Die Untertanen feiern die hohen Spritpreise - und klatschen den Abzockern Beifall
Während der Liter Diesel die 3-Euro-Marke anvisiert und auch Benzin Rekordhöhen erreicht, verteidigen treue Regierungsanhänger auf Facebook fleißig die Zustände.
Maik Wohler macht es vor: Nicht die Politik ist schuld, sondern Putin, Trump und die Mineralölkonzerne. Die Steuern? Die sind doch fix! Die Bürger sollen bitte brav weiterzahlen und der AfD die Schuld geben. Willkommen in der Logik der Untertanen, die ihre eigene Ausplünderung noch bejubeln.
Fixe Steuern – und die Mär vom unschuldigen Staat
Wohler hat teilweise recht: Die Energiesteuer auf E10 liegt bei rund 65 Cent, auf Diesel bei 47 Cent, plus CO₂-Abgabe. Diese Beträge steigen nicht mit dem Rohölpreis. Bei einer Erhöhung von 50 Cent pro Liter entfallen tatsächlich nur knapp 8 Cent der Erhöhung auf die Mehrwertsteuer. Der Rest geht an Konzerne und Zwischenhändler. Soweit korrekt.Was er verschweigt: Die Politik könnte diese fixe Last jederzeit senken, aussetzen oder sogar abschaffen. Corona hat bewiesen, dass Verordnungen und Gesetze über Nacht geändert werden können, wenn der Wille da ist. Das Infektionsschutzgesetz wurde Dutzende Male novelliert, Eindämmungsverordnungen wurden im Wochenrhythmus angepasst. Bei Spritpreisen, die Transport, Lebensmittel und Industrie in die Knie zwingen, fehlt dieser Wille. Das Wohl der Bürger hat in der Regierung offensichtlich keinen hohen Stellenwert.
Aktuell plant die CDU-SPD-Bundesregierung unter Friedrich Merz (CDU) eine befristete Senkung der Energiesteuer um 14 Cent pro Liter ab 1. Oktober 2026 – inklusive Mehrwertsteuereffekt rund 17 Cent „Entlastung“, „Gesamtkosten“ etwa 2,5 Milliarden Euro. Eine echte Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent wurde geprüft und verworfen: EU-Recht stünde im Weg, und es „wäre teuer“. Hier entlarvt sich das Wording. Weniger Abkassieren ist kein „Geschenk“ an die Bürger, sondern lediglich die Reduktion einer Zwangsabgabe. Die Politik und Medien sprechen so, als ob der Staat den Menschen etwas schenkt, wenn er ihnen weniger wegnimmt. Klassische Verarschung, die Untertanen, die nur bis zum Tellerrand denken, nicht auffällt.
Kriege, Sanktionen und die selektive Empörung
Der Iran-Krieg (US-israelischer Angriff seit Ende Februar 2026) und die Sperrung der Straße von Hormus treiben die Ölpreise. Das ist unbestreitbar. Doch die deutsche und europäische Reaktion bleibt bemerkenswert zurückhaltend. Keine Sanktionen gegen die USA oder Israel, keine vergleichbare Empörung wie beim Ukraine-Krieg. Friedensbemühungen? Kaum hörbar. Andererseits wurden Sanktionen gegen Russland von Brüssel und Berlin verhängt und stetig verschärft. Diese Sanktionen, die sich negativ auf Deutschland und Europa auswirken, wurden nicht von Putin verhängt, sondern von der deutschen und europäischen Politik. Die Gas- und Energiepreise explodierten wegen politischer Entscheidungen, die billige Energiequellen abgeschnitten haben.Saudi Aramco hat nach Drohnenangriffen (Huthis/irakische Milizen) auf die East-West-Pipeline die Lieferungen an europäische Raffinerien vorübergehend gestoppt oder stark eingeschränkt. Europäische Kunden bekommen im Oktober keine Terminkontrakt-Lieferungen mehr. Das treibt die Preise zusätzlich. Das ist ganz klar die Verantwortung derjenigen, die geopolitische Eskalationen mittragen oder zumindest nicht kritisieren.
