frage, die sich bei solchen durch Ideologie getriebenen Projekten immer stellt, ist, wann sich die Regionalpolitik auch für die Erkenntnisse der Kritiker interessiert und auf die Landes-, Bundes- und EU-Politik einwirkt. Denn auch wenn solche Projekte wie die Umstellung der Fernwärme in Hohenmölsen weitestgehend durch Fördermittel finanziert werden und sich Regionalpolitiker gern damit brüsten, wie toll es ihnen gelungen ist, diese Fördermittel einzuwerben, ist sicherlich auch diesen Regionalpolitikern klar, dass Fördermittel Steuergelder sind, die letztendlich immer von den Bürgern aufgebracht werden müssen.

Jeder Cent, der für Heizkosten ausgegeben werden muss, fehlt den Bürgern an anderen Stellen.

Vielleicht schaut sich der eine oder andere Regionalpolitiker auch dieses Interview an. Dieter Böhme kommt zum Schluss, dass Deutschland nicht genug Fläche hat, um die notwendige Energie zu erzeugen. Autarkie oder CO₂-Neutralität ist demnach nicht erreichbar.


Ein weiterer Effekt der Energiewende schafft große Probleme in der ostdeutschen Chemieindustrie. Es wird vor einem Verlust von 63.000 Arbeitsplätzen gewarnt, was auch unsere Region betrifft.

Die Regionalpolitik steht also vor der Entscheidung, ob sie das alles weiterhin mitträgt und sich, ohne zu hinterfragen, lediglich als verlängerter Arm der Bundes- und EU-Politik versteht, oder ob sie ihre Aufgabe darin sieht, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort zu sichern und zu verbessern. Zumal die Regionalpolitiker direkt von den Menschen vor Ort gewählt werden.

Man kann sicherlich davon ausgehen, dass, wenn die Bundes- und EU-Politik durch die Regionalpolitik ohne Widerspruch und ohne Rücksicht auf Verluste umgesetzt wird, die Bürger ihr Missfallen spätestens bei den nächsten Wahlen zum Ausdruck bringen werden. Wer auch auf regionaler Ebene wiedergewählt werden will, wird zwangsläufig weit über den Tellerrand hinausblicken müssen und auch das durchdenken, was Kritiker von sich geben.
Verfasser: Michael Thurm  |  23.12.2025
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