Mega Erfolg! Regierung sorgt für Sonderfreizeit für zahlreiche Beschäftigte in Leuna
Halleluja und Sektkorken knallen lassen! Wieder einmal hat sich die hervorragende Energie- und Wirtschaftspolitik unserer weise führenden Kräfte bestens ausgezahlt.
In Leuna, diesem stolzen Symbol mitteldeutscher Industrie, werden demnächst über 400 Menschen der Freizeitgestaltung zugeführt. Nein, das heißt nicht Jobverlust oder Arbeitsplatzverichtung - das heißt Sonderfreizeit! Analog zum Sondervermögen, diesem genialen Euphemismus für Schuldenberge, die kommende Generationen abbezahlen dürfen. Nur dass hier nicht investiert, sondern freigesetzt wird.
Arbeitsplätze? Weg. Existenzgrundlage? Erledigt. Dafür unbegrenzte Zeit für das Wesentliche: Museen, historische Gebäude, neu entstehende Seen und das entspannte Leben in der Grundsicherung.
Steuerzahler zahlt – wieder einmal Millionen für den Abbau!
Die Fakten, so trocken und unerfreulich sie auch sein mögen: Das Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren über die Leuna Polyamid GmbH eröffnet. Die Investorensuche ist gescheitert. Die letzten Produkte rollen in diesen Tagen aus der Anlage, danach wird stillgelegt, entleert, gereinigt. Rund 440 Beschäftigte bekommen im Oktober ihre Kündigungen; das Arbeitsverhältnis endet Ende Januar 2027. Bis dahin dürfen sie noch beim Abbau mithelfen – bezahlt aus der Insolvenzmasse, versteht sich. Die reichte allerdings nicht einmal für die komplette Stilllegung und den Rückbau. Deshalb übernimmt das Land Sachsen-Anhalt die Gefahrenabwehr. Zuvor hatte man bereits knapp 80 Millionen Euro Steuergeld in den Notbetrieb gesteckt, nachdem der Vorgänger Domo Caproleuna pleitegegangen war. Jetzt drohen weitere Millionen – Schätzungen sprachen von bis zu 30 Millionen. Der Steuerzahler zahlt. Wie immer.Energiepolitik als Jobkiller... ähm... Freitzeitbeschaffer: China lacht, Leuna weint – CDU, SPD und FDP liefern ab
Und warum all das? Stark gestiegene Energie- und Rohstoffkosten, verschärft durch die vn vielen geliebten Führer gewollte geopolitische Turbulenzen (Ukraine- und Iran-Krieg lassen grüßen), Vorkasseforderungen und der gnadenlose Preisdruck aus China. Massenprodukte, die hier hergestellt wurden, können im Wettbewerb nicht mithalten. Die Chemieindustrie keucht unter den Lasten jener Politik, die Energiepreise in schwindelerregende Höhen treibt, Versorgungssicherheit dem Altar der Transformation opfert und gleichzeitig so tut, als sei alles unter Kontrolle. Verantwortlich dafür? Die bisherige Landesregierung aus CDU, SPD und FDP – jene „Deutschland-Koalition“, die unter dem (inzwischen abgewählten) CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze und zuvor unter Reiner Haseloff den Laden schmiss. Und natürlich die bundespolitische Linie, die diese Parteien jahrelang mitgetragen oder zumindest nicht konsequent bekämpft haben. „Transformation“ und „Strukturwandel“ – diese heiligen Worte, mit denen man den Abbau von Industrie und Arbeitsplätzen als Fortschritt verkauft.Chefsache Domo-Rettung – und am Montag nach der Wahl kam die Pleite-Nachricht
Der wahrscheinlich bald ehemalige und derzeit noch amtierende CDU-Ministerpräsident (Sven Schulze, Nachfolger von Reiner Haseloff) hatte die Rettung von Domo/Leuna Polyamid ausdrücklich zur Chefsache erklärt. Haseloff selbst hatte die Chemiebranche öffentlich in Schutz genommen und betont, man dürfe nicht zulassen, dass sie zerstört werde. Millionen flossen, Notbetrieb wurde angeordnet, eine Auffanggesellschaft gegründet – alles unter dem Siegel der Chefsache. Doch die Nachricht vom endgültigen Scheitern der Investorensuche und dem drohenden Aus folgte prompt am Montag nach der Landtagswahl vom 6. September 2026. Timing ist alles: Erst wählen lassen, dann die bittere Realität nachreichen. Die AfD hatte klar gewonnen, die CDU stürzte ab – und das Chefsache-Desaster stand schwarz auf weiß im Raum.Moderndenken statt Jobs: Willkommen in der Freizeit-Hölle!