Der E-Auto-Vergleich und die Strom-Illusion
Wohlers Witz über die Warteschlangen an der Tankstelle und die angeblich schnellere E-Auto-Ladung ist billig. Selbst wenn morgen massenhaft auf Elektro-Fahrzeuge umgestellt würde: Der Strom käme nachts und bei Dunkelflaute aus Kohle- und Gaskraftwerken. Wind und Sonne decken das nicht ab. Die Strompreise würden steigen – und mit ihnen die Kosten für alles Weitere. Der Vergleich hinkt nicht nur, er ist eine Ablenkung von der Realität.Es wurden bereits Endkunden-Strompreise von über einem Euro berichtet, weil es zu temporärem akuten Strommangel gekommen ist. Wind- und Sonne retten also keineswegs, da bei Dunkelflauten auf fossile Energieträger zurückgegriffen werden muss. Eine schnell steigende Anzahl an E-Autos würde genau dieses Problem verschärfen.
Währenddessen in Russland und Tschechien
In Russland kostet der Liter Sprit derzeit um die 77 Cent. Mag Putin „sein Volk“ mehr, als die von vielen geliebten deutschen und europäischen Führer „ihr Volk“? Zumindest sorgt er dafür, dass Energie im eigenen Land bezahlbar bleibt. Tschechien hat 2026 die Verbrauchsteuer auf Diesel gesenkt (zeitweise bis an die EU-Mindestgrenze) und Margen gedeckelt. Die Maßnahme lief teilweise aus, doch der Preisunterschied bleibt spürbar: Deutsche fahren grenznah tanken, weil Diesel dort unter zwei Euro zu haben ist. Während Berlin rechnet und zögert und erklärt, es wäre teuer, handeln Nachbarn.Warum die Untertanen die Regierung verteidigen, obwohl sie bluten
Hier wird es philosophisch und bitter. Die hohen Spritpreise fressen sich in alle Preise: Transportkosten, Lebensmittel, Industrie. Viele Firmen werden nicht überleben. Dennoch verteidigen solche Mitbürger die Verursacher in der Politik.Es ist der klassische Mechanismus der Untertänigkeit. Die Regierung wird zur Identitätsprojektionsfläche. Kritik an ihr fühlt sich an wie Selbstkritik – und die ist unbequem. Besser den äußeren Feind (Putin, Trump, AfD, Konzerne) bemühen, als zuzugeben, dass die eigene Führung handlungsfähig wäre und es trotzdem nicht tut. Die Corona-Jahre haben trainiert: Der Staat weiß es besser, Einschränkungen sind „zum Schutz“, und wer zweifelt, ist unsolidarisch.
Psychologisch wirkt auch die kognitive Dissonanz: Wer jahrelang einer bestimmten politischen Linie gefolgt ist, kann die Realitätsprüfung nicht ertragen. Die hohen Preise werden dann umgedeutet in „notwendiges Übel des geopolitischen Kampfes für Werte“. Dass dieselben Werte bei Verbündeten plötzlich flexibel werden, fällt unter den Tisch. Die Medien und die politische Klasse liefern die Narrative, die Untertanen wiederholen sie – und fühlen sich dabei moralisch überlegen.
Das Ergebnis ist paradox: Menschen, die ebenfalls an der Zapfsäule und im Supermarkt bluten, verteidigen die Struktur, die auch ihnen das Geld aus der Tasche zieht. Sie feiern die hohen Preise indirekt, indem sie jede Kritik als populistisch abtun. Die Konzerne kassieren, der Staat kassiert mit (auch bei hohen Preisen über die Mehrwertsteuer), die Bürger tragen die Last – und die Untertanen applaudieren noch.
