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Impulsveranstaltung zur Kultur in Sachsen-Anhalt: Austausch in Weißenfels am Todestag von Novalis


Am 25.03.2026, dem Todestag des Frühromantikers Novalis lud die CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt auf Initiative der direkt gewählten Landtagsabgeordneten Elke Simon-Kuch unter Ausschluss der Medien Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Politik und Ehrenamt in das Parkhotel Güldene Berge nach Weißenfels ein.



Elke Simon-Kuch, die im Landtag den Wahlkreis Weißenfels, Teuchern und Lützen vertritt, wollte mit dieser Impulsveranstaltung bewusst einen offenen Dialog anstoßen. Ziel war es, Vertreter von Museen, Kunstschaffenden, Stadträten, Vereinen und Ehrenamtlichen miteinander ins Gespräch zu bringen, um Perspektiven für eine stärkere kulturelle Förderung auf Landesebene zu entwickeln.

Ein zentrales Thema des Abends war das geplante Kulturförderungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, das noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden soll. Dieses Gesetz soll den Kulturbereich künftig stärker absichern, indem Kultur nicht mehr allein als freiwillige Leistung von Land und Kommunen verstanden wird, sondern als verbindlicher Bestandteil öffentlicher Verantwortung.

Dabei wurde deutlich, dass Sachsen-Anhalt nicht nur auf geschichtliche, künstlerische und bauhistorische Schätze verweisen kann, sondern auch auf eine lebendige Brauchtums- und Traditionspflege.

Vertreten waren Gäste aus verschiedenen Orten des Burgenlandkreises, darunter Leißling, Teuchern, Röcken, Nessa, Lützen und die Kernstadt Weißenfels.

Für Weißenfels sprach unter anderem Jörg F. Riemer. Riemer ist Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Weißenfels, Schulleiter der Berufsbildenden Schulen des Burgenlandkreises in Weißenfels, engagiert sich in mehreren musealen Einrichtungen und ist darüber hinaus als Gästeführer eng mit der Geschichte der Stadt verbunden.

Es überraschte daher nicht, dass er seinen Redebeitrag mit einem historischen Abriss eröffnete. Dabei spannte er einen Bogen vom Todestag des Dichters Novalis am 25. März 1801 zu dessen Bedeutung für Literatur, Salinenwesen und Bergbau in der Region. Besonders hob er hervor, dass Novalis sich bereits früh mit Fragen des damaligen Bergbaus und insbesondere des Braunkohleabbaus auseinandersetzte.

Weitere Gesprächspartner des Abends waren neben Gastgeberin Elke Simon-Kuch auch Dr. Gunnar Schellenberger, der als Präsident des Landtages von Sachsen-Anhalt und ehemaliger Staatssekretär für Kultur auf umfangreiche kulturpolitische Erfahrung zurückblickt, sowie Johannes Kunze, der über viele Jahre als Kulturmanager des Burgenlandkreises zahlreiche Projekte und Netzwerke im Kulturbereich begleitet hat.

Ebenfalls beteiligt war Markus Berndt, der als Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Lützen die kulturelle Entwicklung seiner Kommune mitgestaltet.

Gemeinsam suchten die Gesprächspartner den offenen Austausch über Herausforderungen, Chancen und mögliche Hemmnisse im Kulturbereich. Unter den Gästen befanden sich Vertreter städtischer Museen, Lehrerinnen und Lehrer, Ehrenamtliche aus Vereinen, politische Mandatsträger, Ortsbürgermeister, Stadträte sowie Mitglieder der CDU.

Der Abend machte eindrucksvoll deutlich, in welch kulturell herausragender Region der Burgenlandkreis liegt. Sachsen-Anhalt verfügt über fünf UNESCO-Welterbestätten, darunter Bauhaus Dessau, das Gartenreich Dessau-Wörlitz sowie die Lutherstätten in Wittenberg. Hinzu kommt die höchste Dichte an Schlössern und Burgen innerhalb Deutschlands.

Auch regionale Besonderheiten fanden große Aufmerksamkeit: Das Schuhmuseum Weißenfels besitzt europäische Einzigartigkeit. Persönlichkeiten wie Heinrich Schütz und Novalis werden hier in einer Form gewürdigt, die weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet.

Besonders hervorgehoben wurden außerdem die Himmelswege mit der international bekannten Himmelsscheibe von Nebra sowie das reformatorische Erbe um Martin Luther.

Ein besonderer Fokus lag auch auf dem immateriellen Kulturerbe des Burgenlandkreises. Musik, Theater, Kunst sowie gelebte Traditionen werden hier in außergewöhnlicher Dichte gepflegt.

Als Beispiel wurde das deutschlandweit einzigartige Eierbetteln in Leißling und Markwerben genannt — ein Brauch, der selbst Dr. Schellenberger bislang nicht bekannt war. Ebenso wurden historische Schlachtdarstellungen in Großgörschen und Reichardtswerben als wertvolle Formen regionaler Erinnerungskultur hervorgehoben.

Das Engagement der vielen Fördervereine, Stiftungen und Ehrenamtlichen wurde mit sichtbarer Hochachtung und Applaus gewürdigt

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die enge Verbindung von Kultur und Bildung. Mehrfach wurde betont, dass beide Bereiche voneinander profitieren und künftig noch stärker zusammengeführt werden sollten.

Offene Fragen blieben dennoch bestehen: So wurden unter anderem Defizite bei öffentlichen Verkehrsanbindungen zu Kulturstätten angesprochen. Ebenso wurde die schwierige Situation vieler Museen thematisiert — insbesondere die Frage, wie museumspädagogisches Fachpersonal und Historiker gehalten werden können, wenn finanzielle Spielräume begrenzt sind.

Auch Herausforderungen rund um Schutzkonzepte in kulturellen Einrichtungen kamen zur Sprache. Zwar wurden diese Anliegen aufgenommen, konkrete Antworten konnten an diesem Abend jedoch noch nicht gegeben werden.

Am Ende überwog dennoch ein positives Fazit: Die Veranstaltung machte deutlich, wie viel kulturelles Potenzial in der Region vorhanden ist — und wie wichtig Vernetzung für dessen Zukunft bleibt. Johannes Kunze formulierte es treffend: Vernetzung sei „eine wunderbare Glut für neue Ideen.“

Verfasser: Karla Kolumna  |  27.03.2026

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