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Schulstreik gegen Wehrpflicht - Wer gegen das Regierungs-Narrativ demonstriert, wird sanktioniert!


Demokratie, das ist immer wieder Thema, auch im Schulunterricht. Denn Demokratie ist wichtig. Doch nun können Schüler live erleben, wie Demokratie tatsächlich gemeint ist. Also diese „unsere Demokratie“.



Landauf, landab wurde für den 5.12.2025 zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht aufgerufen. Junge Menschen sind gegen eine Wehrpflicht. Doch im Gegensatz zum Streik für Maßnahmen gegen den Klimawandel (Steuern, Abgaben, Einschränkungen, Verbote) - Fridays for Future - ist man im Schulbetrieb dagegen, dass die Streiks während der Unterrichtszeit stattfinden. Der Mitteldeutsche Rundfunk hat dies ganz gut aufgedröselt.

Schüler, die während der Schulzeit ihre Meinung mittels eines solchen Streiks gegen die Wehrpflicht, die sie alsbald selbst betreffen dürfte, kundtun wollen, sollen sanktioniert werden. Und auch die Schülervertretung lehnt solche Demonstrationen ab. Man lässt sich viele Begründungen einfallen, warum die Schüler zwar streiken dürfen, aber bitte so, dass es niemanden tangiert.

Im Unterricht soll das Thema Wehrpflicht behandelt werden – also die Lehrkraft wird wohl erklären, dass der Russe böse ist, bald vor der Tür steht und deswegen militärisch aufgerüstet werden muss. Und selbstverständlich braucht es Soldaten, die an der Front verheizt werden können. Das Vaterland müsse verteidigt werden, die Freiheit, die Demokratie. Das übliche Sprech, das tagein, tagaus gepredigt wird.

Doch wie frei sind Schüler, wenn sie nicht selbst bestimmen dürfen, wann sie gegen Regierungsmaßnahmen streiken? Wie demokratisch ist es, wenn jene, die durch Streiks ihre Meinung äußern wollen, sanktioniert werden sollen?

Dieses Beispiel könnte, wenn es durchdacht wird, ein sehr gutes Lehrstück sein, das definitiv im Unterricht behandelt werden sollte. Wer gegen das Regierungs-Narrativ demonstriert, wird sanktioniert. Wer für das Regierungs-Narrativ demonstriert (Fridays for Future) darf selbst verständlich die Schule „schwänzen“.

Die Frage ist, ob sich Schüler und deren Eltern etwas daraus machen, wenn auf dem Zeugnis bei „unentschuldigte Fehltage“ eine 1 steht. Die Frage ist die, die auch einmal die Sängerin Nena stellte: „Die Frage ist nicht, was wir dürfen. Die Frage ist, was wir mit uns machen lassen“.

Schüler dürfen nun mit ihren Eltern darüber nachdenken und ihre Schlüsse ziehen.

Wer soll wirklich in einem Krieg verteidigt werden? Das Vaterland oder die Regierung?
Warum reicht eine Berufsarmee plötzlich nicht mehr aus?
Warum versucht die Regierung nicht zu deskalieren, damit es gar nicht erst zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt?

Einbezogen werden darf durchaus, dass in einer echten Demokratie die Herrschaft vom Volke ausgeht. Einbezogen werden darf auch, dass Schulen, Schulleitungen und Lehrkräfte so gesehen Bildungsdienstleister sind. Ja, sie haben einen Erziehungsauftrag, aber nur in den Grenzen des Grundgesetzes. Im Artikel 6 GG heißt es dazu: Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Ämter, Behörden, Institutionen, Schulleitungen und Lehrkräfte stehen demnach nicht über den Eltern, wenn es um das eigene Kind geht.

In §1 des Schulgesetzes von Sachsen-Anhalt steht in Absatz 2:
In Erfüllung dieses Auftrages ist die Schule insbesondere gehalten,
1. die Schülerinnen und Schüler zur Achtung der Würde des Menschen, zur Selbstbestimmung in Verantwortung gegenüber Andersdenkenden, zur Anerkennung und Bindung an ethische Werte, zur Achtung religiöser Überzeugungen, zu verantwortlichem Gebrauch der Freiheit und zu friedlicher Gesinnung zu erziehen,
2. die Schülerinnen und Schüler auf die Übernahme politischer und sozialer Verantwortung im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vorzubereiten,
3. den Schülerinnen und Schülern Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit dem Ziel zu vermitteln, die freie Entfaltung der Persönlichkeit und Begabung, eigenverantwortliches Handeln und Leistungsbereitschaft zu fördern ...


... und noch viele weitere tolle Sachen.

Eventuell gehen die Schüler mal das Schulgesetz mit den Lehrkräften, Schulleitungen und den Zuständigen in den Bildungsministerien durch, um die Fragen zu klären, warum Schüler von den Schulen sanktioniert werden sollen, wenn sie doch nur das tun, was ihnen die Schulen beibringen, zu was die Schulen sie befähigen sollen.
Verfasser: Michael Thurm  |  04.12.2025
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