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Schrumpfende Region - Landrat Götz Ulrich (CDU) versucht es mit statistischer KosmetikDer Artikel in der Mitteldeutsche Zeitung vom 01.04.2026 über den Streit zwischen dem Burgenlandkreis und dem Land Sachsen-Anhalt über Bevölkerungsprognosen wirkt auf den ersten Blick wie eine fachliche Debatte über Statistik. Doch in Wirklichkeit geht es um etwas anderes: um die Frage, warum eine Region seit Jahrzehnten Einwohner verliert – und warum die Politik bis heute keine wirksame Antwort darauf gefunden hat.
Landrat Götz Ulrich (CDU) hält die Prognose des Landes für zu pessimistisch. Während das Land bis 2040 nur noch rund 139.000 Einwohner erwartet, geht eine vom Landrat beauftragte Studie immerhin von etwa 158.000 Menschen aus. Der Unterschied beträgt also fast 20.000 Einwohner. Doch selbst die optimistischere Variante bedeutet eines: Der Kreis schrumpft weiter. Der Blick zurück: Prognosen gab es schon vor JahrzehntenDie aktuelle Diskussion wirkt fast wie ein Déjà-vu. Bereits vor 20 oder 30 Jahren wurden ähnliche Prognosen veröffentlicht. 1990 lebten im heutigen Burgenlandkreis rund 244.000 Menschen. 2022 waren es nur noch etwa 174.000. Das ist ein Verlust von rund 70.000 Einwohnern – fast ein Drittel der Bevölkerung.Auch das gesamte Sachsen-Anhalt hat seit der Wiedervereinigung massiv Einwohner verloren: von etwa 2,87 Millionen im Jahr 1990 auf rund 2,12 Millionen im Jahr 2025. Schon Anfang der 2000er Jahre prognostizierten Demografen einen deutlichen Rückgang. Eine Landesprognose etwa ging davon aus, dass Sachsen-Anhalt bis 2025 rund 18,6 % seiner Bevölkerung verlieren könnte. Im Kern lagen diese Prognosen also nicht falsch. Der Bevölkerungsschwund ist tatsächlich eingetreten. Das eigentliche Problem liegt deshalb nicht in den Prognosen – sondern darin, dass die Politik jahrzehntelang kaum wirksame Gegenmaßnahmen gefunden hat. Strukturwandel als Hoffnung – oder als Ausrede?Landrat Ulrich setzt auf „Sondereffekte“: Strukturwandel nach dem Kohleausstieg, Zuzug aus Leipzig und Jena, günstige Mieten. Doch ähnliche Hoffnungen gab es schon mehrfach. Schon in den 1990er- und 2000er-Jahren wurde versprochen, dass Förderprogramme, neue Gewerbegebiete oder Infrastrukturprojekte den Trend umkehren würden. Trotzdem schrumpfte der Landkreis weiter.Die wirtschaftliche Realität ist ernüchterndViele junge Menschen ziehen zum Studium oder zur Arbeit in Großstädte. Geburtenzahlen bleiben niedrig. Die Bevölkerung altert stark. Der demografische Wandel ist also kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklung.Familienpolitik: Das eigentliche KernproblemEin entscheidender Punkt wird in der aktuellen Debatte kaum angesprochen: Warum bekommen immer weniger Menschen Kinder – und warum bleiben junge Familien nicht in der Region?Die Antworten liegen auf der Hand: unsichere wirtschaftliche Perspektiven, niedrige Löhne im Vergleich zu Westdeutschland, mangelnde Infrastruktur im ländlichen Raum, geschlossene Schulen, Kitas und Arztpraxen. Deutschland insgesamt kämpft mit einer niedrigen Geburtenrate – doch strukturschwache Regionen trifft das besonders hart. Wenn junge Menschen wegziehen, fehlen später Eltern, Kinder und schließlich Arbeitskräfte. Es ist daher kaum überraschend, dass Prognosen immer wieder sinkende Zahlen zeigen. Die paradoxe SchulpolitikBesonders bemerkenswert ist ein Punkt im MZ-Artikel: