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Burgenlandkreis im politischen Blindflug - Zwischen Lösungssuche, Verantwortungsverweigerung und Hilflosigkeit


Es gibt politische Reden, die klingen wie ein handwarmes Beruhigungskissen: weich, freundlich, aber völlig ungeeignet, um die Realität auch nur ansatzweise abzubilden.


Die Ausführungen von Landrat Götz Ulrich (CDU) in der Kreistagssitzung vom 8. Dezember 2025 gehören zweifellos in diese Kategorie. Während der Landkreis unter massiven strukturellen, finanziellen und sozialen Belastungen ächzt, versucht der Landrat, sich mit allgemeinen Höflichkeiten und Appellen an eine angebliche "Lösungsorientierung" über die wahren Probleme hinwegzuretten.

So erklärt er, dass man „nicht nach Schuldigen suchen“ wolle. Ein Satz, der klingt, als wäre er einem Ratgeber zur Persönlichkeitsentwicklung entnommen. Nur leider geht es nicht um Achtsamkeitstraining, sondern um einen Landkreis, dessen Haushalt ein Defizit von über 100 Millionen Euro aufweist. Ein Landkreis, der die Folgen bundespolitischer Fehlentscheidungen – Deindustrialisierung, explodierende Gesundheits- und Sozialkosten, insbesondere im Bereich der Unterbringung und Versorgung ukrainischer Geflüchteter – längst brutal zu spüren bekommt.

Nicht nach Schuldigen suchen? Warum eigentlich nicht – wenn es doch welche gibt?


Natürlich trägt der Landrat keine Verantwortung für geopolitische Konflikte, Bundesgesetze oder unausgegorene Förderprogramme. Aber wenn ein Kreischef gleichzeitig in Dauerschleife über "Herausforderungen" und "gemeinsame Lösungen" philosophiert und doch akkurat vermeidet, Ross und Reiter zu nennen, wirkt das weniger wie staatsmännische Größe als wie politische Konfliktvermeidung aus Prinzip. Die Probleme kommen von oben – und im Burgenlandkreis kommen sie an. Es wäre die Aufgabe eines Landrates, das auch klar auszusprechen.

Doch Ulrichs politischer Kompass scheint auffällig selektiv zu funktionieren. Das zeigt sich spätestens in seinem Facebook-Statement vom 11. Dezember 2025.


Hier, vor der Sekundarschule „Elsteraue“ in Reuden, entfaltet er plötzlich erstaunliches Verantwortungsbewusstsein. Da liegen die Dinge auf einmal ganz klar: Toiletten demoliert! Urinale herausgerissen! Sachbeschädigung! Und bevor der Landkreis die geplanten 1,3 Millionen Euro investiert, müsse ganz genau geklärt werden, wer schuld ist.

Aha – wenn es um Vandalismus durch Schüler geht, dann darf also nach Schuldigen gesucht werden.


Es ist bemerkenswert, mit welcher Akribie der Landrat auf einmal Verantwortliche ermitteln will, nachdem er wenige Tage zuvor im Kreistag noch das Mantra der „Schuldlosigkeit“ gepredigt hat. In der Schule ist Verantwortungszuweisung offenbar politisch unproblematisch. Bei haushaltspolitischem Desaster, industriellem Niedergang und explodierenden Sozialausgaben dagegen ist sie tabu.

Hinzu kommt, dass sich der Landrat zwar empört vor die Kamera stellt, aber kein Wort darüber verliert, wie es überhaupt möglich ist, dass derartige Verwüstungen unter den Augen einer angeblich funktionsfähigen schulischen Aufsicht passieren konnten – oder ob hier nicht auch Versäumnisse bei Lehrkräften und Schulleitung mit aufzuklären wären.

Das wirkt nicht wie konsequente Führung, sondern wie politischer Opportunismus: Härte zeigen, wo es bequem ist – Schweigen, wo es unbequem wäre. Doch in dieser Mischung aus demonstrativer Strenge und vorsorglicher Sprachlosigkeit wird nur eines sichtbar: die Hilflosigkeit des Landrates.

Natürlich ist es richtig, Verwüstungen durch Schüler nicht einfach hinzunehmen. Aber wer erlebt hat, wie dieselbe Verwaltung sehenden Auges in ein finanzielles Desaster schliddert, während der Landrat öffentlich die Hände hebt und erklärt, man suche "Lösungen statt Schuldige", fragt sich unweigerlich, ob dieser Landkreis ein politisches Wahrnehmungsproblem hat.

Vielleicht wäre es an der Zeit, dass der Landrat dieselbe Entschlossenheit, mit der er herausgerissene Urinale beklagt, auf die strukturellen Ursachen der finanziellen Katastrophe richtet.

Vielleicht wäre es an der Zeit, dass er Probleme nicht nur dort benennt, wo sie sich bequem auf Jugendliche abwälzen lassen, sondern auch dort, wo sie mit politischen Verantwortungen verknüpft sind – auch wenn diese auf Landes- oder Bundesebene liegen.

Vielleicht wäre es an der Zeit, dass ein Landrat erkennt: Wer nicht nach Schuldigen sucht, findet oft auch keine Lösungen.

Doch solange der Burgenlandkreis mit politischer Beruhigungsrhetorik statt klarer Analysen regiert wird, bleibt die entscheidende Frage offen: Wie viel Realität verträgt die Kreispolitik – und wie lange noch?
Verfasser: АИИ  |  11.12.2025  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
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