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Teure grüne Fernwärme - Energiewende ohne Plan am Beispiel Hohenmölsen


Es kommen kostspielige Zeiten auf die Einwohner von Hohenmölsen zu. Dank der politisch verordneten Energiewende wird das Heizen in wenigen Jahren um ca. 30 Prozent teurer. Oder vielleicht sogar noch mehr. Dies verkündete Bürgermeister Andy Haugk bei der Vorstellung des geänderten Konzeptes der „grünen Fernwärme“ in der 9. Sitzung des Ausschusses für Strukturwandel am 23.03.2026 in Naumburg.


Die Energiewende ist ja nach wie vor ein Lieblingsprojekt auch der grünen CDU. Das Ziel der von vielen gelebten Führer ist ein CO₂-neutrales Deutschland. Also ein Deutschland, das seine Energieversorgung ohne Ausstoß von CO₂ im Jahr 2045 realisiert bekommt. Bisher hat das die Bürger lediglich ca. 500 Milliarden Euro gekostet. Erreicht wurde dadurch, dass ungefähr 50 % des Stroms durch „erneuerbare Energien“ erzeugt werden. Strom macht ca. 20 % des Gesamtenergiebedarfs aus. Es wurde also durch die bisherigen 500 Milliarden Euro schon etwa 10 % der Energieversorgung auf „grün“ umgestellt. Fehlen demnach lediglich noch 90 %, die aber wahrscheinlich nicht nur 4,5 Billionen Euro kosten werden. Den „Erfolg“ dieser Energiewende sehen die Bürger auf ihren Strom-, Gas- und Heizungsrechnungen sowie an den Preisen für Diesel und Benzin.

Der ursprüngliche Plan der „grünen Fernwärme“ in Hohenmölsen ist geplatzt

Geplant war, dass von der Abwärme der Braunkohleverstromung auf die Abwärme der Wasserstofferzeugung im Gebiet des noch aktiven Tagebaus umgestellt wird. Angedacht war, grünen Wasserstoff aus grünem Strom zu erzeugen. Doch die MIBRAG hat dieses Vorhaben auf Eis gelegt. Trotz einer Förderung von 90 Millionen Euro hätte sich die Erzeugung von grünem Wasserstoff nicht gerechnet. Es gibt keine Abnehmer für diesen grünen Wasserstoff. Die Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas ist nach wie vor erheblich billiger.

So steht man in Hohenmölsen vor dem Problem, die Fernwärme auf eine andere Weise abzusichern. Die vorgestellten Änderungen des Konzeptes sehen so aus, dass „mindestens 30 %“ der Fernwärme aus Wind und Solar aus dem Tagebaugebiet und der Tagebaufolgelandschaft geliefert werden. Die verbliebenen 70 % des Energiebedarfs sollen aus Gas erzeugt werden. Dafür soll eine große Wärmepumpe und ein neues Heizkraftwerk errichtet werden. Wärmepumpen funktionieren jedoch nur bis ca. 5 Grad Celsius effizient. Bei Temperaturen darunter muss mehr oder weniger herkömmlich geheizt werden.

Man hat demnach in Hohenmölsen erkannt, dass Heizen allein mit Wind und Sonne offensichtlich nicht möglich ist. Bürgermeister Andy Haugk erklärte, dass man zukünftig auf Gas setzt. Welches Gas das sein wird, weiß er nicht. Im Kraftwerk könne jede Form von Gas verbrannt werden – Wasserstoff, Erdgas oder Biogas.

Nörgler würden jetzt wahrscheinlich die Frage stellen, woher dieses Gas kommen soll. Grüner Wasserstoff ist in der Herstellung zu teuer, Biogas wird es wohl kaum in ausreichender Menge geben und Erdgas will man spätestens 2045 nicht mehr, weil das Ziel die CO₂-Neutralität ist. Bürgermeister Andy Haugk mochte nicht so weit in die Zukunft schauen. Die Großwärmepumpe und das Heizkraftwerk sollen 2031 betriebsbereit sein.

Wenn die billige grüne Energie die Preise nach oben treibt

Bis vor einem Jahr waren für das Projekt der grünen Fernwärme ca. 50 Millionen Euro vorgesehen worden. Vor ein paar Monaten waren bereits 66 Millionen Euro im Gespräch. Und nun sind es knapp 69 Millionen Euro. Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Denn für die Hohenmölsener werden die Preise laut dem Konzept von Ende letzten Jahres auf über 20 Cent pro kWh steigen – also bei Inbetriebnahme in fünf Jahren. Derzeit sind es ca. 15 Cent pro kWh. Zu den Preiststeigerungen aufgrund der politischen Vorgaben in den vergangen Jahren kommen also noch einmal 30 % oben drauf.

Sven Jähnig (AfD) kritisierte dieses Projekt sehr. Er fragte, ob der Preis für die Bürger in Hohenmölsen höher sein wird als heute oder „gleich jetzt“ bleiben soll. Bürgermeister Andy Haugk erklärte: „Gleich jetzt ist Illusion!“ Für ihn ist nur relevant, ob sich die Preise der Fernwärme in Hohenmölsen auf einem ähnlichen Niveau wie die Marktpreise für z. B. das Heizen mit Wärmepumpen befinden werden, damit die Fernwärme keine Kunden verliert. Es ist demnach nicht der Anspruch oder das Ziel des Bürgermeisters, die Preise auf aktuellem Stand zu halten oder dass sich diese wieder nach unten bewegen werden. Die prognostizierten gut 20 Cent pro kWh aus dem Konzept von Ende letzten Jahres, die für die Bürger sicherlich äußerst relevant sind, hatte er bei der Sitzung nicht im Kopf.

Ebenfalls kritisierte Sven Jähnig, dass es politisch gewollt und verordnet wurde, ein gut funktionierendes System auf den Kopf zu stellen, und verwies auf die aktuelle geopolitische Lage. Es gibt immer eine Abhängigkeit von Energieträgern, und auch Entscheider bei der MIBRAG bestreiten nicht, dass es sinnfrei ist, aus der Braunkohle zum jetzigen Zeitpunkt auszusteigen. Andy Haugk verwies darauf, dass er die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht setzt. Außerdem habe das Bergbauunternehmen die Bergbauplanung verändert, wodurch ein Ende der Braunkohle schon vor 2034 bzw. 2035 in unserer Region absehbar wäre. Sven Jähnig ergänzte, dass die Reaktion des Bergbauunternehmens eine Folge der politischen Vorgaben sei. Er sagte: „Sachen, die falsch sind, zu verändern – deshalb sind wir angetreten. Oder wir machen es weiter wie bisher und können dann mit den Konsequenzen leben.“ Die Diskussion wurde von der Vorsitzenden Elke Simon-Kuch (CDU) an dieser Stelle abgewürgt.

Ich hätte gern eine Frage gestellt, durfte das aber nicht. Frau Elke Simon-Kuch (CDU) erklärte: „Sie sind Gast. Das ist auch sehr schön. Die Ausschussmitglieder und die offiziellen Gäste des Ausschusses können sozusagen Fragen stellen. Aber die Öffentlichkeit hört bitte einfach zu.“

Diese und alle weiteren Ausführungen finden sich im obigen Video.

Verfasser: Michael Thurm  |  24.03.2026

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