Die 17-Cent-Senkung ab Oktober wäre ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Preisdeckel wird diskutiert. Beides kommt spät und bleibt befristet. Wirkliche Entlastung – dauerhafte Steuerreduktion, echte Friedensdiplomatie, Abkehr von ideologischer Energiepolitik – würde voraussetzen, dass die Politik das Bürgerwohl über den eigenen Machterhalt und die moralische Selbstinszenierung stellt. Davon ist wenig zu sehen.
Die Untertanen werden ihre geliebten Führer weiter verteidigen. Wenn der nächste Preisschock kommt suchen sie wieder die Bösen draußen. Die Rechnung zahlen sie selber mit.
Die E-Auto-Besteuerung kommt garantiert
Viele Länder besteuern bereits E-Autos. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die von den Untertanen geliebten Führer auch den Strom besteuern werden, den E-Autos zum Laden benötigen. Spätestens wenn das de facto-Verbrenner-Aus greift und die Bürger keine wirkliche Alternative zum E-Auto haben, wird die Politik auch die heutigen Elektroauto-Enthusiasten zur Befüllung der Staatskasse heranziehen. Man muss kein Prophet sein, um sich ausmalen zu können, dass der Rückgang der derzeitigen und künftigen Steuereinnahmen aus Verbrennern, Benzin und Diesel selbstverständlich durch neue und steigende Steuern auf E-Autos und Ladestrom ausgeglichen werden soll. Dazu kann und wird sicherlich auch der Strom aus der hauseigenen Solaranlage gehören. Doch so weit über den Tellerrand hinaus denken regierungstreue Untertanen gewöhnlich nicht.Der Post von Maik Wohler vom 15.09.2026
Die fixen Steuerbeträge auf den Spritpreis verändern sich nicht. Egal wie weit der Spritpreis ansteigt. Die waren vor dem Irankrieg die gleichen wie jetzt. Somit ist der Preisanstieg seit Beginn des Irankriegs durchaus auf diesen Krieg zurückzuführen.
Der Teil, um den sich der Mehrwertsteuerbetrag erhöht, fällt da gar nicht ins Gewicht. Den Löwenanteil der Preiserhöhungen stecken sich die Mineralölkonzerne in die Tasche.
Bei einer Preiserhöhung von 50 Cent entfallen lediglich 7,98 Cent auf die Mehrwertsteuer. Den Rest greifen die Mineralölkonzerne ab.
Die anderen Steuern sind fixe Beträge, die sich nicht erhöhen.
Die fixe Steuerlast auf Benzin (E10) beträgt 65,4 Cent und auf Diesel 47 Cent. Dann kommt noch die Co² Abgabe in Höhe von 15,4 bis 17,3 Cent dazu. Auch abhängig von der Kraftstoffart.
Sollten Sie jetzt nachrechnen wollen, dann bedenken Sie, dass man als Verbraucher an der Kasse nicht den Nettopreis von 100% bezahlt, sondern den Bruttopreis von 119%.
Den starken Anstieg der Energiepreise haben wir den beiden "Heilsbringern" der AfD zu verdanken: Putin führt seinen Krieg in der Ukraine und seit vielen Jahren einen hybriden Krieg gegen den gesamten Westen, was die Gaspreise explodieren ließ.
Trump führt seinen Krieg gegen den Iran und seinen Handelskrieg gegen die ganze Welt, was die Benzinpreise in die Höhe schießen ließ. Und was machen unsere Intelligenzbolzen der AfD? Geben der Regierung die Schuld.
Niemand schadet Deutschland mehr, als die beiden "Heilsbringer" der AfD, die mit ihren Kriegen die Verantwortung für den Preisanstieg fossiler Energieträger tragen.
Und hier stehen die Leute ewig an, weil sie Tanken wollen und deswegen keine Zeit haben, ein E-Auto in der gleichen Zeit zu laden. 🙂
