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Wirre und AfD-Post des CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze (Sachsen-Anhalt)


Die AfD steht in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent und steuert auf eine mögliche absolute Mehrheit zu – während CDU-Ministerpräsident Sven Schulze bei mageren 24 Prozent dümpelt und auf Facebook offensichtlich verzweifelt drauflos postet. Mal Dialog-Prediger, mal Renten- und Zuwanderungs-Hardliner, der sich von AfD-Phrasen kaum noch unterscheidet. Mit Leuna-Märchen, Kontakte-Geschwätz und der Unterstützung eines 90-jährigen Kabarettisten versucht er, den Realitätsverlust zu kaschieren. Torschlusspanik? Oder pure geistige Verwirrung?



„Mit allen reden“ – außer mit denen, die gerade auf die absolute Mehrheit zusteuern

Am 2. August 2026 postet Schulze feierlich: „Demokratie ist auch lebendig, wenn man nicht einer Meinung ist. […] Als Ministerpräsident ist es mein Anspruch, mit allen Menschen im Land im Gespräch zu bleiben. Denn gute Politik lebt vom Zuhören, vom Austausch und vom gegenseitigen Respekt.“ Respekt, Zuhören, aushalten – klingt wie eine Sonntagspredigt aus dem Lehrbuch. Nur: Derselbe Mann erklärt unablässig in Talkshows und Parteitagsreden, mit der AfD werde es „definitiv nicht“ gehen. Keine Zusammenarbeit, keine Minister, keine Abhängigkeit. Bei Markus Lanz: „Ich werde mich nicht abhängig machen von den Linken oder von der AfD.“ Beim Parteitag: „Mit mir wird es kein Minister der AfD […] geben.“

Wie passt das zusammen? Mit allen reden – außer mit der Partei, die bei 41 Prozent steht, auf die Alleinregierung zielt und deren Wähler genau die Themen ansprechen, die Schulze selbst bedient? Psychoanalytisch betrachtet: klassische Abspaltung. Man predigt Dialog, um sich moralisch reinzuwaschen, und baut gleichzeitig die Brandmauer so hoch, dass man dahinter bequem die eigenen Widersprüche verstecken kann. Wer so redet, wirkt nicht stark – er wirkt panisch.

Renten-Retter à la AfD: Lebensleistung, Ostdeutschland, Sicherheit

Schauen wir uns den Renten-Post vom 1. August an: „Die staatliche Rente muss sicher bleiben. […] Gerade in Ostdeutschland sind die Einkommen oft niedriger […] ✔️ Die Lebensleistung der Menschen muss anerkannt werden ✔️ Die gesetzliche Rente muss verlässlich bleiben ✔️ Menschen mit niedrigen Renten dürfen nicht im Stich gelassen werden. Pläne, die diese Sicherheit gefährden, trage ich nicht mit.“

Einen Tag zuvor, am 31. Juli, noch deutlicher: „Wer 45 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat, darf nicht nachträglich die Regeln geändert bekommen. […] Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren muss erhalten bleiben […] Viele Menschen im Osten sind besonders auf die gesetzliche Rente angewiesen.“ Gemeinsam mit Michael Kretschmer und Mario Voigt in Braunsbedra.

Das liest sich, als hätte man es direkt aus dem AfD-Forderungskatalog abgeschrieben. Die AfD pocht ebenfalls auf Erhalt und Stärkung der gesetzlichen Rente, lehnt Anhebungen des Eintrittsalters ab, betont die besondere Situation Ostdeutschlands und die Anerkennung der Lebensleistung. Überschneidungen? Massiv. Unterschiede? Vor allem in der Finanzierung und der grundsätzlichen Haltung zum Drei-Säulen-Modell. Doch der Facebook-Tonfall ist identisch: Sicherheit, Ost-Realität, keine Experimente mit bestehenden Ansprüchen. Schulze positioniert sich hier als harter Verteidiger der gesetzlichen Rente – genau das Terrain, auf dem die AfD seit Jahren punktet. Man könnte fast meinen, der CDU-Mann habe die Konkurrenz-Phrasen einfach übernommen und mit Häkchen versehen. Allerdings sieht man das auf Bundesebene vollkommen anders. Schulze müsste nicht nur Phrasen dreschen - er müsste auf Konfrontation mit der derzeitigen CDU-SPD-Regierung gehen oder aus der CDU austreten.

Zuwanderung: „Ins Arbeitsmarkt – nicht ins Sozialsystem“ – klingt bekannt?

30. Juli: „Zuwanderung in den Arbeitsmarkt – nicht ins Sozialsystem. […] Deshalb braucht es eine klare und gesteuerte Zuwanderung: ✔️ für Menschen, die hier arbeiten wollen ✔️ für Berufe, in denen dringend Personal fehlt ✔️ mit klaren Regeln und verbindlicher Integration. Wer jede Form von Einwanderung ablehnt, nimmt Sachsen-Anhalt wichtige Chancen.“

Wieder dieses Häkchen-Format, wieder die klare Unterscheidung „Arbeitsmarkt ja, Sozialsystem nein“. Die AfD formuliert es radikaler (Remigration, Fokus auf deutsche Rückkehrer und Geburtenprämien), aber der Grundton – gesteuerte, qualifizierte Zuwanderung statt unkontrollierter Zuwanderung in die Systeme – ist der gleiche, den viele AfD-Wähler hören wollen. Schulze grenzt sich verbal ab („Wer jede Form ablehnt…“), bedient aber gleichzeitig die emotionale Kernbotschaft. Das ist kein klarer Unterschied, das ist Opportunismus im Facebook-Gewand.

