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Politik auf der Parkbank - Oberbürgermeister Martin Papke (CDU) im Gespräch mit einer Mutter


Eigentlich wollte ich nur den Kindern beim Spielen zusehen. Ein paar Stunden abschalten, den Alltag für einen Moment vergessen und beobachten, wie der Ball immer wieder durch den Sand rollte. Stattdessen setzte sich plötzlich Oberbürgermeister Martin Papke auf die Bank neben mir.



Mit ihm hatte ich an diesem Nachmittag nun wirklich nicht gerechnet. Eigentlich wollte ich nur den Kindern beim Spielen zusehen. Ein paar Stunden abschalten, den Alltag für einen Moment vergessen und beobachten, wie der Ball immer wieder durch den Sand rollte. Stattdessen setzte sich plötzlich Oberbürgermeister Martin Papke auf die Bank neben mir. Ganz privat.

Er hatte sich einen freien Nachmittag genommen. Während seine Frau gemeinsam mit anderen Muttis auf dem Spielplatz plauderte, behielt er seine beiden Kinder im Blick. Kein Pressetermin, kein Fotograf, keine Kameras – einfach Familienzeit. Dass daraus ein politisches Gespräch werden würde, ahnte wohl keiner von uns beiden.

Aus einem kurzen „Hallo“ wurden am Ende gut 35 Minuten über Grundschulen, die Schwimmhalle, das Schloss, den Kita-Neubau St. Elisabeth, Spielplätze und darüber, wie Politik Entscheidungen trifft und erklärt. Vielleicht sprach Martin Papke gerade deshalb so offen, weil er in diesem Moment nicht damit rechnete, dass aus diesem Gespräch später einmal ein Artikel entstehen würde.

Ich werde ihm daraus keinen Strick drehen – ganz im Gegenteil. Es war angenehm, einmal nicht mit dem Oberbürgermeister am Rednerpult zu sprechen, sondern mit einem Menschen, der sich Zeit nahm, seine Sicht auf die Dinge zu erklären. Dabei wurde schnell deutlich, dass viele Entscheidungen im Rathaus weniger aus Überzeugung als vielmehr aus finanziellen, rechtlichen oder organisatorischen Zwängen entstehen. Das kann man nachvollziehen.

Dennoch blieb bei mir nach dem Gespräch eine zentrale Frage zurück: Nicht, ob Politik schwierige Entscheidungen treffen muss – das steht außer Frage. Sondern, ob bei diesen Entscheidungen immer ausreichend im Blick bleibt, für wen sie eigentlich getroffen werden. Werden die Interessen der Bürger an jeder Stelle mitgedacht? Wird transparent genug erklärt, warum manche Projekte Priorität genießen und andere über Jahre liegen bleiben? Und gelingt es, die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen?

Das Schloss – eine Entscheidung mit zwei Seiten

Natürlich kamen wir auch auf unser Schloss zu sprechen. Ich schilderte meine Sorge, dass das Schloss am Ende zwar saniert wird, für die Bürger aber immer weniger erlebbar sein könnte. Schließlich ist es eines der Wahrzeichen unserer Stadt. Martin Papke erklärte seine Sicht darauf sehr nachvollziehbar. Eine Sanierung ausschließlich aus städtischen Mitteln wäre finanziell kaum zu stemmen gewesen. Mit dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten habe sich ein langfristiger Mieter gefunden, der nicht nur das Gebäude mit Leben füllt, sondern auch einen entscheidenden Beitrag dazu leistet, dass die Sanierung überhaupt möglich wird.

Dieses Argument kann ich nachvollziehen. Lieber ein genutztes und erhaltenes Schloss als eines, das langsam verfällt. Dennoch bleibt für mich die Frage offen, wie viel Schloss am Ende noch für die Bürger übrig bleibt. Ein Wahrzeichen lebt schließlich nicht nur von einer schönen Fassade, sondern auch davon, dass die Menschen sich damit identifizieren können.

Kindergarten St. Elisabeth

Auch der Neubau des Kindergartens St. Elisabeth war Thema. Über den Standort, so räumte der Oberbürgermeister selbst ein, sei auch er nicht überschwänglich begeistert. Doch letztlich müsse eine Lösung wirtschaftlich umsetzbar sein und den vorhandenen Flächen gerecht werden. Dabei darf man eines nicht vergessen: Der Handlungsbedarf besteht nicht erst seit gestern. Seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, stößt der bestehende Kindergarten an seine Grenzen. Eltern haben immer wieder auf die Situation aufmerksam gemacht und den Stadtrat eindringlich zum Handeln aufgefordert. Man muss deshalb nicht jeden Standort gut finden. Aber man sollte anerkennen, dass jetzt gehandelt werden musste.

Die Schwimmhalle – manchmal braucht es einen Schlussstrich

Überraschend einig waren wir uns beim Thema Schwimmhalle. Ich habe Martin Papke ausdrücklich gesagt, dass ich die Entscheidung begrüße, die Reißleine bei der Totalsanierung gezogen zu haben. So schwer diese Entscheidung vielen gefallen sein mag – irgendwann muss man sich eingestehen, wenn ein Konzept nicht mehr in die heutige Zeit passt. Eine Schwimmhalle mit sechs Bahnen und sechs Startblöcken mag für den Schulschwimmunterricht und einen Schwimmverein ausreichend sein. Wirtschaftlich trägt sie sich dadurch aber kaum.

