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Rüdiger Erben kritisiert innovatives Ampelkonzept der Stadt Weißenfels - zu Unrecht?


Die Stadt Weißenfels steht in der Kritik von Rüdiger Erben, obwohl sie ein innovaties Konzept ganz subtil testet, was viele Probleme lösen kann.



Rüdiger Erben sieht das anders. Er schreibt auf Facebook:
„Sachsen-Anhalt wird älter. Der Anteil der Menschen, die eingeschränkt sind und nicht bei zu kurzen Grünphasen über breite Fahrbahnen ‚sprinten‘ können, ist hier deutlich höher. Eine besonders betroffene Stelle ist die Querung der Merseburger Straße (Landesstraße L 182) im Norden von Weißenfels am ‚Kaffeehaus‘. Hier und an anderen Stellen braucht es eine fußgängerfreundliche Steuerung, indem die Grünphase so verlängert wird, dass ältere oder behinderte Menschen gefahrlos über die Straße kommen.“


Doch betrachten wir diese Angelegenheit mal aus einer größeren Perspektive.


Weiß noch jemand, was die großen Themen vor der Corona-Pandemie waren? Ja, genau – das Thema Mindestrente. Die von vielen geliebten Politiker diskutierten heiß darüber, ob pauschal alle Rentner eine Mindestrente erhalten sollten, um sie aus der Altersarmut zu holen oder ihnen zumindest den Antrag auf Sozialhilfe zu ersparen.
Dies hätte wohl rund zwei oder drei Milliarden Euro pro Jahr gekostet. Das war der Politik zu teuer. Alte Menschen waren der Politik zu teuer.

Landrat Götz Ulrich erklärte in den vergangenen Kreistagssitzungen mehrfach, dass die Zahl der Menschen, die einen Zuschuss für die Unterbringung in Pflegeheimen beantragen, gestiegen ist. Die bemitleidenswerten Mitarbeiter der Kreisverwaltung schaffen es kaum, diese Antragsflut zu bearbeiten. Die Bearbeitung eines Antrags dauert ca. acht Monate.

Nicht nur auf Bundesebene wird regelmäßig auf den demografischen Wandel verwiesen. Es gibt mehr und mehr alte Menschen – also diese Rentner – die eine ganze Menge Geld kosten – also diese Rente. Deswegen müssen die Rentenzahlungen gesenkt und die Beiträge erhöht werden. Und die Alten sollen länger arbeiten. Laut Ansicht einiger der von vielen geliebten Politiker sind die Alten dafür fit genug, um weiterhin für das Bruttoinlandsprodukt, für die Wertschöpfung und Steuerzahlungen täglich unterwegs zu sein.

In Erinnerung ist vielen sicherlich folgender Witz:
Bis 65 Jahre dürfen alte Leute bei Rot über die Ampel gehen, ab 65 müssen sie.

Innovative Selektion an der Ampel


Betrachtet man also all diese Gesichtspunkte, gibt es an dem überaus innovativen Ampelkonzept der Stadt Weißenfels absolut nichts zu kritisieren – außer, dass die Grünphasen vielleicht sogar zu lang sind.

Wer es innerhalb dieser Zeit ohne Probleme schafft, auf die andere Straßenseite zu gelangen, der ist fit und darf ein produktives Mitglied unserer Gesellschaft, unserer Solidargemeinschaft bleiben.

Und alle anderen – na ja – die sind sowieso nur noch Kostenfaktoren. Die Selektion erfolgt dann eben an der Ampel.

Die Stadt Weißenfels hat offensichtlich erkannt, wie die vielen Probleme, die durch diese alten Leute entstehen, auf subtile Weise gelöst werden können.

Dies sollte man sicherlich hoch anerkennen – oder?
Verfasser: Maximus Polemikus  |  05.06.2025
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