Der Kreis habe erlebt, dass Schulen geschlossen wurden, die später wieder benötigt wurden.Das wirft eine grundlegende Frage auf: Wenn Landkreise und Gemeinden Schulträger sind – warum verweigern sie sich solchen Schließungen nicht? Gerade im ländlichen Raum haben Schulschließungen oft dramatische Folgen: Familien ziehen weg, junge Paare siedeln sich gar nicht erst an, Dörfer verlieren ihre Zukunft. Eine Schule ist nicht nur ein Bildungsstandort. Sie ist ein Standortfaktor. Wer Schulen schließt, darf sich nicht wundern, wenn später auch die Kinder fehlen. Eine politische Verantwortung – über Parteigrenzen hinwegDer Streit zwischen Landkreis und Land über Prognosen lenkt letztlich von der eigentlichen Frage ab: Wer trägt Verantwortung für die Entwicklung der Region?Die CDU, der auch Landrat Ulrich angehört, stellt seit Jahrzehnten einen wesentlichen Teil der Regierungsverantwortung – sowohl im Bund als auch in vielen Landesregierungen. Auch andere Parteien haben mitregiert. Doch egal welche Koalition: Der demografische Abwärtstrend wurde nie gestoppt. Statt langfristiger Strategien gab es häufig: Förderprogramme ohne nachhaltige Wirkung, Strukturpolitik mit kurzer Laufzeit, Infrastrukturabbau im ländlichen Raum. Prognosen ändern nichts an der Realität. Ob der Burgenlandkreis 2040 nun 139.000 oder 158.000 Einwohner hat, ist letztlich zweitrangig. Entscheidend ist eine andere Frage: Warum verliert die Region seit über 30 Jahren kontinuierlich Menschen – und warum hat die Politik darauf keine überzeugende Antwort? Eine neue Prognose für 18.000 Euro mag statistisch interessant sein. Doch sie löst kein einziges strukturelles Problem. Solange junge Menschen bessere Perspektiven anderswo sehen, wird sich der Trend kaum ändern. Was wirklich nötig wäreStatt über Zahlen zu streiten, müsste die Politik endlich über Lösungen sprechen: bessere wirtschaftliche Perspektiven im ländlichen Raum, echte Familienförderung, stabile Infrastruktur (Schulen, Ärzte, Verkehr), langfristige Investitionen statt kurzfristiger Förderprogramme.Denn eines zeigt die Geschichte der letzten 30 Jahre sehr deutlich: Der Bevölkerungsschwund ist kein statistischer Fehler. Er ist das Ergebnis politischer Entscheidungen. Und genau deshalb kann er auch nur politisch verändert werden. Wenn bisherige Konzepte und Maßnahmen ganz offensichtlich nicht greifen, macht es wenig Sinn, an solchen Konzepten weiterhin festzuhalten. Verschobene Prioritäten - Landrat Götz Ulrich ist nur ein VerwalterEin weiteres Problem offenbart sich im Handeln von Landrat Götz Ulrich (CDU): Er präsentiert sich einmal mehr vor allem als Verwalter, der Zahlen prüfen lässt, statt aktiv zu gestalten und nach oben eine grundsätzliche Änderung der Politik einzufordern.Die 18.000 Euro für eine eigene Bevölkerungsprognose hätten – in Anbetracht des Haushaltsdefizits von 22 Millionen Euro – deutlich sinnvoller in die Förderung von Familien, Kitas oder Schulen fließen können. Stattdessen werden Mittel investiert, um eine Prognose im Sinne des Landrates „aufzuhübschen“, während die eigentlichen Probleme – schrumpfende Gemeinden, geschlossene Schulen, fehlende Kinderbetreuung – bestehen bleiben. Dass für solche Maßnahmen im Haushalt noch Geld vorhanden war, zeigt nur, wie sehr Prioritäten in der politischen Praxis verschoben sind. Verfasser: АИИ | 04.04.2026 |
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