Leuna-Mantra: 10.000 Arbeitsplätze – und Schulzes Anteil tendiert gegen Null

Gleich zweimal muss es sein: Am 31. Juli: „Über 100 Unternehmen aus zehn Nationen arbeiten am größten geschlossenen Chemiestandort Deutschlands. Rund 10.000 Menschen verdienen in Leuna ihr Geld. […] Industriepolitik ist hier kein Schlagwort. Sie ist ein Gehaltszettel.“ Und am 2. August nochmal: „In Lena verdienen rund 10.000 Menschen ihr Geld…“ (vermutlich Tippfehler für Leuna).

Leuna ist ein historischer Industriestandort. Die 10.000 Arbeitsplätze existieren seit Jahrzehnten – lange bevor Sven Schulze Ministerpräsident wurde. Seine „Lösung“ für die Domo-Insolvenz war ein kurzfristiger Weiterbetrieb, der später wieder wackelte. Förderbescheide und Strukturwandel-Millionen hin oder her: Den Chemiestandort hat er nicht erfunden, und der Großteil der Jobs hängt an globalen Konzernen, Märkten und früheren Entscheidungen. Dennoch postet er es wie eine persönliche Errungenschaft. Das ist keine Industriepolitik – das ist Selbstbeweihräucherung. Sein Anteil an diesen 10.000 Stellen tendiert tatsächlich gegen Null. Wer das wiederholt als Erfolg verkauft, leidet unter Größenwahn oder schlicht an Ideenlosigkeit. 1989 arbeiteten ca. 30.000 Menschen in Leuna.

Kontakte-König, der die Kollegen braucht – und den 90-jährigen Didi

31. Juli: „Sachsen-Anhalt braucht eine starke Stimme in Berlin und Brüssel. […] Dafür braucht es […] die richtigen Kontakte auf allen politischen Ebenen. […] Diesen Weg werde ich weitergehen.“ Gleichzeitig muss er sich mit Kretschmer und Voigt zusammentun, um bei Rentenreformen in Berlin überhaupt Gehör zu finden. Und im Wahlkampf tourt er mit Dieter Hallervorden, dem 90-jährigen Kabarettisten, der auf der Bühne gegen Merz und „Kriegsminister“ Pistorius singt und offen sagt, für den Bundeskanzler würde er keine Reklame machen.

Der Mann, der „jede Telefonnummer, die wichtig ist“ haben will, braucht also die Ost-Kollegen als Verstärker und einen betagten Entertainer als Wahlkampfhilfe. Die Bundes-CDU distanziert sich bereits von den Hallervorden-Auftritten. Das ist keine starke Vernetzung – das ist Verzweiflung. Torschlusspanik pur: Die Umfragen zeigen kein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ulrich Siegmund, sondern einen klaren Abstand von 17 Punkten. Wer das als Duell „Schulze oder die AfD“ stilisiert und gleichzeitig mit einem 90-Jährigen über die Bühne hopsen muss, der hat den Realitätsverlust bereits diagnostiziert bekommen.

Wahlen brauchen klare Unterschiede – aber die Posts verwischen sie

1. August: „Wahlen brauchen klare Unterschiede. […] Für mich ist klar: Ein ehrlicher Wahlkampf darf Unterschiede nicht verschweigen.“ Gleichzeitig klingen die Renten-, Zuwanderungs- und Standort-Posts so, als hätte man sie mit der AfD-Textbaustein-Maschine geschrieben. Er warnt vor AfD-Isolation und ökonomischer Katastrophe, postet aber selbst die emotionalen Kernbotschaften der Konkurrenz. Er will mit allen reden und schließt die stärkste Kraft aus. Er prahlt mit Kontakten und braucht die Nachbarn. Er verkauft Leuna als sein Verdienst.

Psychoanalytisch betrachtet: Das ist wirr. Es ist die Sprache eines Mannes, der spürt, dass der Boden unter den Füßen wegrutscht, und deshalb in alle Richtungen gleichzeitig schreit – mal dialogisch, mal populistisch, mal selbstverliebt. Die geistige Verfassung? Zumindest anhaltend realitätsfern. Die Facebook-Posts lesen sich wie der Versuch, AfD-Themen zu kapern, ohne den Preis der Klarheit zu zahlen. Das Ergebnis ist kein starker Ministerpräsident, sondern ein widersprüchlicher Social-Media-Produzent, der in der Panik vor dem 6. September 2026 die eigene Linie verwischt – während die AfD bei 41 Prozent auf die absolute Mehrheit zusteuert.

Was bleibt vom Facebook-Schulze nach der Wahl übrig – oder wird es Merz 2.0?

Wer Sven Schulze auf Basis seiner aktuellen Facebook-Posts wählen würde, der sollte sich eines fragen: Was davon überlebt den 6. September 2026? Die Erfahrung mit Friedrich Merz nach der letzten Bundestagswahl lässt Böses ahnen. Auch dort gab es vor der Wahl große Worte zu Asyl, Rente, Wirtschaft und „klarer Kante“. Danach folgte das, was viele Wähler als salzige Realität erlebten: Kompromisse, relativierte Versprechen und die alte Berliner Logik des Weiter-so. Schulze postet heute, als hätte er die AfD-Themen erfunden, um sie nach der Wahl wieder in die CDU-Schublade zurückzustecken. Die Dialog-Predigt, die Renten-Härte und die Zuwanderungs-Klarheit? Die drohen dann so schnell zu verpuffen wie Merz’ Wahlkampf-Rhetorik – und übrig bliebe wieder nur der gewohnte Regierungspragmatismus, der die Menschen in Sachsen-Anhalt schon lange nicht mehr überzeugt.


Verfasser: АИИ  |  03.08.2026  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
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