Friedensdemo in Weißenfels am 19. November 2025: „Nein zu Kriegstreiberei - Ja zu Diplomatie“
Trotz Wind und Kälte versammelten sich am Mittwochabend etwa 30 bis 40 Menschen auf dem Marktplatz in Weißenfels zur letzten Montagsdemo des Jahres 2025.
Die regelmäßige Friedenskundgebung, die seit Jahren jeden dritten Mittwoch im Monat stattfindet, stand diesmal unter dem Motto „Wie uns Propaganda und Politik in den Krieg führen“ und richtete scharfe Kritik an der aktuellen deutschen Außen- und Sicherheitspolitik.
Kritik an Aufrüstung und Kriegsrhetorik
Die Redner – darunter der Organisator Rainer Pfannenschmidt, Wolfgang Gotthelf, Katrin Jährling-Fricke (stellv. BSW-Kreisvorsitzende Burgenlandkreis) und weitere Bürger – warfen der Bundesregierung vor, das Land systematisch auf einen großen Krieg vorzubereiten. Besonders ins Visier genommen wurden Verteidigungsminister Boris Pistorius („weitere 3 Milliarden Euro Militärhilfe für Kiew 2026“), CDU-Chef Friedrich Merz und Grünen-Politiker wie Anton Hofreiter und Roderich Kiesewetter. Begriffe wie „kriegstüchtig“ und „Spannungsfall“ wurden als bewusste Normalisierung militärischen Denkens gebrandmarkt. Mehrfach fiel der Vergleich zur Aufrüstungsphase vor 1939.Korruption in der Ukraine und Medienkritik
Ein wiederkehrendes Thema war die anhaltende Korruption in der Ukraine („Platz 105 weltweit“), die jüngst durch neue Skandale Schlagzeilen machte. Die Redner fragten, warum deutsche Steuerzahler Milliarden in ein derart korruptes System pumpen sollen, während zu Hause Renten, Bildung, Krankenhäuser und Infrastruktur kaputtgespart werden.Besonders heftig kritisiert wurde die Einseitigkeit der deutschen Medien. Als positives Gegenbeispiel wurde der Auftritt des Strafrechtsprofessors Reinhard Merkel in einer ZDF-Talkshow vor wenigen Wochen genannt, bei dem er den „Dauergästen“ scharf entgegengetreten war. Viele Zuschauer-Kommentare (27 % kritisch) hätten danach die „Hetze“ und den Verlust von Objektivität angeprangert.
Abgelehntes russisches Angebot
Mehrere Redner verwiesen auf das russische Angebot vom 28. Oktober 2025, Europa eine verbindliche Nichtangriffsgarantie zu geben – ein detailliert ausgearbeiteter Vertragsentwurf, der in deutschen Medien praktisch totgeschwiegen und von der Bundesregierung rundweg abgelehnt wurde. „Stattdessen heißt es nur: Die Russen sollen aufhören zu schießen“, kritisierte ein Sprecher die Bundespressekonferenz.Ironische Spitzen gegen „Russenhass“ und Doppelmoral
Mit beißender Ironie wurde der in Westdeutschland verbreitete „Russenhass“ verspottet: „Die Russen haben den Irak überfallen, stimmt’s? Und in Venezuela stehen russische Flugzeugträger? Ach nee, das waren ja die Amerikaner…“ Auch der Vorschlag, Kriegsbefürworter wie Kiesewetter und Hofreiter selbst an die Front zu schicken, sorgte für Lachen.Aufruf zu mehr Zivilcourage
Trotz der geringen Teilnehmerzahl („Wir müssen viel mehr und viel lauter werden“) zeigte sich die Stimmung kämpferisch. Die Redner betonten immer wieder: Krieg ist keine Naturkatastrophe, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen. Frieden sei keine Naivität, sondern die mutigste und verantwortungsvollste Politik.Patrik Baab in Weißenfels am 10.12.2025 - Ausblicke
Abschließend warb Rainer Pfannenschmidt intensiv für den Vortrag des Journalisten Patrik Baab am 10. Dezember 2025 um 19 Uhr im Bootshaus Weißenfels (Eintritt 10 €, Abendkasse). Baab, bekannt für seine kritischen Recherchen zum Ukraine-Krieg, soll mit Fakten und sachlicher Argumentation das entgegensetzen, was die Demonstranten als „täglichen Medienmist“ bezeichnen. Gleichzeitig wurde um Spenden gebeten, um auch 2026 weitere Veranstaltungen und Redner (u. a. möglicherweise Prof. Reinhard Merkel) nach Weißenfels holen zu können.Die nächste Demo ist für den 19. Januar 2026 geplant. Die kleine, aber entschlossene Gruppe in Weißenfels will weiter ein Zeichen setzen – gegen Kriegsvorbereitung, gegen Medieneinseitigkeit und für eine Rückkehr zu Diplomatie und Vernunft.