Eine moderne Schwimmhalle muss Familien anziehen, Freizeitangebote schaffen und auch Menschen erreichen, die einfach nur ein paar Bahnen schwimmen oder mit ihren Kindern einen schönen Nachmittag verbringen möchten. Nur so kann sie langfristig wirtschaftlich bestehen.

Manchmal ist es verantwortungsvoller, einen Schlussstrich zu ziehen, als immer weiter Geld in eine Lösung zu investieren, die den Anforderungen von morgen nicht mehr gerecht wird.

Die kleinen Dinge machen den Unterschied

Anschließend wurde das Gespräch deutlich bodenständiger. Ich sprach die Situation unserer Spielplätze an. Als Beispiel nannte ich den Spielplatz im Kämmereihölzchen. Dort steht inzwischen nur noch eine Bank – und selbst die wurde mutwillig beschädigt. Das Klettergerüst und der Drehteller erfüllen zwar noch ihren Zweck, doch modern oder besonders attraktiv sind sie längst nicht mehr. Gleichzeitig fehlt beispielsweise auf dem Kugelberg bis heute ein Spielplatz vollständig. Martin Papke kennt diese Probleme. Das merkte man schnell. Sinngemäß erklärte er jedoch, dass man als Oberbürgermeister nicht jede einzelne Kleinigkeit öffentlich begleiten könne. Genau an diesem Punkt musste ich innerlich widersprechen. Warum eigentlich nicht?

Natürlich muss nicht jede neue Parkbank mit einer Pressemitteilung angekündigt werden. Aber warum erfahren Bürger regelmäßig von den großen Projekten – von der Bibliothek, vom Gloria oder anderen Millioneninvestitionen –, während über die kleinen Dinge des Alltags kaum gesprochen wird? Gerade Familien interessieren sich oft mehr dafür, wann der Spielplatz im eigenen Wohngebiet saniert wird, als für die nächste Visualisierung eines Großprojektes. Transparenz sollte nicht erst dort beginnen, wo Millionen investiert werden.

Kritik gehört zur Demokratie

Natürlich kamen wir auch auf die sozialen Medien zu sprechen. Martin Papke schilderte, wie viel Zeit Kommentare, Rückfragen und Klarstellungen mittlerweile kosten. Ich kann diesen Punkt durchaus verstehen. Verwaltung bedeutet schließlich nicht, den ganzen Tag Facebook-Kommentare zu beantworten. Trotzdem würde ich es für den falschen Weg halten, sich aus dieser Diskussion weitgehend zurückzuziehen oder Kommentarfunktionen grundsätzlich abzuschalten.

Ja, dort wird gepöbelt. Ja, manche Kommentare sind schlicht überflüssig. Aber zwischen all dem finden sich eben auch berechtigte Hinweise, konstruktive Kritik und Ideen aus der Bürgerschaft. Kritik ist nicht automatisch ein Angriff. Sie zeigt oft sehr deutlich auf, wo Menschen Probleme sehen. Und genau dort lohnt es sich hinzuschauen.

Fördermittel allein reichen nicht

Einen Punkt betonte Martin Papke während unseres Gesprächs. Er habe in den vergangenen Jahren erhebliche Fördermittel von Bund und Land für Weißenfels eingeworben – Gelder, die zuvor teilweise gar nicht genutzt worden seien und die heute zahlreiche Projekte überhaupt erst ermöglichen. Ich glaube ihm das.

Leider wird dieser Aspekt in der öffentlichen Diskussion oft übersehen. Stattdessen wird häufig nur darüber gesprochen, was nicht funktioniert oder was man sich noch alles wünschen würde. Gleichzeitig darf man aber auch sagen: Fördermittel allein machen noch keine gute Kommunalpolitik. Sie müssen am Ende bei den Menschen ankommen.

Eine Frage blieb offen

Als wir uns verabschiedeten und ich später nach Hause ging, fiel mir ein, was ich eigentlich noch hätte fragen müssen. Den Mops mit der Zipfelmütze. Bis heute erschließt sich mir nicht, warum das Denkmal seinen angestammten Platz in der Leipziger Straße verlassen und künftig auf dem Markt stehen soll.

Vielleicht gibt es dafür gute Gründe. Vielleicht hätte Martin Papke sie mir erklären können. Vielleicht hätte ich die Entscheidung danach sogar besser verstanden. Genau das ist eigentlich die wichtigste Erkenntnis dieses Nachmittags. Ich bin nach Hause gegangen und habe vieles besser verstanden als vorher. Aber eben nicht alles.

Und vielleicht ist genau das die Aufgabe von Politik. Nicht jeden Bürger von jeder Entscheidung zu überzeugen. Sondern Entscheidungen so transparent zu machen, dass man sie nachvollziehen kann – selbst dann, wenn man anderer Meinung bleibt. Denn Bürgernähe zeigt sich nicht darin, dass ein Oberbürgermeister zufällig auf derselben Parkbank sitzt. Sie zeigt sich darin, dass Menschen das Gefühl haben, mit ihren Fragen ernst genommen zu werden. Und genau dafür war dieser Nachmittag ein guter Anfang.
Verfasser: Karla Kolumna  |  09.07.2026  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
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