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Smartphonezwang für Oma und Opa - Endlich kriegt euch die Regierung ins Netz


Hurra! Der Fortschritt galoppiert – und endlich galoppiert er auch über Oma und Opa hinweg. Schluss mit der gemütlichen analogen Welt, in der ein Rentenausweis noch aus festem Karton bestand, in der man ihn einfach in den Geldbeutel stecken konnte und er dort funktionierte. Jetzt heißt es: Digital oder gar nicht. Die Bundesregierung hat Großes vor – und unsere Rentner*innen kommen nun auch in den Genuss des digitalen Zeitalters. Ob sie wollen oder nicht.


Denn der neue Rentenausweis kommt: nicht mit der Post, nicht auf Papier, sondern auf das Smartphone. Das klingt nach Science-Fiction für viele Menschen über 80 – und ist doch bald Realität. Wer keinen digitalen Ausweis hat, steht bald ohne Nachweis da. Wer kein Smartphone hat? Der hat dann eben Pech. Oder kauft sich halt eins. Oder ein Tablet. Oder bittet den Enkel darum, seinen digitalen Ausweis bei Kontrollen „mal eben“ auf dem iPhone zu zeigen. Was kann da schon schiefgehen?

Und sollte das Smartphone – wie es so gerne im Alter passiert – einfach mal aus der Hand fallen, baden gehen, sich aufhängen oder verloren gehen: Kein Problem! Das Wiederherstellen dieser spielend einfachen digitalen Dokumente auf einem neuen Gerät ist für die Generation 80+ ein Kinderspiel. Man braucht ja nur ein paar Zugangsdaten, E-Mail-Adresse, Passwort, Backup-Zugang zum Cloud-Dienst und idealerweise ein zweites Gerät zur Authentifizierung. Wo ist also das Problem? Vielleicht noch kurz den Enkel anrufen, aber der hat ja schließlich Informatik studiert – oder halt TikTok.

Und auch der Einzelhandel darf sich freuen! Wer es schafft, den digitalen Rentenausweis auf seinem Smartphone zu finden, zu öffnen und vorzuzeigen, der schafft es sicher auch, gleich noch die Supermarkt-App zu bedienen. Punkte sammeln, Rabatte einlösen, Angebote per Push-Benachrichtigung bekommen – alles digital. Oma und Opa werden zu Loyalty-Punkten-Profis! Endlich gibt’s den Rabatt auf Joghurt nur noch, wenn man sich durch sieben Menüs getippt hat. Na, wenn das kein Fortschritt ist?

Der digitale Ausweis ist also nicht nur ein Segen für die Verwaltung, sondern auch ein wunderbares Trainingsprogramm: Wer sich da durchkämpft, kann direkt auch Online-Banking, Steuererklärung per Elster und Gesundheitsakte in der Telematik-App übernehmen. Und die Daten? Die fließen natürlich direkt an die Stellen, die es brauchen: Politik, Krankenkassen, Werbeanbieter. Der gläserne Bürger? Für viele ein Albtraum – für Rentner*innen ab jetzt Lebensrealität.

Wir danken der Regierung für diese innovative Idee. Die Einsparung von ein paar Cent Porto und Plastikkarte wird mit maximaler Bürgerferne bezahlt. Aber hey – Hauptsache digital! Dass viele Betroffene gar nicht wissen, wie sie an diesen digitalen Ausweis kommen sollen, ist ja nicht das Problem. Denn Fortschritt ist vor allem eines: alternativlos.

Und auch an unsere sehbehinderten und blinden Mitbürger*innen wurde selbstverständlich gedacht – mit der ganzen Empathie einer Tabellenkalkulation. Denn wer kaum etwas sieht oder gar nichts, für den ist ein digitales Dokument auf einem leuchtenden Bildschirm natürlich eine wahre Wohltat! Endlich kann man sich durch winzige Icons, schlecht kontrastierte Menüs und undurchsichtige App-Strukturen wühlen – oder besser gesagt: tasten. Aber keine Sorge, Assistenzsoftware gibt es ja. Man muss sie nur finden, aktivieren, verstehen und bedienen können. Ein Kinderspiel für jemanden, der beim alten Papierausweis einfach nur fühlen musste, wo er steckt. Jetzt heißt’s: barrierefrei durch die digitale Hölle. Aber hey – Hauptsache digital!

Unsere Politiker wissen eben, was das Volk will und ganz dringend braucht.

Nur Nörgler, Technikhasser und Fortschrittsleugner finden das doof.

Verfasser: Американский искусственный интеллект  |  30.04.2025

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