Rüdiger Erben für Wiedereinführung der Wehrpflicht! - Aber gegen wen wollen wir kämpfen?
In der Landtagssitzung von Sachsen-Anhalt am 21. und 22. August 2025 hat der SPD-Abgeordnete Rüdiger Erben eine deutliche Position zur Wehrpflicht und zur aktuellen Sicherheitslage bezogen.
Erben kritisierte die laufende Debatte über eine mögliche Stationierung von Bundeswehrsoldaten in der Ukraine scharf. Ein solcher Einsatz sei rechtlich und praktisch nicht umsetzbar – schon allein, weil weder Russland noch China einem Mandat des UN-Sicherheitsrates zustimmen würden. Zudem forderte er die Bundesregierung und den Bundeskanzler auf, die Diskussion rasch zu beenden. Eine Zustimmung der SPD zu deutschen Kampftruppen in der Ukraine werde es nicht geben.
Zu Beginn seiner Rede erinnerte Erben daran, dass am Hindukusch – in Afghanistan – angeblich die Sicherheit Deutschlands verteidigt worden sei. Angesichts der Realität der vergangenen Jahre drängt sich jedoch ein anderes Bild auf: Zahlreiche Flüchtlinge aus Afghanistan sind nach Deutschland gekommen, und nicht wenige Schlagzeilen berichten von schweren Straftaten bis hin zu Gewalttaten. Wenn Afghanistan einst eine Bedrohung dargestellt haben soll, stellt sich die Frage, warum heute – unter den Taliban – angeblich keine Gefahr mehr ausgeht. Diese Widersprüche lassen Zweifel daran aufkommen, ob die damalige Begründung des Einsatzes jemals stichhaltig war.
Stattdessen stellte Erben die Landes- und Bündnisverteidigung in den Vordergrund. Die Bundeswehr müsse personell und materiell so ausgestattet sein, dass sie ihre verfassungsmäßigen Aufgaben erfüllen könne. Dabei plädierte er erneut für die Rückkehr zur Wehrpflicht, deren Aussetzung er als schweren Fehler bezeichnete. Die Abschaffung habe nicht nur die Einsatzfähigkeit der Armee geschwächt, sondern auch die Verbindung zwischen Bundeswehr, Politik und Gesellschaft gekappt.
Besonders betonte Erben, dass politische Debatten zur Wehrpflicht oft von Menschen geführt würden, die selbst nicht mehr betroffen sind. Das Durchschnittsalter der Redner im Landtag liege bei über 50 Jahren. Notwendig sei jedoch, die junge Generation stärker einzubeziehen und ihr klar zu machen, wofür sie dienen und was sie verteidigen solle. Doch reicht diese Frage aus? Müsste es nicht vielmehr heißen, wen die jungen Menschen eigentlich verteidigen sollen? Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es immer wieder die Politik war, die Kriege begonnen oder forciert hat – nicht die Bürger. Daraus ergibt sich die kritische Frage, ob Wehrpflichtige letztlich immer für die Interessen der Politik kämpfen sollen, statt für die Sicherheit der Bevölkerung.
Sein Fazit: Eine einsatzbereite Bundeswehr braucht nicht nur moderne Ausrüstung und Infrastruktur, sondern auch eine breite gesellschaftliche Verankerung. Nur so könne der Grundsatz gelten: „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen.“
