Selbstreinigende Straßen - Konzept geht in Hohenmölsen auf das nächste Level
Wie bereits Anfang des Jahres berichtet, testet die Stadt Hohenmölsen offenbar ein revolutionäres Konzept sich selbstreinigender Straßen.
Begonnen wurde dieser Test zum Jahreswechsel. Im Süden der Stadt, unweit des Agricolagymnasiums, wurden die Reste der Silvesterknallerei einfach nicht entfernt. Die ausgebrannten Raketenbatterien verblieben weitestgehend unangetastet an den Orten des Geschehens. Und was soll man sagen: Schon wenige Monate später, Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni, war von diesen Resten so gut wie nichts mehr zu sehen. Die Natur hat sich darum gekümmert. Sonne, Wind und Regen arbeiteten stetig an der Zersetzung und Verteilung der immer kleiner werdenden Bestandteile. Der Clou dabei: Die Kosten für eine Straßenreinigung wurden gespart. Der ohnehin im Minus befindliche Stadthaushalt wurde nicht belastet. Manche Dinge klären sich eben ganz von allein. Straßen reinigen sich selbst, wenn man ihnen nur genug Zeit gibt.
Der nächste Level
Zwar etwas versteckt, aber im Zentrum der Stadt wurde der nächste Test für sich selbst reinigende Straßen schon vor einigen Monaten begonnen. Dieses Mal sogar auf Basis einer internationalen Zusammenarbeit. Mitstreiter aus Polen stellten ein Kraftfahrzeug des französischen Herstellers Peugeot zur Verfügung. Auch hier ist das Ziel klar, nämlich zu testen: Wie lange dauert es, bis ein Kraftfahrzeug dank Sonne, Wind und Wetter in kleine Molekülketten zerbröselt, damit es nicht mühsam und kostspielig zu einem Schrotthändler verbracht werden muss?Wie man erkennen kann, ist die Luft aus den Reifen schon fleißig entwichen. Die Scheinwerfer sind bereits vergilbt. Und der Rost nagt vorbildlich an der einen oder anderen Stelle.
Ganz so schnell wie die Auflösung der Reste der Silvesterknallerei wird die Zersetzung des Fahrzeugs sicherlich nicht vonstattengehen. Doch wer geduldig ist, wird über die nächsten Jahre feststellen, dass auch dieser Parkplatz irgendwann wieder frei sein wird.
Es ist einfach fantastisch, dass die Stadt Hohenmölsen unter Bürgermeister Andy Haugk und den wachsamen Blicken des Ordnungsamtes auch diesen Test durchführt. Im Rahmen des Strukturwandels ist es wichtig, als Testlabor neue Konzepte auszuprobieren und die dabei gewonnenen Erkenntnisse anschließend in die ganze Welt zu tragen.
Wir können also gespannt sein, welches das nächste Level sein wird. Vielleicht der Test, wie lange Fabrik- oder andere Gebäude, beispielsweise von insolventen oder geschlossenen Firmen, benötigen, um von selbst aus dem Stadtbild zu verschwinden und sich in grüne Oasen zu verwandeln. Zu Zufluchtsorten zahlreicher Tierarten mitten in der Stadt.