Wer immer noch naiv glaubte, das Ziel dieser ganzen Veranstaltung sei die Schaffung neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze, sollte die Augen aufmachen. Freizeitgestaltung ist das eigentliche Ziel. Das erkennt man sofort, wenn man das Facebook-Profil „Strukturwandel Sachsen-Anhalt“ der Staatskanzlei und des Ministeriums für Kultur, Stabsstelle „Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier“ aufruft. Dort wurden u.a. „Unterwegs mit den Jungs“ eingekauft (ob gegen Honorar oder ehrenamtlich, wer weiß). Und was sind die Themen? Sehenswürdigkeiten, Freizeitmöglichkeiten, Kulturstätten, Vitalzentren mit Lehrschwimmen, Wellness udn Veranstaltungen bei denen Fördermittel verteilt werden.Industriearbeitsplätze? Fehlanzeige. Hashtags wie #moderndenken prangen stolz. Moderne Gedanken eben: Wer seinen Job verliert, kann endlich ohne Termindruck die Natur genießen, baden gehen, Sightseeing betreiben und Museen besuchen. Eine Chance, die andere nicht haben! Das Leben in der Grundsicherung muss nicht schlecht sein. Man braucht nur das richtige Mindset. Die Menschen sind nicht arbeitslos, sie sind die Arbeit los! Die Menschen sind freizeitbereichert.
Und seien wir doch mal ehrlich: Jeder, der im Herzen grün ist und Angst vor dem Hitzetod ab 23 Grad Celsius hat, weiß, dass dieser Wohlstand in Deutschland einen viel zu großen CO₂-Abdruck verursacht. Von den durch die von vielen geliebten Führer gesteckten Zielen hinsichtlich der Klimaneutralität ist Deutschland außerdem noch viel zu weit entfernt. Es bedarf noch weiterer großer Anstrengungen, um noch mehr Menschen der Freizeit zuzuführen.
Was allerdings noch benötigt wird, sind wohlklingende Bezeichnungen für die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und das Sozialamt. Irgendetwas, das den Freizeitgeist positiv widerspiegelt.
Millionen für den Job-Abbau... ähm... die Freizeitzuführung
Dass der Politik dieses Ergebnis wirklich am Herzen liegt, zeigt sich daran, dass vom eingeschlagenen Weg nicht abgewichen wird. Millionen und Abermillionen an Steuermitteln fließen in den Abbau von Arbeitsplätzen. Hochbezahlte Mitarbeiter in den Ministerien befassen sich mit der Schaffung von neuen Gesetzen zur Freizeitzuführung von vielen Hunderttausend Menschen pro Jahr – verantwortet von CDU, SPD und FDP, die sich den Strukturwandel ausgedacht und die Energiepolitik jahrelang mitgetragen haben.Neue Jobs schaffen? Das kann die Politik sowieso nicht. Das überlässt man dem Markt – demselben Markt, den man erfolgreich mit Energiepreisen, Bürokratie und ideologischen Vorgaben ruiniert hat. Der Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier produziert Seen, Kulturangebote und „Attraktivität“, während die Industrie leise verreckt. Leuna ist nur das jüngste, besonders anschauliche Beispiel.
