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Den Strukturwandel in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf!Es gibt fantastische Neuigkeiten zu berichten. Es ist Wahlkampfzeit und damit Fördermittelzeit. Und so wurde der Burgenlandkreis mit 124,4 Millionen Euro beglückt.
Ja, ihr lieben Mitmenschen. Euer Geld, das ihr aber erst noch erarbeiten müsst, soll investiert werden. Und zwar in ein schönes, neues Industrie- und Gewerbegebiet. Kurz: Igitt! Ähm... IKIG! Das Interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet. Der Burgenlandkreis verkündete die frohe Botschaft unter anderem auf Facebook. Und auch die Bürgermeister der an dem Zweckverband beteiligten Städte taten selbiges. Sven Schulze (CDU-Ministerpräsident, bekommt in Deutschland kein Wunschkennzeichen) hatte sich nach Zorbau auf den Weg gemacht, um zusammen mit Landtagsabgeordneten ein paar fröhliche Fotos schießen zu lassen und sich selbst zu beweihräuchern. Toll, oder? Und glücklich sehen sie aus. Das ist auch nachvollziehbar, denn es ist ja nicht deren Geld. Ja, die Insolvenzen haben in Deutschland massiv zugenommen. Hunderttausende Arbeitsplätze sind in den letzten Jahren aufgrund politischer Entscheidungen vernichtet worden. Und das wird wohl auch so weitergehen, weil das die Politik so will. Ja, die wirtschaftliche Lage ist ganz und gar nicht auf dem Weg zur Besserung. Die Energiepreise sind einfach zu hoch, weil die von vielen geliebten Führer das so wollen. Energie muss nun mal teuer sein, damit Energie gespart wird. Ja, deswegen verlagern viele Unternehmen ihre Produktion ins Ausland. Aber das bedeutet doch noch lange nicht, dass die Politik die noch nicht eingenommenen Steuern – böse Zungen würden sagen: von den Menschen herausgequetscht – nicht in solchen Luftschlössern verbraten will. Der Strukturwandel wurde von den von vielen geliebten Führern angestoßen, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Denn es gilt nach wie vor, diese 0,2 Moleküle des Spurengases CO₂ deutschen Ursprungs innerhalb von einer Million Luftmolekülen auf Null zu reduzieren. Denn diese 0,2 CO₂-Moleküle sind wissenschaftlich behauptet mitverantwortlich dafür, dass es zu Dürren und Ernteausfällen kommen soll - also mehr als sonst, so wird es behauptet. Und deswegen hat man sich ausgedacht, wertvolles Ackerland der Landwirtschaft zu entziehen und in ein Industrie- und Gewerbegebiet zu verwandeln. Clever, oder? Wer braucht schon Nahrungsmittel, wenn er Industriebrachen und Investitionsruinen haben kann, stimmt's? Böse Landwirte würden argumentieren, warum man denn nicht die Tagebaunachfolgelandschaft zu einem solchen Industriegebiet umwandelt. Denn dort wurde der Boden sowieso schon erheblich umgewälzt und die Natur zerstört. Landwirtschaft wird dort so bald nicht möglich sein. Außerdem würden dann genau dort, wo Arbeitsplätze aufgrund des politischen Willens vernichtet werden, neue Arbeitsplätze entstehen – also insofern sich tatsächlich Firmen ansiedeln wollen würden. Aber das sind eben böse Landwirte, die sich erdreisten, logisch zu denken. Dabei wissen wir alle, dass es bei Entscheidungen der von vielen geliebten Politiker selten um Logik geht. Das Geld wird vom Bürger abgezwackt und muss eben rausgeballert werden, damit sich die von vielen geliebten Politiker zu solchen Fototerminen einfinden können. Diese Wichtigkeit sollte doch eigentlich jedem einleuchten, oder? Und schon sind wir beim Post des Burgenlandkreises. Darin heißt es: „Das ist ein Meilenstein für den Strukturwandel im Burgenlandkreis, da das neue Industriegebiet ein Leuchtturmprojekt ist.“ Da wird einem richtig warm ums Herz, stimmt's? Ein Leuchtturm, Hunderte Kilometer vom Meer und von wirtschaftlichen Erfolgsaussichten entfernt. Einfach toll, oder! Und weiter heißt es: „Es schafft die Grundlage für eine langfristig starke wirtschaftliche Entwicklung unserer Region.“ Welch geniale Formulierung war der Fantasie des Schreibers entsprungen. Ja, okay, die Bevölkerung im Burgenlandkreis schrumpft seit der Wende. 1990 waren das gut 244.000 Einwohner, und nun sind es nur noch ca. 173.000. Ein schöner, stetiger Abwärtstrend, den die von vielen geliebten Politiker nicht vermochten aufzuhalten – trotz der vielen tollen Maßnahmen. Aber jetzt, also bald, also in Kürze, also wenn das IKIG in die Gänge kommt, dann geht es wieder aufwärts. Doch, doch, ganz bestimmt. Ja, okay, die vielen Industrie- und Gewerbegebiete, die in den vergangenen 35 Jahren errichtet wurden, haben den Rückwärtstrend auch nicht aufgehalten. Aber mit dem IKIG wird das klappen. Alles vorher war eben nur Kinderkram. Mit dem IKIG wird das Ruder herumgerissen - der deutschlandweiten Deindustrialisierung zum Trotz. Wir müssen nur, wie die von vielen geliebten Politiker, ganz fest daran glauben. Denn der Glaube versetzt bekanntlich Berge, und gläubige Politiker verpulvern unser aller Steuergelder. Böse Zungen würden meinen, dass, wenn der Burgenlandkreis eine boomende Region wäre, sämtliche noch freien Flächen in den vielen Gewerbe- und Industriegebieten im Landkreis und auch ringsherum schon lange vollständig belegt wären. Aber das sind eben böse Zungen, Nörgler, Miesepeter, denen es einfach am Glauben fehlt und die sich viel zu viel an der Realität orientieren. Außerdem wurden ja schon Arbeitsplätze geschaffen. Die Mitarbeiter des Zweckverbandes, die sich mit Planungen, Planungsänderungen, Planungsüberarbeitungen und dem Verwerfen von Planungen befassen werden. Also alles sehr produktiv und nachhaltig.
Verfasser: Maximus Polemikus | 16.03.2026 |
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